Du gehst ins Solarium, weil du eine gleichmäßige Bräune möchtest, ohne auf den Sommer zu warten. Doch die UV-Strahlung in Sonnenstudios ist keine harmlose Alternative zur Sonne: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft UV-Strahlung aus Solarien als krebserregend für den Menschen ein, in derselben höchsten Kategorie wie Tabakrauch und Asbest.

Eine Person liegt in einer Sonnenbank unter UV-Lampen.
Solarium: UV-Strahlung auf höchstem Niveau.

Wer bereits in jungen Jahren regelmäßig ins Solarium geht, verdoppelt nachweislich sein Risiko für schwarzen Hautkrebs. Das heißt nicht, dass du auf Bräune verzichten musst, wenn du dich bewusst entscheidest. Aber es heißt: Wer die Risiken kennt und die Haut gezielt vorbereitet, pflegt und die Besonnung begrenzt, kann Schäden zumindest reduzieren. Dieser Beitrag zeigt dir, welche Schutzmaßnahmen wirklich etwas bringen und worauf du achten solltest, wenn du trotz der Warnungen ins Solarium gehst.

Was dich im Solarium erwartet: UV-Index 12

Die Bestrahlungsstärke eines Solariums entspricht in der Regel der Intensität der Äquatorsonne mittags bei wolkenlosem Himmel, wenn die Sonne senkrecht steht. Bei dieser Intensität empfiehlt die WHO, sich der UV-Strahlung gar nicht erst auszusetzen. Deine Haut bekommt in wenigen Minuten eine Dosis, für die du am Mittelmeer eine halbe Stunde in der prallen Sonne liegen müsstest.

Diese Zahl erklärt, warum die üblichen Schutzregeln für Solarien so streng sind: Die Besonnungsdauer wird nach Hauttyp berechnet, nicht nach Gefühl. Ein Gerät mit hoher Leistung kann bei heller Haut schon nach fünf Minuten zu Sonnenbrand führen, auch wenn du nichts spürst. Die Rötung zeigt sich erst Stunden später.

Nahaufnahme eines Timers an einem Sonnenbank-Gerät, auf dem Minuten angezeigt werden.
Die Zeit ist der wichtigste Schutzfaktor.

Deinen Hauttyp kennen: Die Grundlage jeder Entscheidung

Bevor du überhaupt ein Gerät wählst, musst du wissen, welchen Hauttyp du hast. Die Einteilung nach Fitzpatrick unterscheidet sechs Typen, von sehr heller Haut, die immer brennt und nie bräunt, bis zu sehr dunkler Haut, die kaum brennt. In deutschen Sonnenstudios wirst du zu Beginn nach deinem Hauttyp gefragt und bekommst eine Empfehlung für Gerät und Dauer.

Eine Beraterin zeigt einem Kunden eine Fitzpatrick-Hauttypentabelle in einem Solarium.
Hauttyp bestimmen: Grundlage für die sichere Besonnung.

Ein Beispiel: Hauttyp II (helle Haut, blaue Augen, oft Sommersprossen) verträgt im Solarium nur eine kurze Anfangszeit von etwa vier bis sechs Minuten pro Sitzung, und das nur zwei- bis dreimal pro Woche. Hauttyp IV (olivfarbene Haut, dunkle Haare) kann mit acht bis zwölf Minuten starten. Wer diese Grenzen ignoriert, riskiert nicht nur Sonnenbrand, sondern auch langfristige Schäden, die sich erst Jahre später als Hautveränderungen zeigen.

Zwei Unterarme mit unterschiedlichen Hauttönen nebeneinander, im Hintergrund eine Uhr.
Hauttyp II vs. IV: unterschiedliche Besonnungszeiten.

Vorbereitung am Vorabend: Peeling und Pflege

Die Bräune wird gleichmäßiger, wenn du die Haut am Abend vor dem Solariumbesuch sanft peelingst. Ein Peeling entfernt überschüssige Hautschüppchen, sodass die UV-Strahlung auf eine glatte Oberfläche trifft und die Melaninproduktion gleichmäßiger anregt. Verwende ein mildes Körperpeeling, keine aggressiven Körnungen, besonders an Gesicht, Hals und Dekolleté.

Eine Person schrubbt mit einem milden Körperpeeling ihren Arm in der Dusche.
Sanftes Peeling am Vorabend: Grundlage für eine gleichmäßige Bräune.

Danach solltest du die Haut mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion eincremen. Trockene Haut reflektiert die UV-Strahlung ungleichmäßig und neigt schneller zu Rötungen. Eine gut durchfeuchtete Haut bräunt nicht nur gleichmäßiger, sie erholt sich auch schneller von der Belastung.

