Du stehst vor dem Regal mit Foundations und weißt nicht, welche von den fünfzig Nuancen zu dir passt. Die Lösung liegt nicht im Ausprobieren, sondern in zwei einfachen Fragen: Welchen Hautton hast du, und welchen Hauttyp? Hautton beschreibt, wie hell oder dunkel deine Haut ist, von sehr hell bis sehr dunkel. Der Hauttyp beschreibt, ob deine Haut eher trocken, fettig oder normal ist. Wer beides kennt, wählt die passende Farbe und Textur und vermeidet, dass das Make-up wie eine Maske wirkt.

Der wichtigste Schritt ist der Unterton. Er bestimmt, ob warme, kühle oder neutrale Nuancen zu dir passen. Dazu kommt der Hauttyp, der entscheidet, ob du eine cremige, matte oder leichte Formel brauchst. In diesem Beitrag bekommst du konkrete Tests, um beides herauszufinden, und erfährst, welche Produkteigenschaften für trockene und fettige Haut sinnvoll sind.
Hautton und Unterton: Der erste Schritt
Der Hautton ist die Helligkeit deiner Haut, etwa hell, mittel oder dunkel. Der Unterton ist die Farbnuance, die unter der Oberfläche liegt. Es gibt warme Untertöne mit gelblichen oder goldenen Anteilen, kühle mit rosigen oder bläulichen und neutrale, die eine Mischung aus beiden sind. Die meisten Menschen ordnen sich einer dieser drei Kategorien zu, auch wenn der Hautton variiert.
Ein einfacher Test: Schau dir die Innenseite deines Handgelenks an. Sind deine Venen bläulich oder violett, deutet das auf einen kühlen Unterton. Sind sie grünlich, spricht das für einen warmen Unterton. Fällt es dir schwer, eine klare Farbe zu erkennen, hast du wahrscheinlich einen neutralen Unterton. Dieser Test funktioniert bei den meisten Menschen, aber er ist kein Naturgesetz. Wenn du unsicher bist, hilft ein zweiter Test: Halte ein weißes Blatt Papier neben dein Gesicht. Wirkt deine Haut eher gelblich, ist der Unterton warm. Wirkt sie eher rosa oder grau, ist er kühl.

Der Unterton bestimmt, welche Foundation-Farben harmonisch wirken. Eine warme Foundation mit gelbem Pigment lässt kühle Haut aschig wirken. Eine kühle Foundation mit rosa Pigment lässt warme Haut fahl erscheinen. Neutrale Untertöne haben die größte Auswahl, weil beide Richtungen funktionieren können. Die meisten Drogerie- und Kosmetikmarken kennzeichnen ihre Nuancen mit W für warm, C für kühl und N für neutral. Diese Buchstaben stehen auf der Verpackung oder im Online-Shop.

Der Hauttyp entscheidet über die Textur
Der Hauttyp bestimmt, welche Konsistenz deine Foundation haben sollte. Trockene Haut braucht Feuchtigkeit und glänzende oder cremige Formeln, die nicht an trockenen Stellen haften. Fettige Haut braucht matte oder ölfreie Formeln, die überschüssigen Glanz reduzieren. Normale Haut verträgt fast alles, solange die Farbe stimmt.
Trockene Haut erkennst du daran, dass sie sich nach dem Waschen spannt, schuppt oder rau anfühlt. Bei fettiger Haut glänzt besonders die T-Zone, also Stirn, Nase und Kinn, schon wenige Stunden nach dem Waschen. Mischhaut kombiniert beides: Die Wangen sind trocken, die T-Zone fettig. Für Mischhaut eignen sich Foundations, die weder zu matt noch zu glänzend sind, etwa halbmatte Formeln.
Die Textur macht den Unterschied. Flüssige Foundations mit Hyaluronsäure oder Glycerin versorgen trockene Haut mit Feuchtigkeit. Puder- oder Mousse-Foundations saugen bei fettiger Haut überschüssiges Öl auf. Wenn du unsicher bist, welche Textur du brauchst, achte auf das Hautgefühl nach dem Auftragen: Zieht die Haut, ist die Formel zu matt. Glänzt sie nach zwei Stunden stark, ist sie zu reichhaltig.

So findest du deinen Unterton mit dem Handgelenk-Test
Der Handgelenk-Test ist der schnellste Weg, deinen Unterton zu bestimmen. Du brauchst nur Tageslicht und einen Blick auf deine Venen. Halte deinen Unterarm so, dass das Licht direkt auf die Innenseite fällt. Sind die Venen blau oder lila, hast du einen kühlen Unterton. Sind sie grün oder oliv, einen warmen. Siehst du sowohl Blau als auch Grün, bist du neutral.
Dieser Test funktioniert am besten bei hellem Tageslicht. Kunstlicht verfälscht die Farben, weil es oft gelblich oder bläulich ist. Wenn du drinnen bist, stelle dich ans Fenster. Bei sehr dunkler Haut sind die Venen manchmal schwer zu erkennen. Dann hilft der Schmuck-Test: Trage eine goldene und eine silberne Kette nebeneinander. Steht dir Gold besser, bist du warm. Steht dir Silber besser, bist du kühl. Stehen beide, bist du neutral. Auch dieser Test ist eine Orientierung, keine absolute Regel.
Foundation-Farben richtig testen
Der häufigste Fehler ist, die Foundation am Handrücken zu testen. Die Hand hat oft einen anderen Farbton als das Gesicht, besonders wenn du deine Hände eincremst oder sie der Sonne aussetzt. Teste die Farbe stattdessen am Kieferknochen oder am Hals. Dort geht das Gesicht in den Hals über, und die Farbe sollte nahtlos verschwinden. Trage drei bis vier Nuancen als dünne Streifen auf und warte ein paar Minuten. Die Foundation oxidiert, das heißt, sie dunkelt nach dem Auftragen nach. Welche Farbe nach fünf Minuten noch unsichtbar ist, passt.

