Wenn deine Haut spannt, schuppt und an den Fersen feine Risse bildet, fehlt ihr Feuchtigkeit und Fett. Trockene Haut hat eine gestörte Barriere: Sie enthält zu wenige Feuchthaltefaktoren und Lipide, die Wasser in der Haut binden und sie geschmeidig halten. An stark belasteten Stellen wie den Fersen bildet sich dann Hornhaut, die bei zu wenig Elastizität einreißen kann. Diese schmalen, rissartigen Spalten heißen Schrunden und können schmerzhaft sein.

Nahaufnahme einer trockenen Ferse mit feinen Rissen und schuppiger Haut.
Trockene, rissige Ferse – typisches Erscheinungsbild von Schrunden.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Pflege und ein paar Gewohnheiten bekommst du das meist in den Griff. Entscheidend ist, die Haut regelmäßig mit Feuchtigkeit zu versorgen und die Hornhaut sanft zu pflegen. Nur wenn Risse tief sind, bluten oder nicht heilen, solltest du ärztlichen Rat suchen – trockene Haut kann auch ein Symptom einer Grunderkrankung sein.

Warum die Haut reißt

Die Hautbarriere schützt den Körper vor äußeren Einflüssen und verhindert, dass zu viel Feuchtigkeit verdunstet. Bei trockener Haut ist diese Barriere gestört: Es fehlen Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff und Fette, die die oberste Hautschicht zusammenhalten. Die Folge sind Spannungsgefühl, Schuppung und Rötung. An Stellen, die ständig mechanisch belastet werden – vor allem die Fersen – reagiert die Haut mit vermehrter Hornhautbildung. Diese Hornhaut ist eigentlich ein Schutzschild, aber wenn sie zu dick wird und die Haut darunter an Elastizität verliert, reißt sie ein. So entstehen Schrunden.

Die Auslöser sind vielfältig. Kälte und trockene Heizungsluft entziehen der Haut Feuchtigkeit. Häufiges Händewaschen mit Seife greift die Fettschicht an. Enge Schuhe und langes Barfußlaufen im Sommer fördern die Hornhautbildung an den Füßen. Auch innere Faktoren spielen eine Rolle: Bei Neurodermitis zum Beispiel ist die Hautbarriere von Natur aus geschwächt, und trockene Haut gehört zu den typischen Begleiterscheinungen. Wenn deine Haut trotz guter Pflege dauerhaft trocken bleibt oder Risse nicht heilen, kann eine Grunderkrankung dahinterstecken – das sollte ein Arzt abklären.

Hände werden unter fließendem Wasser mit Seife gewaschen.
Häufiges Händewaschen mit Seife entzieht der Haut Fett.

Die richtige Pflege: Was Risse wirklich beruhigt

Der wichtigste Wirkstoff bei rissiger und trockener Haut ist Urea, auch Harnstoff genannt. Urea ist ein Feuchthaltefaktor, der Wasser in der Haut bindet und die Hornschicht geschmeidig hält. In der Basistherapie von Neurodermitis ist Urea fest etabliert, aber auch bei gewöhnlicher trockener Haut und Schrunden ist er die erste Wahl.

Eine Hand hält ein weißes Cremetiegel ohne Beschriftung.
Urea-haltige Cremes sind die erste Wahl bei trockener Haut.

Produkte mit Urea gibt es in unterschiedlichen Konzentrationen. Niedrige Konzentrationen eignen sich für empfindliche Haut und das Gesicht, höhere für stark verhornte Stellen wie die Fersen. Welche Stärke für dich passt, hängt von deiner Haut ab: Beginne mit einer milden Formulierung und steigere die Konzentration, wenn die Haut es verträgt. Ein Kribbeln direkt nach dem Auftragen ist normal, sollte aber nach kurzer Zeit nachlassen. Wenn die Haut stark brennt oder sich rötet, ist die Konzentration zu hoch.

Eine Frau trägt mit dem Finger eine kleine Menge Creme auf ihre Wange auf.
Niedrige Urea-Konzentrationen eignen sich für empfindliche Haut und das Gesicht.

