Wenn die Tage kürzer werden und die Luft kühler, wechselt auch das Make-up die Richtung. Die knalligen Sommerfarben verschwinden, stattdessen dominieren warme, tiefe Töne: Beerrot, Pflaume, Kupfer und ein glänzendes Kaffeebraun. Die Trendberichte für Herbst/Winter 2025/26 und das Jahr 2026 zeigen eine klare Linie: matte Lippen in Beerentönen, glänzende Mocha-Mousse-Lippen (ein schimmerndes Kaffeebraun), mehrdimensionale Lidschatten und ein feiner, alltagstauglicher Eyeliner. Dazu kommt eine gepflegte Hautbasis, denn kühle Außenluft und trockene Heizungsluft entziehen der Haut Feuchtigkeit und lassen Make-up schnell unschön wirken.
Die Saison verlangt keine komplette Umstellung deiner Kosmetiktasche. Ein paar neue Farben, eine angepasste Pflegeroutine und zwei, drei Techniken reichen, um die Looks umzusetzen. Welche Farben und Texturen du wählst, hängt von deinem Hauttyp und vom Anlass ab.
Die Farben der Saison: warm, tief, mit Metall
Die Trendpalette für den Herbst setzt auf intensive warme Nuancen. An die Stelle von Koralle und Pfirsich treten Beerrot, Brombeere, Pflaume und ein satter Burgunderton. Dazu kommen metallische Akzente für Lippen, Lider und Nägel: Kupfer, Bronze und ein warmes Gold, das im Licht schimmert, ohne aufdringlich zu wirken.
Auf den Lidern kehrt nach einer langen Phase von Nude- und Neutraltönen wieder Farbe ein. Der Unterschied zu früheren Farbphasen: Die Töne wirken modern und subtil dosiert, meist als Schimmer auf dem beweglichen Lid oder als weicher Farbverlauf in der Lidfalte. Ein Kupferton über einem matten Braun sieht im Büro genauso stimmig aus wie abends mit einer Schicht Glanz darüber.
Lippen: drei Looks, eine Saison
Die Lippen bieten in dieser Saison die größte Auswahl. Drei Varianten decken Alltag, Abend und den Moment dazwischen ab.
Der erste Look ist der matte Beerenton. Ein matter Lippenstift in Beerrot oder Pflaume hält den ganzen Tag, hinterlässt keine unschönen Ränder und funktioniert vom Büro bis zum Abendessen. Trage ihn direkt aus der Tube auf und tupfe die Mitte mit einem Taschentuch ab, wenn du ein matteres Finish möchtest.
Der zweite Look heißt Mocha Mousse Lips. Der Name kommt von der Pantone-Farbe des Jahres 2025, einem warmen Kaffeebraun. Auf den Lippen bedeutet der Trend ein glänzendes, schimmerndes Finish in dieser Farbe. Ein Lipgloss oder ein cremiger Lippenstift mit Glanzpartikeln verleiht den Lippen Volumen und sieht besonders abends edel aus. Der Ton passt zu fast jedem Hautton, weil er wärmer und weicher wirkt als ein kühles Braun.
Der dritte Look löst die scharfe Lippenkontur ab: Blurred Lips. Dabei wird der Lippenstift absichtlich leicht verwischt, sodass die Farbe an den Rändern weich ausläuft. Du trägst den Lippenstift auf, tupfst die Kanten mit dem Finger oder einem Pinsel weich und erhältst einen sanften, poetischen Effekt. Diese Technik wirkt modern und nimmt dem Gesicht die Strenge, die eine harte Kontur mit sich bringt.
Augen: mehr Dimension, feiner Strich
Bei den Augen geht es in dieser Saison um mehrdimensionale Effekte. Das heißt: mehrere Schichten und Texturen auf dem Lid, die zusammen Tiefe erzeugen. Ein matter Braunton in der Lidfalte, ein Schimmer in Kupfer oder Bronze auf dem beweglichen Lid und ein heller Akzent im Innenwinkel ergeben einen Look, der im Tageslicht anders wirkt als abends unter Kunstlicht. Du brauchst dafür keine speziellen Pinsel, ein flacher Applikator und ein weicher Blender reichen.
Der Eyeliner kehrt zurück, aber leichter und feiner als in den Jahren zuvor. Ein dünner Strich direkt am Wimpernkranz in Braun oder Schwarz öffnet den Blick, ohne hart zu wirken. Wer es dezenter mag, zieht die Linie nur über das äußere Drittel des oberen Lids und lässt den Rest frei.