Wenn du zwischen zwei Nuancen schwankst, wähle die hellere. Eine zu dunkle Foundation wirkt schnell maskenhaft. Eine zu helle lässt sich leichter mit Bronzer oder Blush korrigieren. Bei Selbstbräuner oder gebräunter Haut solltest du die Foundation an den Hals anpassen, nicht an das Gesicht. Der Hals bleibt meist heller als das gebräunte Gesicht.

Make-up für trockene Haut: Feuchtigkeit zuerst
Trockene Haut braucht eine Foundation, die Feuchtigkeit spendet und nicht an Schuppen haftet. Cremige oder flüssige Foundations mit Hyaluronsäure oder Glycerin legen sich glatt auf die Haut und betonen trockene Stellen nicht. Puderförmige Foundations entziehen Feuchtigkeit und betonen feine Linien und trockene Stellen. Wenn du trockene Haut hast, wähle eine flüssige oder cremige Formel und trage sie mit den Fingern oder einem feuchten Schwamm auf. Ein feuchter Schwamm drückt die Foundation in die Haut, statt sie aufzutragen.

Vor der Foundation hilft eine Feuchtigkeitscreme. Sie glättet die Haut und verhindert, dass die Foundation sich in Fältchen absetzt. Ein Primer mit feuchtigkeitsspendender Wirkstoff wie Aloe Vera oder Vitamin E verlängert die Haltbarkeit. Wenn du trockene Stellen hast, etwa an den Wangen, tupfe dort nur wenig Foundation auf, statt sie dick aufzutragen.
Make-up für fettige Haut: Matt und ölfrei
Fettige Haut braucht eine Foundation, die überschüssiges Öl aufnimmt und den Glanz reduziert. Matte oder ölfreie Formeln enthalten oft Puder oder Tonmineralien wie Kaolin, die das Öl binden. Flüssige Foundations mit mattierender Wirkung trocknen nicht aus, sondern legen sich als dünner Film auf die Haut. Puder-Foundations sind die beste Wahl für sehr fettige Haut, weil sie direkt Öl aufsaugen.

Ein mattierender Primer vor der Foundation verlängert die Haltbarkeit und verhindert, dass die Foundation nachmittags verrutscht. Trage die Foundation dünn auf und setze sie mit einem transparenten Puder. Wenn du zwischendurch glänzt, tupfe das Öl mit einem Papiertuch ab, statt die Foundation zu verwischen. Nachpudern nur an den Stellen, die wirklich glänzen, sonst wirkt das Gesicht maskenhaft.
Der saisonale Farbtyp als Ergänzung
Neben Hautton und Hauttyp gibt es die saisonale Farbtypberatung. Sie ordnet Menschen in vier Typen ein: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Diese Typen kombinieren Hautunterton, Haar- und Augenfarbe. Frühling und Herbst haben warme Untertöne, Sommer und Winter kühle. Der Frühling hat helle, warme Farben, der Herbst gedeckte, warme Töne. Der Sommer hat helle, kühle Farben, der Winter kräftige, kühle Töne.

Diese Einteilung hilft dir, nicht nur die Foundation, sondern auch Blush, Lippenstift und Lidschatten zu wählen. Ein Frühlings-Typ mit warmem, hellem Teint trägt Pfirsichtöne und warme Brauntöne. Ein Winter-Typ mit kühlem, hellem Teint trägt Rosatöne und kühle Beerentöne. Die saisonale Farbtypberatung ist eine Orientierung, keine feste Regel. Du kannst sie als Ausgangspunkt nehmen und dann nach deinem persönlichen Geschmack variieren.
Praktische Entscheidungshilfe
Wenn du vor dem Regal stehst, gehe in dieser Reihenfolge vor: Bestimme zuerst deinen Unterton mit dem Handgelenk-Test. Dann überlege, ob deine Haut trocken, fettig oder normal ist. Suche eine Foundation, die zu beidem passt. Die Verpackung verrät dir oft mehr, als du denkst. Steht auf der Flasche „warm", „cool" oder „neutral", ist der Unterton gemeint. Steht „matte" oder „dewy", ist die Textur gemeint. Dewy bedeutet glänzend und feuchtigkeitsspendend, matte bedeutet glanzfrei.
Wenn du online bestellst, nutze die Farbberater der Marken. Viele Marken bieten einen Online-Test an, der deinen Unterton und Hauttyp abfragt und eine Nuance vorschlägt. Diese Vorschläge sind eine gute erste Orientierung, aber ersetzen den Test am Kiefer nicht. Wenn du unsicher bist, bestelle zwei Nuancen und probiere beide aus. Die meisten Online-Shops bieten kostenlose Rücksendungen an, sodass du die passende Farbe zu Hause testen kannst.