Die Anwendung ist einfach, aber sie braucht Regelmäßigkeit. Creme deine Hände nach jedem Waschen ein, am besten mit einer reichhaltigen Pflege, die neben Urea auch rückfettende Substanzen enthält. Für die Füße nimm dir abends Zeit: Trage die Creme dick auf die Fersen auf und ziehe danach Baumwollsocken an. So kann die Pflege über Nacht einziehen und die Hornhaut wird weicher.

Eine Person cremt ihre Ferse ein und zieht danach eine weiße Baumwollsocke an.
Abends dick eincremen und Baumwollsocken darüberziehen – so wirkt die Pflege über Nacht.

Schrunden an den Fersen: So behandelst du sie

Schrunden entstehen fast immer in verdickter Hornhaut, besonders an der Ferse. Der erste Schritt ist, die Hornhaut sanft zu reduzieren. Weiche deine Füße dafür in lauwarmem Wasser ein und entferne die überschüssige Hornhaut mit einem Bimsstein oder einer Hornhautfeile. Arbeite dabei vorsichtig und in kreisenden Bewegungen – zu viel Druck verursacht neue Risse. Danach trocknest du die Füße gut ab und cremst die Fersen mit einer Urea-haltigen Pflege ein.

Ein Fuß liegt in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser, eine Hand feilt mit einem Bimsstein die Ferse.
Fußbad und sanftes Feilen mit dem Bimsstein entfernen überschüssige Hornhaut.

Wenn die Schrunden bereits tief sind, solltest du die Hornhaut nicht mehr selbst entfernen. Tiefe Risse können Keimen den Weg in die Haut öffnen und sich entzünden. Anzeichen dafür sind Rötung, Schwellung, Wärmegefühl oder Schmerzen. In diesem Fall gehört die Behandlung in ärztliche Hände. Auch wenn ein Riss blutet oder trotz regelmäßiger Pflege nach ein paar Wochen nicht besser wird, ist ein Besuch bei der Hautärztin oder beim Hautarzt sinnvoll.

Vorbeugung: So bleiben Hände und Füße geschmeidig

Rissige Haut lässt sich oft vermeiden, wenn du ein paar Gewohnheiten änderst. Bei den Händen zählt vor allem der Schutz vor Austrocknung: Trage beim Abwaschen und Putzen Handschuhe, wasche sie mit lauwarmem statt heißem Wasser und trockne sie sanft ab, ohne zu rubbeln. Eine Handcreme in der Tasche oder auf dem Schreibtisch erinnert dich daran, zwischendurch nachzulegen.

Hände mit gelben Gummihandschuhen spülen Geschirr unter Wasser.
Handschuhe beim Abwaschen schützen die Haut vor Austrocknung.

Bei den Füßen geht es darum, die Hornhautbildung in Grenzen zu halten. Bequeme Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen verhindern Druckstellen. Atmungsaktive Socken aus Baumwolle oder Wolle reduzieren Feuchtigkeit und Reibung. Wenn du im Sommer gern barfuß läufst, gönn deinen Füßen danach eine reichhaltige Pflege. Und plane einmal pro Woche eine kleine Fußpflege ein: ein kurzes Fußbad, sanftes Feilen und Eincremen halten die Haut geschmeidig, bevor Risse entstehen.

Ein Paar bequeme Lederschuhe und daneben ein Paar weiße Baumwollsocken auf dem Boden.
Bequeme Schuhe und atmungsaktive Socken beugen Druckstellen und Feuchtigkeit vor.

Wann du zum Arzt gehen solltest

Die meisten Fälle von rissiger Haut lassen sich mit der richtigen Pflege selbst behandeln. Es gibt aber Situationen, in denen du ärztlichen Rat einholen solltest. Das gilt, wenn Risse tief sind, bluten oder sich entzünden. Auch wenn die Haut trotz konsequenter Pflege über Wochen nicht besser wird, ist eine Abklärung sinnvoll. Trockene Haut kann ein Symptom für eine Grunderkrankung sein, etwa eine Hauterkrankung wie Neurodermitis. Ein Arzt kann die Ursache feststellen und eine passende Behandlung empfehlen. Zögere nicht, bei Unsicherheit frühzeitig zu fragen – je früher die Ursache geklärt ist, desto schneller bekommst du die passende Hilfe.

Eine Ärztin untersucht die Hand einer Patientin mit einer Lupe.
Bei tiefen, entzündeten oder nicht heilenden Rissen ist ärztlicher Rat wichtig.