Tagescreme ist die Pflege, die du morgens als letzte Hautpflege vor Make-up oder Sonnenschutz aufträgst. Sie versorgt die Haut mit Feuchtigkeit, legt einen Schutzfilm über die Gesichtshaut und bereitet sie auf Kälte, Wind, Heizungsluft, UV-Strahlung und Stadtstaub vor.
Der Unterschied zur Nachtcreme liegt in der Zusammensetzung: Tagescremes sind meist leichter, ziehen schneller ein und enthalten oft einen Lichtschutzfaktor, weil die Haut tagsüber der Sonne ausgesetzt ist. Die richtige Wahl hängt von deinem Hauttyp, der Jahreszeit und deinen persönlichen Ansprüchen ab. Hier erfährst du, worauf du beim Kauf achten solltest, welche Inhaltsstoffe wirklich etwas bringen und wie du die Creme richtig anwendest.
Was eine Tagescreme leisten sollte
Eine gute Tagescreme erfüllt drei Aufgaben gleichzeitig: Sie spendet Feuchtigkeit, schützt die Hautbarriere und bereitet die Haut auf Make-up vor. Feuchtigkeit bindet sie über Inhaltsstoffe wie Glycerin, Hyaluronsäure oder Panthenol, die Wasser in der obersten Hautschicht halten. Die Hautbarriere stärken Fette wie Sheabutter, Squalan oder Ceramide, die dafür sorgen, dass die Haut nicht austrocknet und Reizstoffe nicht eindringen können.
Eine Tagescreme kann Falten oder Alterserscheinungen nicht rückgängig machen. ÖKO-TEST hat dazu eine klare Position: Eine Anti-Aging-Creme hat gegenüber einer einfachen Pflegecreme ohne Wirkversprechen keine nachgewiesenen Vorteile. Das bedeutet nicht, dass du auf Cremes mit Retinol oder Vitamin C verzichten solltest, wenn du sie verträgst. Es heißt nur, dass der Begriff „Anti-Aging“ auf der Verpackung kein Qualitätsmerkmal ist. Entscheidend sind die Inhaltsstoffe und ob sie zu deiner Haut passen.
Die Konsistenz macht den Unterschied zwischen Tag und Nacht. Nachtcremes sind reichhaltiger und fetthaltiger, weil die Haut im Schlaf regeneriert und keine Make-up-Schicht darüber liegt. Tagescremes müssen dagegen schnell einziehen, sonst glänzt das Gesicht oder das Make-up verrutscht. Wenn du morgens nach dem Auftragen das Gefühl hast, die Creme klebt oder bildet einen Film, ist sie für deinen Hauttyp zu reichhaltig.
Die richtige Creme für deinen Hauttyp
Dein Hauttyp bestimmt, welche Textur und welche Inhaltsstoffe für dich funktionieren. Die gute Nachricht: Du musst kein Hautarzt sein, um das herauszufinden. Du erkennst es an deinem eigenen Empfinden und am Zustand deiner Haut.
Trockene Haut fühlt sich nach dem Waschen oft gespannt an, schuppt oder zeigt feine Linien. Sie braucht eine reichhaltige Creme mit Ölen und Fetten wie Sheabutter, Mandelöl oder Ceramiden. Leichte Gel-Cremes reichen hier meist nicht aus. Wenn deine Haut nach dem Auftragen einer Creme gereizt, gerötet oder rau reagiert, signalisiert sie, dass die Pflege reichhaltiger sein darf. Das ist ein direktes Zeichen, auf eine fetthaltigere Formulierung umzusteigen.
Fettige oder Mischhaut glänzt vor allem in der T-Zone, also auf Stirn, Nase und Kinn. Sie braucht eine leichte, ölfreie Creme auf Wasserbasis, oft als Gel oder Fluid. Inhaltsstoffe wie Niacinamid regulieren die Talgproduktion, Hyaluronsäure spendet Feuchtigkeit, ohne zu fetten. Schwere Öle wie Kokosöl solltest du bei fettiger Haut vermeiden, weil sie Poren verstopfen können.
Empfindliche Haut reagiert schnell mit Rötungen, Brennen oder Juckreiz. Sie verträgt am besten Cremes mit wenigen Inhaltsstoffen, ohne Duftstoffe und ohne Alkohol. Beruhigende Substanzen wie Panthenol, Bisabolol oder Aloe Vera lindern Reizungen. Ein Tipp: Teste eine neue Creme zuerst zwei bis drei Tage nur an einer kleinen Stelle am Hals oder hinter dem Ohr, bevor du sie im ganzen Gesicht anwendest.
Normale Haut hat es am einfachsten: Sie verträgt sowohl leichte als auch reichhaltigere Formulierungen. Du kannst nach Jahreszeit wechseln, im Sommer eine leichtere, im Winter eine reichhaltigere Creme verwenden.
