Camouflage kommt aus dem Französischen und bedeutet Verschleierung. Im Make-up-Kontext beschreibt der Begriff eine Schminktechnik, die mit besonders pigmentierten Farben Hautveränderungen vorübergehend abdeckt und neutralisiert. Damit kaschierst du dunkle Augenringe, Rötungen, Pickel, Narben, Pigmentflecken, Besenreiser, Krampfadern, Dehnungsstreifen und sogar Tätowierungen.

Bei stark deckendem Make-up hängt das Ergebnis stärker von der Technik ab als vom Produkt. Wer in dicken Schichten arbeitet, bekommt einen maskenhaften Effekt, der sich im Tageslicht abzeichnet. Wer in dünnen Schichten aufbaut, die Verfärbung vorher neutralisiert und das Ergebnis mit Puder fixiert, erzielt ein ebenmäßiges Bild, das natürlich wirkt.

Camouflage oder Concealer: Was deckt was ab?
Camouflage-Produkte enthalten deutlich mehr Pigmente als ein normaler Concealer. Deshalb decken sie stärker, trocknen aber auch schneller und lassen sich schwerer verblenden. Ein Concealer eignet sich für den Alltag: Er kaschiert einzelne Unreinheiten, leichte Augenringe und kleine Rötungen, ohne dass du viel Zeit investierst. Camouflage brauchst du, wenn die Verfärbung deutlich sichtbar ist oder großflächig liegt, etwa bei einem Tattoo, einer Narbe oder starken Augenringen.

Auch die Konsistenz unterscheidet sich. Concealer gibt es flüssig, als Stift oder Creme, Camouflage kommt klassisch als feste Creme im Pfännchen. Diese feste Textur ist der Grund, warum die Auftragstechnik anders aussieht: Du nimmst das Produkt mit einem Pinsel oder Spatel auf und arbeitest es in hauchdünnen Schichten ein, statt es wie eine Flüssigkeit zu verreiben.

Die Farbe vorher neutralisieren
Der häufigste Fehler bei stark deckendem Make-up ist der Griff zum hellsten Hautton. Doch bevor du abdeckst, solltest du die Verfärbung neutralisieren. Das funktioniert über den Farbkreis: Grün neutralisiert Rötungen, Pfirsich- und Apricottöne neutralisieren Blau- und Lilastiche unter den Augen, Gelb gleicht violette Schatten aus, und Lavendel nimmt einen fahlen Gelbstich.

Ein Beispiel: Bei einer frischen Pickelrötung trägst du zuerst einen dünnen grünen Abdeckstift nur auf die rote Stelle auf, verblendest den Rand und legst darüber deinen Hautton. Bei dunklen Augenringen arbeitest du mit einem pfirsichfarbenen Korrektor, bevor der Concealer folgt. Die Farbe muss dabei nicht decken, sie soll nur den Unterton ausgleichen. Danach trägst du den Hautton in dünner Schicht auf.

Schritt für Schritt: So trägst du Camouflage auf
Beginne mit gereinigter, eingecremter Haut. Die Creme sollte eingezogen sein, sonst vermischt sie sich mit dem Camouflage und verringert die Deckkraft. Für ein leichtes Finish nimmst du das Produkt mit einem Make-up-Pinsel direkt aus dem Pfännchen auf und tupfst es auf die Stelle. Für ein voll deckendes Finish arbeitest du mit einem speziellen Camouflage-Spatel, der das Produkt gleichmäßiger und dichter aufträgt.

Wichtig ist die Bewegung: Du tupfst und klopfst das Produkt in die Haut, statt es zu reiben. Reiben verwischt die Pigmente und schiebt die Creme von der Stelle, die du abdecken willst. Arbeite in mehreren hauchdünnen Schichten, lass jede kurz antrocknen und baue die Deckkraft langsam auf. Eine dicke Schicht auf einmal sieht maskenhaft aus und bröckelt im Laufe des Tages.

Zum Schluss fixierst du das Ergebnis mit einem transparenten Puder. Das Puder nimmt der Creme den Glanz, verhindert das Abfärben auf Kleidung und verlängert die Haltbarkeit deutlich. Besonders bei Tätowierungen und Narben, die den ganzen Tag halten sollen, ist dieser Schritt der Unterschied zwischen einem sauberen und einem verschmierten Ergebnis.

Das sagen die Testergebnisse
ÖKO-TEST hat 19 Concealer geprüft, darunter sieben mit Naturkosmetiksiegel. Getestet wurden eher helle Farbtöne wie Ivory, Light, Porcelain und Beige, die Preisspanne lag zwischen 1,36 und 31 Euro pro fünf Milliliter. Das Ergebnis ist eine Warnung vor Markenglauben: Nur drei der 19 Produkte schnitten mit „sehr gut“ ab, neun fielen durch, darunter auch bekannte Marken.
Die Abzüge kamen unter anderem von einem bedenklichen Konservierer und einem problematischen Kontaktallergen. Für empfindliche Haut heißt das: Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich mehr als der Blick auf das Logo. Ein Naturkosmetiksiegel ist dabei kein Garant für ein gutes Testergebnis, aber es schließt bestimmte Konservierer und Duftstoffe aus.
Haltbarkeit und Hautverträglichkeit
Camouflage-Make-up hält nur so lange, wie die Schicht intakt bleibt. Fettige Haut, Schweiß und Reibung setzen der Deckkraft zu. Wer den ganzen Tag abdecken muss, greift zu wasserfesten Formeln oder setzt das Ergebnis mit Puder und gegebenenfalls einem Fixierspray. Bei empfindlicher oder zu Akne neigender Haut gilt: Produkte mit vielen Pigmenten verstopfen schneller die Poren, wenn sie nicht gründlich entfernt werden. Nimm zum Abschminken ein Öl oder einen Reiniger, der auch wasserfeste Rückstände löst, und arbeite die Creme mit sanftem Abtupfen heraus, statt zu reiben.



