Die Frage, welches Make-up das richtige ist, lässt sich nicht mit einem einzigen Produktnamen beantworten. Die passende Wahl hängt von mehreren Faktoren ab: vom Hauttyp, von der Empfindlichkeit der Haut, von Allergien, vom persönlichen Stil und davon, ob das Make-up für den Tag oder für den Abend gedacht ist. Wer diese Faktoren kennt und berücksichtigt, findet deutlich schneller ein Produkt, das gut aussieht und sich angenehm trägt.
Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede zwischen flüssigem Make-up, Kompaktpuder und Concealer, zeigt, welche Produkte sich für welche Gelegenheit eignen, und nennt die wichtigsten Regeln für den Kauf. Am Ende finden Sie eine Entscheidungshilfe, die den nächsten Einkauf erleichtert.
Warum die Frage nach dem richtigen Make-up keine einfache Antwort hat
Die Frage „Welches Make-up ist das beste?“ beantwortet der Markt mit einer schier endlosen Produktpalette. Puder, Creme, Schaum: Fast wöchentlich kommen neue Formulierungen auf den Markt, und alle versprechen dasselbe, nämlich ein perfektes Aussehen. Dieses Ziel zu erreichen, hängt jedoch nicht allein vom Produkt ab. Erfahrung, Fingerspitzengefühl und hochwertige Inhaltsstoffe spielen eine ebenso große Rolle.
Die Suche nach dem passenden Make-up dauert deshalb bei den meisten Frauen länger als ein einzelner Einkauf. Sie umfasst mehrere Versuche und gelegentlich auch Fehlkäufe. Das ist normal, denn die Haut reagiert individuell. Was bei einer Frau ein ebenmäßiges Bild erzeugt, kann bei einer anderen bereits nach wenigen Stunden unschön aussehen.
Die wichtigsten Einflussfaktoren im Überblick:
- Der Hauttyp und die Sensibilität der Haut
- Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe
- Der persönliche Stil und die eigenen Vorlieben
- Das Outfit, zu dem das Make-up getragen wird
- Der Anlass: Tages-Make-up oder Abend-Make-up
Wer diese Punkte vor dem Kauf klärt, grenzt die Auswahl deutlich ein. Ohne diese Klärung kauft man häufig Produkte, die nicht halten, nicht decken oder die Haut reizen.
Was Tages-Make-up von Abend-Make-up unterscheidet
Ein Alltags-Make-up muss anderen Anforderungen genügen als ein Make-up für den Abend. Am Tag, etwa im Büro, in der Schule oder an der Universität, soll das Make-up vor allem angenehm zu tragen sein und lange halten. Es soll natürlich wirken und nicht schwer auf der Haut liegen. Gleichzeitig soll es ein ebenmäßiges Bild schaffen, ohne dass nach wenigen Stunden ungewollte Rötungen durchscheinen.
Am Abend, beim Ausgehen oder bei besonderen Anlässen, darf das Make-up kräftiger und deckender sein. Hier kommt häufig ein flüssiges Make-up zum Einsatz, das eine stärkere Abdeckung bietet. Der Preis dafür: Flüssige Make-ups sind in der Regel schwerer und verschließen die Poren der Haut stärker als Puderprodukte. Sie eignen sich deshalb besser für die kurze Tragedauer am Abend als für den ganzen Tag.
Wer beide Anlässe regelmäßig hat, braucht also nicht ein einziges Produkt, sondern zwei verschiedene. Das Tages-Make-up kann leichter ausfallen, das Abend-Make-up deckender. Diese Unterscheidung spart Enttäuschungen, denn kein Produkt kann beide Anforderungen gleich gut erfüllen.
Ein weiterer Unterschied betrifft das Nachbessern. Am Tag, wenn das Make-up viele Stunden getragen wird, ist es praktisch, wenn sich kleine Korrekturen schnell erledigen lassen. Ein Kompaktpuder, der mit Spiegel und Quaste in der Handtasche liegt, ermöglicht das ohne großen Aufwand. Am Abend steht die Deckkraft im Vordergrund, und das Nachbessern spielt eine kleinere Rolle, weil das Make-up nur wenige Stunden getragen wird.
Flüssiges Make-up oder Kompaktpuder: Die Grundsatzfrage
Die wichtigste Entscheidung beim Make-up-Kauf betrifft die Darreichungsform. Grundsätzlich stehen zwei Varianten im Mittelpunkt: flüssiges Make-up und Kompaktpuder. Beide haben unterschiedliche Eigenschaften und eignen sich für unterschiedliche Zwecke.
