Unreine Haut entsteht meist dort, wo Poren verstopfen. Make-up, Schweiß und Hautfette sammeln sich im Laufe des Tages auf deiner Gesichtshaut. Bleiben sie liegen, verstopfen die Poren und Bakterien finden ideale Bedingungen, sich zu vermehren. Die Folge sind Mitesser, Pickel und Entzündungen.
Der Weg zu reiner Haut führt über zwei Bausteine: eine konsequente Reinigung am Abend und eine Ernährung, die Entzündungen im Körper niedrig hält. Dazu kommt die Wahl von Pflegeprodukten, deren Wirksamkeit nachweisbar ist. Der Preis einer Creme sagt dabei weniger aus als die Frage, ob hinter dem Produkt wissenschaftliche Daten stehen.
Reinigung am Abend: Make-up, Schweiß und Fette müssen weg
Reinige dein Gesicht jeden Abend gründlich, auch wenn du kein Make-up getragen hast. Schweiß und Hautfette reichen aus, um Poren zu verstopfen. Eine Reinigung nur mit Wasser, die sogenannte Katzenwäsche, entfernt diese Fette nicht. Wasser allein löst fettige Rückstände kaum.
Greif stattdessen zu einer sanften Reinigungsmilch. Sie enthält fettlösende Stoffe, die Make-up, Talg und Schmutz von der Hautoberfläche lösen. Nach dem Auftragen spülst du die Milch mit klarem Wasser ab. Verreibe die Reinigungsmilch in den Handflächen, verteile sie sanft auf dem trockenen Gesicht und spüle sie mit lauwarmem Wasser ab.
Nach der Reinigung kommt das Gesichtswasser, auch Toner genannt. Es unterstützt die Wiederherstellung des Säureschutzmantels der Haut. Der Säureschutzmantel ist eine dünne Schutzschicht auf der Hautoberfläche, die Bakterien abwehrt und die Haut vor dem Austrocknen bewahrt. Das Gesichtswasser entfernt außerdem letzte Rückstände von Reinigungsmilch und Make-up. Trage es am besten mit einem Wattepad auf und tupfe das Gesicht damit ab, statt zu reiben.
Die Abendroutine in drei Schritten
Eine klare Reihenfolge macht die Reinigung zur Gewohnheit:
- Reinigungsmilch mit fettlösenden Stoffen auf das trockene Gesicht auftragen und sanft einmassieren.
- Mit lauwarmem Wasser gründlich abspülen, bis keine Milchreste mehr zu sehen sind.
- Gesichtswasser mit einem Wattepad auftragen und einwirken lassen.
Die Routine dauert nicht länger als fünf Minuten, bringt aber mehr als jede teure Creme, wenn du sie täglich durchhältst.
Essen gegen Entzündungen: Was auf den Teller kommt
Hautpflege beginnt nicht erst am Waschbecken, sondern auch am Esstisch. Viel Obst und Gemüse liefern dem Körper Spurenmineralien, Vitamine und Antioxidantien, die gesunde Haut braucht. Antioxidantien sind Stoffe, die schädliche freie Radikale abfangen und Zellen schützen.
Eine antientzündliche Ernährung setzt auf viel Gemüse, etwas zuckerarmes Obst, hochwertige Pflanzenöle, wenig Fleisch und gelegentlich Fisch. Diese Kombination kann helfen, Hautentzündungen einzudämmen. Zuckerarmes Obst bedeutet: Beeren, Äpfel oder Zitrusfrüchte statt sehr süßer Sorten in großen Mengen.
Besonders wichtig sind Omega-3-Fettsäuren. Eine Studie zeigt eine positive Wirkung auf das Hautbild bei Akne, wenn diese Fettsäuren zugeführt werden. Omega-3-Fettsäuren findest du in Leinöl, Nüssen, Samen und fetten Meeresfischen wie Lachs, Hering oder Makrele. Ein Esslöffel Leinöl im Salatdressing oder eine Handvoll Walnüsse als Snack bringt bereits Omega-3-Fettsäuren in deinen Alltag.
Ballaststoffe: So hilft der Darm deiner Haut
Der Darm und die Haut stehen über das Immunsystem in Verbindung, und ein gesundes Darm-Mikrobiom wirkt Entzündungen im Körper entgegen. Das Mikrobiom, die Gemeinschaft aus Bakterien und anderen Mikroorganismen im Darm, wird von Ballaststoffen unterstützt, die den nützlichen Bakterien als Nahrung dienen.
Ballaststoffe stecken in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse und Obst. Wer täglich eine Portion Haferflocken, Linsen oder Vollkornbrot isst, versorgt die Darmbakterien mit dem, was sie brauchen. Die Forschung zu Ballaststoffen und Hautbild ist noch nicht abgeschlossen, aber die entzündungshemmende Wirkung eines gesunden Darms ist gut belegt.
Pflege mit belegter Wirkung wählen
Bei der Auswahl von Pflegeprodukten zählt nicht der Preis oder die schöne Verpackung. Prof. Dr. Claudia Borelli, Leiterin der Einheit für Ästhetische Dermatologie und Laser an der Tübinger Universitäts-Hautklinik, sagt: Entscheidend ist, dass hinter den Produkten wissenschaftliche Daten stehen, die die Wirksamkeit belegen. Das ist häufig bei größeren Firmen oder von Dermatologen empfohlenen Dermokosmetika der Fall.
Dermokosmetika sind Pflegeprodukte, die speziell für Hautprobleme entwickelt und oft in dermatologischen Praxen empfohlen werden. Sie enthalten Wirkstoffe in Konzentrationen, die in Studien getestet wurden.
Borelli rät, nicht zu viele verschiedene Inhaltsstoffe gleichzeitig in der Pflegeroutine zu verwenden. Wer morgens und abends jeweils zehn verschiedene Seren aufträgt, überfordert die Haut. Eine überschaubare Routine mit wenigen, gut belegten Wirkstoffen wirkt zuverlässiger.
Ein gut erforschter Wirkstoff ist Vitamin C. Es unterstützt den Kollagenaufbau in der Haut. Kollagen ist ein Strukturprotein, das der Haut Festigkeit gibt. Vitamin C zerfällt jedoch schnell und muss licht- und luftgeschützt verpackt sein. Achte daher auf dunkle oder undurchsichtige Flaschen mit Pumpspender, damit der Wirkstoff bis zur letzten Anwendung wirksam bleibt.



