Die feinen, bläulich-roten Äderchen an den Oberschenkeln, in den Kniekehlen oder an den Waden kennst du wahrscheinlich als Besenreiser. Medizinisch gehören sie zu den Teleangiektasien: erweiterte Blutgefäße direkt unter der Haut, in denen das Blut langsamer fließt und sich staut. Typisch ist, dass sich die Äderchen kurz wegdrücken lassen und sich sofort wieder mit Blut füllen. Sie sind harmlos, aber für viele ein ästhetisches Problem.

Die gute Nachricht: Moderne Verfahren entfernen sie zuverlässig. Die Verödung gilt bei Fachärzten als Methode der Wahl, Laserbehandlungen sind eine gute Ergänzung für bestimmte Fälle. Welche Behandlung zu dir passt, hängt von Größe, Lage und Anzahl der Gefäße ab – und davon, was du an Zeit und Geduld mitbringst.
Was Besenreiser von Krampfadern unterscheidet
Bevor du über eine Behandlung nachdenkst, solltest du wissen, womit du es genau zu tun hast. Besenreiser sind feine, oberflächliche Gefäße mit einem Durchmesser von meist unter einem Millimeter. Echte Krampfadern (Varizen) sind deutlich größer, oft geschlängelt und treten an der Hautoberfläche hervor. Sie können Schmerzen, Schweregefühl oder Schwellungen verursachen und sollten immer ärztlich abgeklärt werden, weil sie auf eine Venenschwäche hindeuten.

Besenreiser selbst sind in der Regel ein kosmetisches Thema. Sie beginnen häufig ab dem 30. Lebensjahr sichtbar zu werden. Wenn bei Kindern oder Jugendlichen feine Gefäßzeichnungen auftreten, gehört das immer in ärztliche Hände, weil eine andere Gefäßerkrankung dahinterstecken kann. Auch bei Erwachsenen empfiehlt sich vor der ersten Behandlung eine Untersuchung per Ultraschall, um auszuschließen, dass größere Venen betroffen sind, die mitbehandelt werden müssen.

Die Verödung: bewährter Standard mit klaren Ergebnissen
Bei der Sklerotherapie – so der Fachbegriff – spritzt der Arzt eine Flüssigkeit oder einen Schaum direkt in das betroffene Gefäß. Die Lösung reizt die Gefäßwand so, dass sie verklebt und sich das Gefäß verschließt. Der Körper baut das verödete Gefäß in den folgenden Wochen ab, die Haut glättet sich. Die Behandlung wird in nationalen und internationalen Leitlinien als Methode der Wahl bei Besenreisern und retikulären Varizen beschrieben, also bei den mittelgroßen, netzartigen Venen unter der Haut.

Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigt für die Schaum-Sklerotherapie bei Stammvarizen – den großen, tiefen Krampfadern – einen Langzeiterfolg von über 90 Prozent. Diese Zahl lässt sich nicht direkt auf Besenreiser übertragen, weil die Gefäße dort kleiner und die Behandlungsbedingungen anders sind. Sie zeigt aber, wie wirksam das Prinzip ist, wenn die Indikation stimmt.
Eine Sitzung dauert je nach Anzahl der Gefäße unterschiedlich lang. Bei vielen oder sehr feinen Äderchen sind mehrere Termine nötig, oft zwei bis vier im Abstand von einigen Wochen. Nach der Behandlung trägst du für einige Tage Kompressionsstrümpfe, die den Druck auf die verödete Vene erhöhen und das Verkleben unterstützen.
Laser: die Alternative für feine Äderchen und Gesicht
Die Lasertherapie eignet sich besonders für sehr feine Besenreiser und für Gefäße im Gesicht, die man als Couperose bezeichnet. Der Laser erhitzt das Blut im Gefäß so stark, dass die Gefäßwand verschließt. Der Körper baut auch hier das Gefäß ab. Der große Vorteil: keine Nadeln, keine Verödungsflüssigkeit, keine Kompressionsstrümpfe. Der Nachteil: Bei größeren oder kräftigeren Besenreisern ist der Laser oft weniger wirksam als die Verödung, und es sind meist mehrere Sitzungen nötig.