Lichtschutzfaktor: Warum SPF in der Tagescreme zählt
Der wichtigste Schutz für die Gesichtshaut am Tag ist der Lichtschutzfaktor, kurz SPF. UV-Strahlung ist der Hauptauslöser für vorzeitige Hautalterung, Pigmentflecken und Hautkrebs. Eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor ersetzt an normalen Tagen die separate Sonnencreme, wenn du nicht stundenlang in der prallen Sonne bist.
Die Stiftung Warentest hat in einem Test von 14 Sonnencremes fürs Gesicht gezeigt, dass auch preisgünstige Produkte zuverlässig schützen, während zwei der teuersten Produkte nicht ausreichend vor UV-Strahlen schützten. Der Preis ist also kein Indikator für die Schutzwirkung. Achte beim Kauf auf die SPF-Angabe und darauf, dass die Creme sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlung schützt. Das erkennst du an der Kennzeichnung „UVA“ im Kreis oder an der Angabe „Breitbandschutz“.
Wenn du eine Tagescreme ohne SPF verwendest, solltest du danach eine separate Sonnencreme auftragen. Das ist besonders im Sommer oder im Skiurlaub wichtig, wenn die UV-Belastung hoch ist. An bewölkten Tagen unterschätzen viele die Sonnenintensität, dabei dringt UV-Strahlung auch durch Wolkendecken.
Was Tests wirklich zeigen
Unabhängige Tests helfen bei der Orientierung, aber du solltest wissen, was sie tatsächlich prüfen. ÖKO-TEST hat im Dezember 2022 insgesamt 44 Gesichtscremes untersucht. Zehn Produkte erhielten die Bestnote, vier fielen durch. Die Notenabzüge gab es vor allem für bedenkliche Konservierungsstoffe, kritische Duftstoffe und problematische UV-Filter. Auch bei teuren Markenprodukten können problematische Inhaltsstoffe stecken, und günstige Cremes aus der Drogerie können sehr gut abschneiden.
Die Stiftung Warentest hat ebenfalls 2022 einen Test mit 14 Gesichtscremes für trockene Haut durchgeführt. Die Frage war, ob teure Markenware besser pflegt als Discounter-Creme. Das Ergebnis: Der Preis sagt nichts über die Pflegeleistung aus. Auch günstige Cremes schnitten gut ab. Allerdings beziehen sich diese Tests auf Gesichtscremes allgemein, nicht speziell auf Tagescremes. Die Ergebnisse sind trotzdem übertragbar, weil die meisten Gesichtscremes für die Anwendung am Tag entwickelt sind.
Ein weiterer Test der Stiftung Warentest beschäftigte sich mit BB-Creams, also getönten Tagespflegen, die Feuchtigkeit spenden, kleine Makel abdecken und oft einen Lichtschutzfaktor enthalten. Nur wenige Produkte schnitten gut ab. Viele BB-Creams konnten weder ausreichend Feuchtigkeit spenden noch kleine Unreinheiten zuverlässig abdecken. Wenn du eine BB-Cream als Tagescreme-Ersatz nutzen willst, prüfe also genau, ob sie deinen Ansprüchen an Pflege und Abdeckung gerecht wird.
Die Tests sind inzwischen einige Jahre alt, und Hersteller ändern ihre Rezepturen regelmäßig. Sie geben dir aber eine gute Orientierung, worauf du achten solltest: Inhaltsstoffliste lesen, auf Duftstoffe und problematische Konservierer verzichten, und nicht blind auf teure Marken vertrauen.
So wendest du Tagescreme richtig an
Die Reihenfolge in deiner Morgenroutine entscheidet darüber, wie gut die Creme wirkt. Nach der Reinigung und einem Gesichtswasser oder Serum trägst du die Tagescreme auf. Etwa eine haselnussgroße Portion reicht für das ganze Gesicht. Zu viel Creme hinterlässt einen Film, zu wenig schützt nicht ausreichend.
Trage die Creme mit den Fingerspitzen auf und verteile sie von der Gesichtsmitte nach außen. Klopfe sie sanft ein, statt zu reiben. Das regt die Durchblutung an und die Creme zieht besser ein. Warte ein bis zwei Minuten, bis die Creme eingezogen ist, bevor du Make-up aufträgst. Sonst kann das Make-up verrutschen oder sich mit der Creme vermischen.
Im Sommer, wenn du viel schwitzt oder ins Wasser gehst, solltest du die Tagescreme mit SPF mittags nachcremen. Eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor schützt nur für eine begrenzte Zeit, und der Schweiß wäscht den Schutz teilweise ab. Für den Alltag im Büro reicht das morgendliche Auftragen meist aus, für lange Tage im Freien brauchst du eine separate Sonnencreme zum Nachcremen.