Flüssiges Make-up: hohe Deckkraft, schwereres Gefühl
Flüssiges Make-up wird mit den Fingern, einem Pinsel oder einem Schwamm aufgetragen und bietet in der Regel eine höhere Deckkraft. Es gleicht Unebenheiten, Rötungen und Pigmentflecken besser aus als Puder. Gleichzeitig liegt es schwerer auf der Haut und verschließt die Poren stärker. Für empfindliche Haut oder für lange Tragezeiten ist das ein Nachteil. Für den Abend, wenn das Make-up nur wenige Stunden getragen wird und eine perfekte Abdeckung gewünscht ist, ist flüssiges Make-up die bessere Wahl.
Die höhere Deckkraft hat aber auch eine Kehrseite. Ein flüssiges Make-up, das zu dick aufgetragen wird, wirkt schnell maskenhaft. Es erfordert etwas Übung, die richtige Menge zu finden und gleichmäßig zu verteilen. Wer zum ersten Mal ein flüssiges Make-up verwendet, sollte mit einer kleinen Menge beginnen und die Deckkraft schrittweise erhöhen. Eine erbsengroße Menge reicht für das gesamte Gesicht oft aus. Die Verteilung beginnt in der Gesichtsmitte und wird nach außen hin ausgedünnt, damit am Haaransatz und am Hals keine sichtbare Kante entsteht.
Kompaktpuder: leicht, mattiert, einfach nachzubessern
Kompaktpuder ist die klassische Wahl für das Tages-Make-up. Er schafft einen ebenmäßigen Look, mattiert die Haut und lässt sich unterwegs einfach nachbessern. Die meisten Kompaktpuder werden mit einem kleinen Spiegel und einer Puderquaste verkauft. Damit ist kein zusätzliches Zubehör nötig, und das Make-up kann auch zwischendurch schnell aufgefrischt werden. Das ist gerade im Büro oder unterwegs ein großer praktischer Vorteil.
Ein weiterer Vorteil von Kompaktpuder: Er liegt leichter auf der Haut und verschließt die Poren weniger stark. Für den Tag, an dem das Make-up viele Stunden getragen wird, ist das angenehmer. Die Haut kann atmen, und das Risiko von Unreinheiten sinkt.
Die Entscheidung zwischen flüssigem Make-up und Kompaktpuder lässt sich also an zwei Fragen festmachen: Wie lange soll das Make-up getragen werden, und wie viel Deckkraft ist nötig? Für den ganzen Tag und eine natürliche Optik ist Puder die bessere Wahl. Für den Abend mit hoher Deckkraft ist flüssiges Make-up geeigneter.
Der Concealer deckt einzelne Hautpartien gezielt ab
Neben der Grundierung kommt bei vielen Frauen ein Concealer zum Einsatz. Das ist ein Abdeckstift oder eine Abdeckcreme, die gezielt auf einzelne Hautpartien aufgetragen wird. Wer unter unreiner Haut, Pigmentflecken oder Rötungen leidet, sollte zum allgemeinen Make-up einen Concealer verwenden.
Der Concealer wird nur auf die auffälligen Stellen aufgetragen, nicht auf das gesamte Gesicht. Er kaschiert die Farbabweichung, ohne dass die gesamte Haut mit einer dicken Schicht bedeckt werden muss. Das spart Produkt und wirkt natürlicher als eine vollflächige Abdeckung.
Die Anwendung ist einfach: Eine kleine Menge Concealer auf die betroffene Stelle geben, vorsichtig verblenden und anschließend das normale Make-up darüber auftragen. Auf diese Weise entsteht ein gleichmäßiges Gesamtbild, ohne dass einzelne Stellen unnatürlich hell oder dunkel wirken.
Der Concealer ist besonders nützlich für Frauen, die nur an bestimmten Stellen Abdeckung benötigen. Wer beispielsweise unter Augenringen leidet, aber ansonsten eine ebenmäßige Haut hat, braucht kein stark deckendes Make-up im gesamten Gesicht. Ein Concealer reicht aus, um die betroffene Stelle zu kaschieren, während der Rest der Haut frei bleibt.
Beim Kauf eines Concealers gilt: Der Farbton sollte dem Hautton entsprechen oder einen halben Ton heller sein, wenn er unter den Augen verwendet wird. Für die Abdeckung von Rötungen und Pickeln eignet sich ein Farbton, der exakt zur Haut passt. Ein zu heller Concealer macht die abgedeckte Stelle sichtbar, ein zu dunkler erzeugt einen unschönen Kontrast.
Die Inhaltsstoffe entscheiden über die Verträglichkeit
Die Frage, welches Make-up verwendet werden sollte, lässt sich nicht allein am äußeren Erscheinungsbild festmachen. Die Inhaltsstoffe sind ebenso entscheidend. Schlechte und billige Make-ups können Hautreizungen verursachen und für Pickel und unreine Haut sorgen. Gerade wer zu Unreinheiten neigt, sollte deshalb nicht nur auf die Deckkraft achten, sondern auch auf die Zusammensetzung des Produkts.
