Wenn du dich für Profi-Schminke interessierst, stößt du schnell auf den Namen Grimas. Die Marke beliefert seit Jahrzehnten Theater, Film- und Fernsehproduktionen mit Make-up, das unter Scheinwerferlicht hält. Wer privat mit Theater-Make-up arbeiten möchte, steht vor der Frage, welche Produkte für welchen Zweck gedacht sind und wie sie richtig aufgetragen werden.

Der wichtigste Unterschied bei Grimas steckt in der Basis der Produkte. Es gibt Creme-Make-up auf Fettbasis und Cake-Make-up auf Wasserbasis. Beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Creme-Make-up deckt stark, pflegt trockene Haut und eignet sich auch für den Alltag. Cake-Make-up wird mit Wasser aktiviert, hält Schweiß und Scheinwerferhitze stand und gehört auf die Bühne. Die Wahl der richtigen Produktbasis entscheidet darüber, ob das Ergebnis natürlich aussieht oder sich nach wenigen Stunden absetzt.

Du erfährst, wie du Grimas-Produkte Schritt für Schritt anwendest, welche Techniken auf der Bühne wirklich etwas bringen und wie du die Produkte nach der Vorstellung wieder sauber von der Haut bekommst.

Creme-Make-up und Cake-Make-up: der Grundunterschied

Bevor du dich in Anwendungstechniken stürzt, solltest du die zwei großen Produktfamilien voneinander unterscheiden können. Creme-Make-up besteht aus einer fettigen Grundlage. Dadurch gleitet es leicht über die Haut, deckt Unebenheiten ab und spendet Feuchtigkeit. Menschen mit trockener Haut greifen auch im Alltag zu dieser Variante, weil sie die Haut nicht zusätzlich austrocknet. Auf der Bühne hat Creme-Make-up jedoch einen Nachteil: Bei großer Hitze unter Scheinwerfern kann es verlaufen.

Cake-Make-up arbeitet anders. Die feste, trockene Masse wird erst durch Wasser oder einen feuchten Schwamm aktiviert. Dabei entsteht eine gleichmäßige Schicht, die nach dem Trocknen sehr stabil sitzt. Schweiß und Wärme machen ihr weniger aus, weshalb Cake-Make-up bei Shows, Musicals und intensiven Bühnenszenen die erste Wahl ist. Der Preis für diese Stabilität: Die Haut kann darunter schneller spannen, wenn du sie nicht vorher gut pflegst.

Ein einfacher Merksatz hilft bei der Entscheidung: Creme für trockene Haut und präzises Modellieren, Cake für langes Stehen unter heißen Bühnenlichtern.

Die Haut wird vor der Schminke vorbereitet

Theater-Make-up hält nur so gut, wie die Haut darunter vorbereitet ist. Beginne mit einer gründlichen Reinigung, damit keine Reste von Pflegeprodukten oder altem Make-up zwischen Haut und Schminke liegen. Danach kommt eine Feuchtigkeitscreme auf das Gesicht, die gut einzieht. Warte ein paar Minuten, bis die Creme aufgesogen ist, bevor du die erste Schicht Schminke aufträgst. Eine fettige Creme direkt unter Creme-Make-up ist ideal, weil beide auf Fettbasis arbeiten. Unter Cake-Make-up wählst du eine leichtere Creme, die keine ölige Schicht hinterlässt, sonst rutscht die wasseraktivierte Schminke.

Für die Bühnenarbeit eignet sich außerdem ein Primer: Er glättet die Poren optisch und gibt der Schminke zusätzlichen Halt. Achte darauf, dass Primer und Make-up dieselbe Basis haben: Wasserbasiertes Cake-Make-up verträgt sich nicht mit einem sehr öligen Primer.

Creme-Make-up richtig auftragen

Creme-Make-up arbeitest du am besten mit den Fingern oder einem leicht angefeuchteten Make-up-Schwamm ein. Die Finger erwärmen die Creme, wodurch sie geschmeidiger wird und sich dünner verteilen lässt. Nimm eine kleine Menge auf den Handrücken und arbeite von der Gesichtsmitte nach außen, damit am Haaransatz und am Kiefer keine sichtbaren Kanten entstehen.

Wenn du eine starke Deckkraft für die Bühne brauchst, arbeite in zwei dünnen Schichten statt einer dicken. Die erste Schicht verteilst du gleichmäßig, die zweite setzt du gezielt an Stellen, die mehr Deckkraft brauchen. Ein häufiger Fehler bei Creme-Make-up ist das großzügige Auftragen auf der ganzen Fläche: Im Alltag sieht das maskenhaft aus, auf der Bühne verstopft es die Poren und fühlt sich schwer an.

Für das Modellieren des Gesichts eignet sich Creme-Make-up besonders gut. Weil es noch nicht getrocknet ist, kannst du Konturen mit einem flachen Pinsel verwischen und weiche Übergänge schaffen. Dunklere Töne setzt du unter die Wangenknochen, an die Schläfen und entlang der Nasenflanken, hellere Töne auf die Wangenknochen, den Nasenrücken und über der Oberlippe.

