Wer zu Hause lackiert, kennt das Ergebnis: Nach zwei Tagen splittert die Spitze, nach drei Tagen blättert der Lack an den Rändern. Das liegt selten am Nagellack selbst. Die Reihenfolge stimmt nicht, die Schichten sind zu dick, oder die Nägel wurden nicht vorbereitet. Wer die Grundlagen beherrscht, bekommt auch mit einem günstigen Lack ein Ergebnis, das eine Woche hält.

Der Ablauf ist immer gleich. Zuerst werden die Nägel vorbereitet, dann wird der Base Coat aufgetragen, darauf kommen zwei dünne Farbschichten und zum Schluss der Top Coat als Versiegelung. Dazu kommen ein paar Handgriffe, die den Unterschied machen. Und die Wahl des Lacks entscheidet mit: Ein Test von 18 transparenten Nagellacken zeigte, dass die meisten sehr gut abschneiden, einige aber problematische Inhaltsstoffe enthalten.

Vorbereitung: Feilen, Nagelhaut, Entfetten

Der häufigste Fehler passiert vor dem ersten Pinselstrich. Wer direkt loslackiert, trägt auf eine Fläche auf, die Fett, Creme-Reste und Staub enthält. Der Lack haftet schlecht und blättert schneller.

Feile zuerst die Form. Arbeite immer in eine Richtung, von außen nach innen, statt mit der Feile hin und her zu sägen. Das Sägen reißt die Nagelkante auf und macht sie brüchig. Eine ovale oder leicht runde Form ist stabiler als eine eckige, weil die Kanten weniger anstoßen.

Schiebe dann die Nagelhaut mit einem Holzstäbchen oder einem speziellen Schieber vorsichtig zurück. Schneide sie nicht ab: Die Nagelhaut schützt den Nagel vor Bakterien und Feuchtigkeit. Wer sie regelmäßig schneidet, riskiert Entzündungen und rissige Haut.

Zum Schluss entfette die Nagelplatte. Ein Wattepad mit Nagellackentferner ohne Öl reicht. Auch Seifenreste und Handcreme müssen weg. Erst wenn der Nagel trocken und fettfrei ist, kommt die erste Schicht.

Der Base Coat: Warum er mehr als eine Grundierung ist

Der Base Coat glättet feine Rillen, verhindert, dass sich dunkle Farben in den Nagel fressen, und gibt dem Farblack etwas, woran er haften kann. Ohne Base Coat hält der Lack sichtbar kürzer, und dunkle Töne wie Rot oder Bordeaux hinterlassen gelbliche Verfärbungen.

Trage den Base Coat dünn auf, von der Nagelmitte zum Rand. Ein Millimeter Abstand zur Nagelhaut reicht. Warte zwei Minuten, bis die Schicht angetrocknet ist, bevor du die Farbe aufträgst. Manche Hersteller verkaufen 2-in-1-Produkte, die Base und Top Coat ersetzen. Sie sind praktisch, arbeiten aber nicht so gut wie zwei getrennte Flaschen, weil sie nur einen Job richtig können.

Farbe auftragen: Der Drei-Strich-Trick

Die Farbe bestimmt, wie sauber das Ergebnis aussieht. Der Trick aus dem Nagelstudio: Drei Striche pro Nagel, nicht mehr. Der erste Strich läuft in der Mitte vom Nagelmond zur Spitze. Der zweite Strich setzt links neben der Mitte an, der dritte rechts daneben. So verteilt sich der Lack gleichmäßig, und der Pinsel muss nicht über dieselbe Stelle fahren, bis er streift.

Tauche den Pinsel einmal in die Flasche und streiche die eine Seite an der Flaschenöffnung ab. Der Pinsel sollte feucht sein, aber nicht tropfen. Eine dünne Schicht trocknet schneller und blättert nicht. Zwei dünne Schichten sehen besser aus als eine dicke, die an den Rändern verläuft.

Lass zwischen den Farbschichten zwei bis drei Minuten vergehen. Der Lack darf anfassen, aber nicht ganz durchtrocknen. Wenn er komplett hart ist, setzt die nächste Schicht nicht sauber auf, sondern zieht die darunterliegende mit.