Ein hochwertiges Make-up muss nicht teuer sein, aber es sollte auf die Bedürfnisse der eigenen Haut abgestimmt sein. Wer zu trockener Haut neigt, braucht andere Produkte als jemand mit fettiger Haut. Trockene Haut profitiert von feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen, fettige Haut von mattierenden Formulierungen. Wer zu Unreinheiten neigt, sollte auf Produkte achten, die die Poren nicht verstopfen.
Die Erfahrungsberichte anderer Anwenderinnen helfen bei der Einschätzung, wie ein Produkt in der Praxis wirkt. Im Internet finden sich an vielen Stellen Bewertungen, die zeigen, wie ein Make-up auf unterschiedlichen Hauttypen wirkt, wie lange es hält und ob es zu Unreinheiten führt. Diese Berichte ersetzen zwar keinen eigenen Test, geben aber eine gute Orientierung vor dem Kauf.
Ein weiterer Punkt ist die Konsistenz des Produkts. Manche Frauen bevorzugen eine leichte, flüssige Textur, andere mögen eine cremige Konsistenz, die sich gut verteilen lässt. Auch hier hilft es, verschiedene Produkte auszuprobieren und auf das eigene Hautgefühl zu achten. Ein Make-up, das sich morgens angenehm anfühlt, wird auch nach acht Stunden noch angenehm sitzen. Ein Produkt, das bereits beim Auftragen spannt oder glänzt, wird im Laufe des Tages nicht besser.
Allergien und empfindliche Haut: Produkte ohne Duft- und Konservierungsstoffe
Viele Frauen leiden unter Allergien und müssen deshalb auf Make-ups zurückgreifen, die ohne Konservierungsstoffe oder ohne Duftstoffe hergestellt sind. Diese Produkte sind speziell formuliert, um das Risiko von Hautreizungen zu minimieren.
Auch wer keine diagnostizierte Allergie hat, aber empfindliche Haut, profitiert von solchen Produkten. Duftstoffe und Konservierungsstoffe gehören zu den häufigsten Auslösern von Hautreizungen im Kosmetikbereich. Wer darauf verzichtet, reduziert das Risiko von Rötungen, Juckreiz und Pickeln deutlich.
Make-up ohne Tierversuche und Make-up ohne Duftstoffe gibt es oft in speziellen Parfümerien oder im Reformhaus. Diese Produkte sind in der Regel etwas teurer als herkömmliche Make-ups aus der Drogerie. Der Aufpreis ist jedoch gerechtfertigt, wenn das eigene Aussehen und das Wohlbefinden der Haut davon abhängen.
Wichtig ist, vor dem Kauf die Inhaltsstoffliste zu prüfen. Auch Produkte, die als „sensitiv“ oder „hypoallergen“ beworben werden, können im Einzelfall Reizungen auslösen. Die einzige verlässliche Methode ist, das Produkt an einer kleinen Hautstelle zu testen, bevor es im Gesicht angewendet wird. Dafür eignet sich eine Stelle am Unterarm oder hinter dem Ohr. Bleibt die Haut nach 24 Stunden unverändert, spricht das für eine gute Verträglichkeit.
Wer unsicher ist, welche Inhaltsstoffe die eigene Haut verträgt, sollte beim Kauf auf möglichst kurze Inhaltsstofflisten achten. Weniger Inhaltsstoffe bedeuten weniger potenzielle Reizstoffe. Produkte aus dem Reformhaus sind häufig auf diese Weise zusammengesetzt.
Sechs typische Fehler beim Make-up-Kauf
Die Suche nach dem richtigen Make-up scheitert häufig an wiederkehrenden Fehlern. Wer diese Fehler kennt, kann sie vermeiden.
Fehler 1: Nur auf die Deckkraft achten
Hohe Deckkraft klingt verlockend, ist aber nicht immer die richtige Wahl. Ein stark deckendes Make-up wirkt am Tag schnell maskenhaft und belastet die Haut. Für den Alltag reicht meist eine mittlere Deckkraft, die Unebenheiten ausgleicht, ohne die Hautstruktur zu überdecken. Die natürliche Hautbeschaffenheit bleibt sichtbar, und das Gesicht wirkt frischer.
Fehler 2: Den Hauttyp ignorieren
Trockene Haut braucht feuchtigkeitsspendende Formulierungen, fettige Haut braucht mattierende Produkte. Wer den eigenen Hauttyp ignoriert, kauft Produkte, die entweder spannen oder zu schnell glänzen. Die Haut verändert sich zudem im Laufe des Jahres: Im Winter ist sie oft trockener als im Sommer. Wer das berücksichtigt, wählt passendere Produkte.