Cake-Make-up: Mit Wasser auf die Bühne

Cake-Make-up braucht etwas Übung, weil der Auftrag anders funktioniert als bei flüssiger oder cremiger Schminke. Nimm einen feuchten Schwamm oder einen feuchten Pinsel und führe ihn über die trockene Cake-Masse. Dabei löst sich Farbe und lässt sich in gleichmäßigen Strichen auf dem Gesicht verteilen. Der Schwamm sollte nicht tropfnass sein, sondern nur gut angefeuchtet. Zu viel Wasser verdünnt die Farbe und macht die Deckkraft ungleichmäßig.

Arbeite auch hier in dünnen Schichten. Die erste Schicht wirkt zunächst deckend, aber noch nicht vollständig. Nach kurzer Trockenzeit trägst du die zweite Schicht auf und erreichst damit den vollen Theater-Look. Wenn du eine Stelle übersehen hast, kannst du sie später nur schwer korrigieren, weil bereits getrocknete Bereiche die neue Farbe nicht mehr gut annehmen. Plane also genug Zeit ein und arbeite systematisch von oben nach unten.

Ein praktischer Vorteil von Cake-Make-up: Du kannst die Deckkraft selbst dosieren. Mit einer feuchten Schicht entsteht ein naturalistischeres Ergebnis für TV-Aufnahmen, mit zwei bis drei Schichten ein kräftiger Bühnenlook, der auch aus der letzten Reihe noch funktioniert.

Mit Puder die Schminke fixieren

Creme-Make-up und Cake-Make-up brauchen nach dem Auftrag Puder zum Fixieren, damit sie an Ort und Stelle bleiben. Vor allem fettbasiertes Creme-Make-up ohne Puder setzt sich sonst in Falten ab und beginnt zu glänzen. Trage den Puder mit einem großen, weichen Pinsel auf und klopfe überschüssiges Produkt vorher ab. Für die Bühne empfiehlt sich ein transparenter Puder, der die Farbe nicht verändert.

Ein transparenter Puder ist auch für Cake-Make-up die richtige Wahl, weil er die wasserbasierte Schicht mattiert, ohne den Farbton zu verschieben. Auf der Bühne kannst du nach dem Auftrag noch einmal mit einem feuchten Schwamm über die Wangen gehen, wenn du einen intensiveren Farbeffekt möchtest, und das Ganze erneut mit Puder fixieren.

Für sehr lange Vorstellungen hilft ein Fixier-Spray als letzter Schritt. Das Spray verbindet die Puderschicht mit dem Make-up darunter und hält alles zusammen. Halte das Spray in ausreichendem Abstand und schließe beim Sprühen die Augen, bis der Nebel sich gesetzt hat.

Nach der Vorstellung: Richtig abschminken

Theater-Make-up sitzt absichtlich fest, und genau das macht das Abschminken zu einer eigenen Aufgabe. Fettbasiertes Creme-Make-up löst du mit einem ölhaltigen Reiniger oder einem speziellen Abschminkprodukt für Theater-Make-up. Normale Gesichtsreinigung reicht bei dicken Schichten oft nicht aus. Trage den Reiniger großzügig auf, massiere ihn sanft ein und wische alles mit einem weichen Tuch oder Wattepad ab.

Cake-Make-up hingegen löst sich besser mit Wasser und einem Reiniger, der keine fettige Rückstände hinterlässt. Nimm ein warmes, feuchtes Tuch und lege es kurz auf das Gesicht, damit sich die Schicht löst. Danach reinigst du gründlich und spülst alles mit klarem Wasser ab.

Nach dem Abschminken gehört eine reichhaltige Pflegecreme dazu. Creme-Make-up entzieht der Haut Feuchtigkeit, Cake-Make-up kann die Haut zusätzlich spannen lassen. Eine Nachtcreme oder ein beruhigendes Serum unterstützt die Haut dabei, sich zu regenerieren. Besonders wenn du mehrere Vorstellungen in Folge hast, sollte die Pflegeroutine fest eingeplant sein, damit die Haut zwischen den Auftritten Zeit zur Erholung hat.

Die richtige Produktwahl treffen

Ob du zu Creme- oder Cake-Make-up greifst, hängt von deiner Haut und deinem Einsatz ab. Bei trockener Haut und empfindlicher Gesichtshaut ist Creme-Make-up die sanftere Wahl, weil es Fett und Feuchtigkeit spendet. Creme-Make-up lässt sich gut für den Alltag, für Foto-Shootings und für längere Dreharbeiten mit natürlichem Look einsetzen. Cake-Make-up, das mit Wasser aktiviert wird und Schweiß besser übersteht, ist dagegen die Wahl für die Bühne, körperliche Szenen und heiße Räume.

Wenn du unsicher bist, starte mit einer kleinen Farbauswahl aus zwei bis drei Tönen, die zu deinem Hautton passen. Du kannst verschiedene Nuancen mischen, um deinen exakten Farbton zu treffen. Creme-Make-up lässt sich dafür direkt auf dem Handrücken anmischen, Cake-Make-up mischst du auf einem Teller oder einer Palette mit etwas Wasser an.

Für besondere Effekte wie Narben, Wunden oder Alterung brauchst du zusätzlich spezielle Produkte aus dem FX-Bereich, etwa Wachs oder flüssiges Latex. Diese Materialien verändern die Oberflächenstruktur der Haut und erfordern eigenes Üben. Beginne mit einfachen Übungen auf dem Handrücken, bevor du dich an das Gesicht wagst.