Trocknen: Geduld statt Heißluft

Der häufigste Grund für zerkratzte Nägel ist Ungeduld, denn ein Nagellack braucht länger zum Durchtrocknen, als er sich trocken anfühlt. Die Oberfläche ist nach wenigen Minuten fest, die Schichten darunter bleiben weich. Wer direkt in die Tasche greift oder Schuhe anzieht, drückt Muster in den Lack.

Teste den Trocknungsgrad, indem du zwei lackierte Nägel vorsichtig aneinander tippst; wenn sie nicht kleben, ist die Oberfläche trocken. Vollständig durchgehärtet ist der Lack erst nach ein bis zwei Stunden. Trocknungstropfen oder ein Schnelltrocknungs-Spray verkürzen die Wartezeit. Föhnhitze hilft nicht, sie macht den Lack zäh und blasig.

Der Top Coat: Glanz und Halt

Der Top Coat versiegelt die Farbe und schützt sie vor Kratzern. Ohne Versiegelung splittert die Spitze schneller, weil sie bei jeder Berührung direkt auf den Farblack trifft. Trage den Top Coat über die Nagelspitze hinaus auf, sodass die Kante mit ummantelt ist. Das verlängert die Haltbarkeit spürbar.

Ein Test von 18 transparenten Nagellacken zeigt, dass die meisten Top- und Base Coats gut arbeiten: 11 Produkte schnitten mit „sehr gut" ab. Der Test kritisiert aber auch Inhaltsstoffe, die in einigen transparenten Lacken stecken. Dazu gehören Toluol, ein Lösungsmittel, das die Fortpflanzung schädigen kann, der Weichmacher Triphenylphosphat sowie die UV-Filter Benzophenon-1, Etocrylen und Octocrylen. Wer empfindlich reagiert oder schwanger ist, sollte die Inhaltsstoffliste prüfen. Beim Online-Kauf fehlt sie bei manchen Händlern komplett, was der Test ausdrücklich bemängelt. In der Drogerie oder auf der Herstellerseite lässt sich die Liste meist nachsehen.

Wenn der Top Coat nach ein paar Tagen an Glanz verliert, reicht eine dünne zweite Schicht. Sie frischt den Glanz auf und verlängert die Haltbarkeit um einige Tage, ohne dass du den ganzen Lack neu auflegen musst.

Fehler, die den Lack schnell ruinieren

Einige Gewohnheiten machen aus einer guten Maniküre ein Ergebnis, das nach zwei Tagen aussieht wie nach zwei Wochen.

Schüttle die Flasche nicht. Durch das Schütteln entstehen Luftblasen, die als kleine Punkte im Lack trocknen. Rolle die Flasche stattdessen zwischen den Handflächen, um die Farbe zu mischen.

Trage nicht bis zur Nagelhaut auf. Wenn der Lack die Haut berührt, zieht er sich beim Trocknen zurück und reißt eine Kante in die Schicht. Diese Kante ist der Anfang vom Blättern. Der Abstand von einem Millimeter sieht sauber aus und hält länger.

Benutze keinen alten, eingedickten Lack. Wenn der Pinsel beim Auftragen Streifen zieht oder die Farbe fadenziehend ist, hilft kein Verdünner auf Dauer. Ein frischer Lack deckt besser und trocknet gleichmäßiger.

Den Lack richtig entfernen

Auch das Entfernen gehört zum sauberen Ergebnis. Kratze den Lack nicht mit dem Daumen ab. Das zieht die oberste Nagelschicht mit ab und macht den Nagel dünn und rissig.

Tränke ein Wattepad mit Nagellackentferner, drücke es kurz auf den Nagel und wische dann in Richtung Spitze. Für natürliche Nägel reicht ein Entferner ohne Aceton, der schonender ist. Acetonhaltige Produkte lösen den Lack schneller, entfetten den Nagel aber stärker. Wenn du Gel-Lack trägst, brauchst du acetonhaltigen Entferner und mehr Zeit, weil Gel härter ist als normaler Lack.

Wasche nach dem Entfernen die Hände und massiere Nagelöl oder Handcreme ein. Der Nagel hat durch den Entferner Fett verloren und braucht Feuchtigkeit, bevor die nächste Schicht kommt.