Manche Praxen kombinieren beide Verfahren: gröbere Gefäße werden verödet, sehr feine Ausläufer und Reste danach mit dem Laser behandelt. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn ein Gefäßnetz aus unterschiedlich dicken Äderchen besteht, wie es an den Oberschenkeln häufig vorkommt.

Entscheidungshilfe: Verödung oder Laser?
Die Wahl hängt von drei Fragen ab: Wie dick sind die Gefäße? Wo liegen sie? Wie viel Zeit hast du?
- Sehr feine, rötliche Äderchen an den Beinen, oft in Gruppen: Laser oder Verödung, je nach Vorliebe der Praxis.
- Mittelgroße, bläuliche Gefäße und netzartige Venen: Verödung ist hier die wirksamere Methode.
- Gefäße im Gesicht: Laser, weil die Haut dort dünner ist und Verödung eher Narben oder Pigmentstörungen hinterlassen kann.
- Viele Gefäße über größere Flächen: Verödung, weil sie pro Sitzung mehr Gefäße erfasst.
Lass dich in der Praxis beraten, welche Kombination für dein Gefäßbild sinnvoll ist. Ein guter Phlebologe oder eine gute Phlebologin – also eine Fachperson für Venenerkrankungen – macht vor der Behandlung einen Ultraschall und zeigt dir anhand deiner Beine, was realistisch ist.
Was die Behandlung kostet und wer sie zahlt
Besenreiserbehandlungen gelten als ästhetische Eingriffe. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten in der Regel nicht, wenn keine Begleiterkrankung wie eine Venenschwäche vorliegt. Anders sieht es aus, wenn gleichzeitig Krampfadern behandelt werden müssen, die Beschwerden verursachen – dann kann die Verödung Teil der Kassenleistung sein. Kläre das vor dem ersten Termin mit deiner Krankenkasse und der Praxis ab.
Die Preise für eine Sitzung variieren stark. Sie hängen von der Anzahl der Gefäße, der Methode und der Region ab. Seriöse Praxen nennen dir nach der Untersuchung einen Kostenvoranschlag, bevor sie behandeln. Frage gezielt nach, wie viele Sitzungen du voraussichtlich brauchst und was passiert, wenn ein Gefäß nicht vollständig verschließt. Manche Praxen berechnen Nachbehandlungen günstiger oder inklusive.
Nachsorge: Das kannst du selbst für ein gutes Ergebnis tun
Der Behandlungserfolg hängt nicht nur von der Praxis ab, sondern auch von deinem Verhalten danach. Direkt nach der Verödung solltest du dich bewegen, aber nicht sportlich belasten. Spazierengehen fördert den Blutfluss und hilft, dass sich die verödete Vene sauber verschließt. Sonne, Sauna und heiße Bäder sind in den ersten Wochen tabu, weil Wärme die Gefäße erweitert und die behandelten Stellen stärker pigmentieren können.

Kompressionsstrümpfe sind nach der Verödung Pflicht, auch wenn sie lästig sind. Trage sie so lange, wie es die Praxis empfiehlt, meist einige Tage bis zwei Wochen. Nach der Laserbehandlung entfällt das, dafür solltest du die behandelten Stellen konsequent mit hohem Lichtschutzfaktor eincremen, um Pigmentflecken zu vermeiden.

Vorbeugen: Was du langfristig tun kannst
Besenreiser entstehen durch eine Bindegewebsschwäche, die teils vererbt ist. Vollständig verhindern lässt sich das nicht, aber du kannst den Druck auf deine Venen reduzieren. Wechselduschen und regelmäßige Bewegung – vor allem Gehen, Radfahren und Schwimmen – trainieren die Venenpumpen in den Waden. Langes Stehen und Sitzen solltest du unterbrechen, indem du zwischendurch aufstehst, die Füße kreist oder die Beine hochlegst.

Wenn du zu Besenreisern neigst, helfen Kompressionsstrümpfe im Alltag, die Entstehung neuer Gefäße zu verzögern. Sie sind heute in hautfarbenen und modischen Varianten erhältlich und nicht mehr als Oma-Strümpfe erkennbar. Auch ein gesundes Gewicht entlastet die Venen, weil jedes Kilo mehr den Druck in den Beinen erhöht.


