Creme-Make-up ist eine Foundation mit fester, cremiger Textur, die meist im Tiegel oder als Stick erhältlich ist. Eine Foundation ist die Grundierung, die den Teint ausgleicht und Unebenheiten abdeckt.

Im Gegensatz zu flüssigen Foundations enthält die Creme-Variante mehr Fett und Wachs, pflegt die Haut dadurch stärker, lässt sich aber nicht so dünn und gleichmäßig verteilen. Wer einen natürlichen, ebenmäßigen Teint möchte, muss drei Dinge aufeinander abstimmen: die Vorbereitung der Haut, die Dosierung und das Werkzeug. Keines davon ist wichtiger als die anderen, und das Ergebnis hängt nicht vom teuersten Pinsel ab, sondern davon, wie Produkt, Menge und Technik zusammenpassen.

Die Haut vorbereiten: Reinigen, pflegen, eincremen

Die Grundlage für ein ebenmäßiges Creme-Make-up ist eine gründlich gereinigte und gepflegte Haut. Beginne mit einem Reinigungsschaum, der die Poren von Talg und Resten befreit. Ein Peeling ein- bis zweimal pro Woche macht die Haut weicher und glatter, sodass sich die Creme gleichmäßiger verteilen lässt. Danach beruhigt ein Gesichtswasser die Haut, spendet Feuchtigkeit und verbessert die Aufnahme der nachfolgenden Pflege.

Die Tagescreme wählst du nach Jahreszeit und Hauttyp. Im Winter braucht die Haut eine reichhaltigere Creme, im Sommer reicht ein leichtes Fluid. Eine zu fette Creme lässt das Make-up auf öliger Haut schneller verlaufen, eine zu leichte Pflege führt bei trockener Haut zu schuppigen Stellen, an denen sich die Creme absetzt. Warte nach dem Eincremen einige Minuten, bis die Pflege eingezogen ist, bevor du das Make-up aufträgst. Bei trockener Haut kannst du zusätzlich einen Primer verwenden, der die Oberfläche glättet und die Haltbarkeit verlängert.

Das passende Werkzeug: Schwamm, Pinsel oder Finger

Bei Creme-Make-up hast du drei Möglichkeiten: Schwamm, Pinsel oder Finger. Der Schwamm arbeitet tupfend. Du nimmst eine kleine Menge Produkt auf und tupfst sie in kleinen Bewegungen in die Haut, statt sie zu verreiben. Der Schwamm nimmt überschüssiges Produkt auf und gibt so eine gleichmäßige, natürliche Deckkraft. Feuchte ihn vorher leicht an, dann lässt sich die Creme besser verteilen.

Der Pinsel richtet seine Bewegung nach Form und Produkt. Ein flacher Foundationpinsel streicht die Creme in kurzen, gleichmäßigen Zügen aus, ein dichter Stipplingpinsel tupft sie in die Haut. Für cremige Texturen eignet sich ein Pinsel mit dicht gebundenen Borsten, der das Produkt aufnimmt und gleichmäßig abgibt. Zu weiche Borsten verreiben die Creme eher, als dass sie sie verteilen, und hinterlassen Streifen.

Die Finger sind eine gute Wahl, wenn die Foundation dafür vorgesehen ist. Erwärme eine kleine Menge zwischen den Fingerspitzen und tupfe sie auf Stirn, Wangen, Nase und Kinn. Die Körperwärme macht die Creme geschmeidiger und lässt sie besser einziehen. Saubere Hände sind Pflicht, damit du keine Bakterien ins Gesicht bringst.

Welches Werkzeug das richtige ist, hängt von der Textur deines Produkts und dem gewünschten Finish ab. Teste an einer kleinen Fläche, etwa an der Wange oder am Kiefer, welche Technik das Ergebnis liefert, das du möchtest. Die Wahl sollte zielgerichtet sein, nicht nach Gefühl.

In dünnen Schichten arbeiten: Dosierung und Deckkraft

Bei Creme-Make-up gilt: Weniger ist mehr. Nimm zuerst eine erbsengroße Menge und arbeite in dünnen Schichten. Du kannst die Deckkraft jederzeit erhöhen, aber überschüssiges Produkt lässt sich nur schwer entfernen, ohne das ganze Make-up zu zerstören. Trage die erste Schicht dünn auf, prüfe im Spiegel, ob du mehr Deckkraft brauchst, und arbeite dann gezielt an den Stellen nach, die mehr Abdeckung benötigen, etwa an Rötungen oder Augenringen.

Die Dosierung ist neben der Technik der wichtigste Faktor für ein natürliches Ergebnis. Zu viel Creme wirkt maskenhaft und setzt sich in feinen Linien ab. Wenn du unsicher bist, beginne mit weniger und steigere dich langsam. Trage lieber zwei dünne Schichten auf als eine dicke.

Den passenden Farbton finden

Der richtige Farbton entscheidet darüber, ob das Make-up natürlich wirkt. Teste die Creme nicht am Handgelenk, sondern am Kiefer oder am Hals, wo die Haut dem Gesicht ähnelt. Trage eine dünne Schicht auf und schau bei Tageslicht, ob der Ton mit deinem Hautton verschmilzt. Künstliches Licht verfälscht die Farbwahrnehmung. Achte auch auf den Unterton deiner Haut: Kühle Hauttöne vertragen eher rosige Foundations, warme Hauttöne eher goldene oder gelbliche Nuancen.

Cremige Formeln können nach dem Auftrag leicht nachdunkeln, weil sie mit der Hautfeuchtigkeit reagieren. Warte nach dem Auftrag einige Minuten, bevor du den Farbton beurteilst. Wenn du zwischen zwei Tönen schwankst, wähle den helleren, den du mit Bronzer oder Concealer anpassen kannst.

Haltbarkeit sichern

Creme-Make-up hält gut, wenn du es richtig fixierst. Ein loser Puder setzt das Make-up und verhindert, dass es in Fältchen verläuft. Trage den Puder nur dort auf, wo die Haut fettet, etwa an der T-Zone, damit der natürliche Glanz auf den Wangen erhalten bleibt. Ein Fixierspray versiegelt das Make-up zusätzlich und verlängert die Haltbarkeit.

Bei trockener Haut neigt Creme-Make-up weniger zum Verlaufen, bei öliger Haut kann es schneller absetzen. Wenn du ölige Haut hast, wähle eine mattierende Pflege unter dem Make-up und ein Puder für die T-Zone. Bei trockener Haut reicht oft ein leichter Hauch Puder, damit die Creme nicht an trockenen Stellen betont wird.

Typische Fehler vermeiden

Der häufigste Fehler ist zu viel Produkt. Eine dicke Schicht Creme-Make-up wirkt maskenhaft und betont Unebenheiten, statt sie zu kaschieren. Der zweite Fehler ist die falsche Hautvorbereitung: Ohne Reinigung und Pflege setzt sich die Creme in trockenen Stellen ab oder verläuft auf fettiger Haut. Der dritte Fehler ist das falsche Werkzeug: Wer eine cremige Textur mit einem Pinsel verreibt, der für flüssige Foundations gedacht ist, bekommt Streifen. Teste vorher, welches Werkzeug zu deinem Produkt passt, und arbeite in dünnen Schichten.