Eine Person cremt ihren Unterarm mit einer Feuchtigkeitslotion ein.
Feuchtigkeitsspendende Lotion nach dem Peeling.

Am Tag des Solariumbesuchs selbst kannst du eine Pre-Sun-Creme oder -Lotion auftragen. Diese Produkte bereiten die Haut auf die Bräune vor, indem sie Feuchtigkeit spenden und die Durchblutung anregen. Sie ersetzen keinen Sonnenschutz, aber sie verbessern das Ergebnis.

Eine Person trägt eine Pre-Sun-Lotion auf ihrer Schulter auf.
Pre-Sun-Pflege: bereitet die Haut auf die Bräune vor.

Während der Besonnung: Grenzen setzen

Im Solarium selbst gibt es keine Sonnencreme, die du auftragen solltest, denn ein Lichtschutzfaktor würde die Bräunung blockieren. Stattdessen halte dich exakt an die empfohlene Dauer für deinen Hauttyp und steigere sie langsam. Eine Sitzung pro Woche reicht, um die Bräune zu erhalten. Häufiger bringt keinen zusätzlichen Effekt, erhöht aber die Schädigung.

Achte auf die Hinweise des Studios: Jedes Gerät hat eine maximale Besonnungszeit, die nicht überschritten werden darf. Wenn du Medikamente einnimmst, die lichtempfindlich machen (etwa bestimmte Antibiotika oder Aknemittel), frag vorher deinen Arzt. Auch frische Narben, Muttermale oder Hautirritationen solltest du abkleben oder die Stelle aussparen.

Nach der Besonnung: After-Sun-Pflege, die die Bräune verlängert

Direkt nach dem Solariumbesuch ist die Haut gestresst und ausgetrocknet. Eine hochwertige After-Sun-Lotion mit Aloe Vera oder Panthenol kühlt, spendet Feuchtigkeit und beruhigt die Haut. Das verlängert nicht nur die Haltbarkeit der Bräune, sondern reduziert auch das Abschälen, das nach zu intensiver Besonnung auftritt.

Eine Person trägt kühlende After-Sun-Lotion auf ihrem Arm auf.
After-Sun-Pflege: beruhigt und spendet Feuchtigkeit.

Trage die After-Sun-Pflege am besten innerhalb der ersten Stunde nach dem Solarium auf und wiederhole das Eincremen am Abend. Die Bräune entsteht nicht sofort, sondern entwickelt sich über einen Zeitraum von einigen Tagen. In dieser Zeit solltest du die Haut nicht erneut bestrahlen, sonst riskierst du einen Sonnenbrand, der die gesamte Bräune wieder zunichtemacht.

Sonnenschutz im Alltag: Auch nach dem Solarium

Viele Solariumbesucher denken, die künstliche Bräune schütze sie vor der Sonne. Das ist ein Irrtum. Eine Bräune entspricht nur einem Lichtschutzfaktor von etwa zwei bis vier, also kaum einem Schutz. Wenn du nach dem Solarium nach draußen gehst, brauchst du weiterhin Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor.

Eine Person trägt im Freien Sonnencreme auf ihrem Arm auf.
Auch mit Bräune: Sonnenschutz im Alltag nicht vergessen.

Im Hochsommer solltest du die Sonne zwischen 11 und 15 Uhr ganz meiden. Wenn du dich doch in die Sonne legst, erneuere den Lichtschutz mehrmals täglich und besonders nach dem Baden. Bereits nach 20 Minuten im Wasser beträgt der Schutz weniger als 50 Prozent der ursprünglichen Wirkung. Eine Sonnencreme, die als wasserfest gekennzeichnet ist, muss nach einem zwanzigminütigen Bad noch 50 Prozent ihrer Schutzkraft aufweisen, aber auch sie hält nicht den ganzen Tag.

Die ehrliche Einordnung: Warum Schutz nicht alles ist

Alle diese Maßnahmen reduzieren die Schäden, aber sie heben sie nicht auf. Die WHO-Einstufung und die Studienlage sind eindeutig: Jede Nutzung eines Solariums verursacht gesundheitliche Schäden, auch wenn sie nicht sofort sichtbar sind. Die UV-Strahlung schädigt die DNA der Hautzellen, und diese Schäden summieren sich über die Jahre.

Wenn du also überlegst, ob du ins Solarium gehen sollst, wiege die Vorteile gegen die Risiken ab. Eine Bräune aus der Tube, etwa mit Selbstbräunern, ist die einzige wirklich sichere Alternative. Sie schützt zwar nicht vor Sonnenbrand, aber sie verursacht keinen Hautkrebs. Wer trotzdem das Solarium nutzt, sollte die Besuche auf ein Minimum beschränken, den Hauttyp respektieren und die Haut mit der beschriebenen Pflege unterstützen.