Fehler 3: Die Inhaltsstoffe nicht prüfen
Wer zu Allergien oder Unreinheiten neigt, sollte die Inhaltsstoffliste lesen. Duftstoffe, Konservierungsstoffe und bestimmte Öle können Reizungen auslösen. Ein günstiger Preis ist kein Grund, auf die Verträglichkeit zu verzichten. Die Inhaltsstoffliste steht auf der Verpackung oder auf der Website des Herstellers und sollte vor dem Kauf geprüft werden.
Fehler 4: Ein Produkt für alle Anlässe verwenden
Das Tages-Make-up und das Abend-Make-up stellen unterschiedliche Anforderungen. Wer nur ein Produkt besitzt, macht entweder am Tag einen zu schweren Eindruck oder am Abend einen zu leichten. Zwei Produkte sind die bessere Lösung: ein leichter Puder für den Alltag und ein deckenderes flüssiges Make-up für besondere Anlässe.
Fehler 5: Den Farbton nicht prüfen
Der Farbton des Make-ups muss zum Hautton passen. Ein zu dunkler oder zu heller Farbton fällt sofort auf. Am besten wird der Farbton am Kiefer oder am Hals getestet, nicht am Handrücken, denn dort ist die Haut heller. Der Farbton, der am Kiefer unsichtbar in die Haut übergeht, ist der richtige.
Fehler 6: Das Make-up nur im künstlichen Licht prüfen
Make-up sollte im Tageslicht geprüft werden, nicht nur im künstlichen Licht des Geschäfts. Im Tageslicht zeigen sich Farbabweichungen und Deckkraft deutlich besser. Wer das Make-up nur unter der Beleuchtung des Ladens betrachtet, erlebt zu Hause oft eine Überraschung. Ein Tipp: Ein kleines Stück des Produkts auf die Hand geben und damit zum Fenster gehen, bevor man sich entscheidet.
Fünf Fragen, die den Einkauf erleichtern
Bevor Sie ein Make-up kaufen, sollten Sie sich fünf Fragen beantworten:
- Für welchen Anlass brauche ich das Make-up? Für den Tag, für den Abend oder für beides?
- Welchen Hauttyp habe ich? Trockene, fettige, Mischhaut oder empfindliche Haut?
- Leide ich unter Allergien oder reagiere ich empfindlich auf Duftstoffe?
- Welche Hautpartien möchte ich abdecken? Das gesamte Gesicht oder nur einzelne Stellen?
- Wie viel Zeit möchte ich für das Auftragen aufwenden?
Die Antworten führen zu unterschiedlichen Produkten:
- Für den Tag: Kompaktpuder mit matter Wirkung, leicht nachzubessern
- Für den Abend: Flüssiges Make-up mit höherer Deckkraft
- Für einzelne Stellen: Concealer für unreine Haut, Pigmentflecken und Rötungen
- Bei Allergien: Make-up ohne Konservierungsstoffe, ohne Duftstoffe und ohne Tierversuche
- Bei empfindlicher Haut: Produkte aus dem Reformhaus oder der speziellen Parfümerie
Diese Einteilung dient als Orientierung. Der persönliche Geschmack spielt immer eine Rolle, und manche Frauen fühlen sich mit einem Produkt wohl, das nach dieser Einteilung nicht die erste Wahl wäre. Entscheidend ist, dass das Produkt zur eigenen Haut passt und sich über den Tag angenehm trägt.
Die wichtigsten Regeln in Kürze
Die Frage nach dem richtigen Make-up hat keine allgemeingültige Antwort. Sie hängt vom Hauttyp, von Allergien, vom persönlichen Stil und vom Anlass ab. Die wichtigsten Regeln für den Kauf:
- Flüssiges Make-up deckt stärker, liegt aber schwerer auf der Haut und verschließt die Poren. Es eignet sich besser für den Abend.
- Kompaktpuder mattiert, wirkt leicht und lässt sich einfach nachbessern. Er ist die bessere Wahl für den Tag.
- Ein Concealer deckt einzelne Hautpartien gezielt ab und kaschiert unreine Haut, Pigmentflecken und Rötungen.
- Die Inhaltsstoffe sind entscheidend. Billige Produkte können Hautreizungen verursachen und für Pickel sorgen.
- Bei Allergien helfen Make-ups ohne Konservierungsstoffe und ohne Duftstoffe. Sie sind in speziellen Parfümerien und im Reformhaus erhältlich.
- Erfahrungsberichte anderer Anwenderinnen geben eine gute Orientierung, bevor man ein neues Produkt kauft.
Wer diese Regeln beachtet, findet schneller ein Make-up, das gut aussieht, angenehm sitzt und die Haut nicht belastet. Der nächste Einkauf wird dadurch einfacher und erfolgreicher.