Auch die Wimpern bekommen Aufmerksamkeit. Farbig getuschte Akzente, zum Beispiel ein dunkles Blau oder ein warmes Braun statt Schwarz, setzen einen unerwarteten Farbtupfer. Verlängerte Einzelwimpern an den äußeren Ecken geben dem Blick Schwung, ohne dass das Auge schwer wirkt. Für den Alltag reicht eine Schicht Mascara, die die Wimpern trennt und anhebt.
Nägel: Beere in allen Varianten
Die Beerentöne der Lippen wiederholen sich auf den Nägeln. Von tiefem Weinrot über Brombeere bis zu einem dunklen Pflaumenton ist alles dabei. Glänzend lackiert wirken die Farben klassisch, mit mattem Topcoat modern und im Herbst besonders passend. Wer es auffälliger mag, kombiniert einen Beerenton mit einem metallischen Akzent auf einem einzelnen Nagel, etwa in Kupfer oder Gold.
Die Hautbasis: Pflege vor dem Make-up
Make-up sitzt nur so gut wie die Haut darunter. Im Herbst kommen zwei Belastungen zusammen: kühle Außenluft und trockene Heizungsluft. Beides entzieht der Haut Feuchtigkeit, lässt sie spannen und bringt Foundation an trockenen Stellen zum Absetzen. Die Pflegeroutine braucht deshalb eine Anpassung, keine Revolution.
Wechsle auf eine reichhaltigere Tagescreme, wenn deine Haut zu Trockenheit neigt. Ein feuchtigkeitsspendendes Serum mit Hyaluronsäure unter der Creme verstärkt den Effekt. Trage das Serum auf die noch leicht feuchte Haut auf, damit es besser einzieht, und warte eine Minute, bevor du die Creme und danach das Make-up aufträgst. Diese kurze Pause verhindert, dass Foundation und Pflege sich vermischen und abschmieren. Ein feuchtigkeitsspendender Primer glättet die Haut zusätzlich und verlängert die Haltbarkeit des Make-ups. Bei trockener Haut hilft außerdem ein Tropfen Gesichtsöl, den du unter die Foundation mischst; das macht die Textur geschmeidiger und verhindert, dass sich das Make-up in feinen Linien absetzt.
Auch im Herbst bleibt Sonnenschutz wichtig. Die UV-Strahlung erreicht die Haut auch bei bewölktem Himmel, und die Mittagssonne ist im Herbst nicht so schwach, wie es scheint. Eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor deckt den Alltag ab. Wer viel draußen ist, trägt eine eigene Sonnencreme unter dem Make-up auf.
Für die Lippen gilt das Gleiche: Die dünne Haut dort trocknet im Herbst schnell. Ein Pflegestift mit Sheabutter oder Bienenwachs vor dem Lippenstift verhindert, dass matte Texturen die Lippen austrocknen. Bei Blurred Lips und Gloss-Looks kannst du den Pflegestift auch als Basis unter dem Gloss lassen.
Entscheidungshilfen: Anlass und Hauttyp
Die Auswahl des Looks hängt von zwei Fragen ab: Wo trägst du das Make-up, und wie reagiert deine Haut?
Für das Büro eignet sich die Kombination aus matter Beere auf den Lippen, feinem Eyeliner und einem natürlichen, leichten Teint. Farbige Lidschatten bleiben dezent, ein Kupferton auf dem beweglichen Lid wirkt gepflegt, ohne zu dominieren. Gloss und Metallic gehören eher in den Abend.
Abends darf es mehr sein: Mocha Mousse Lips mit Glanz, ein mehrdimensionales Lid mit Bronze und Schimmer sowie verlängerte Wimpern geben dem Look Festlichkeit. Blurred Lips wirken abends besonders gut, weil die weichen Ränder im Kunstlicht weich und elegant aussehen.
Beim Hauttyp entscheidet die Textur. Ölige Haut verträgt matte Lippenstifte und pudrige Lidschatten besser, weil sie weniger nachfetten. Trockene Haut braucht cremige Formeln: einen feuchtigkeitsspendenden Concealer, einen satinierten statt matten Lippenstift und Lidschatten, die sich weich verblenden lassen. Normale Haut kann zwischen beiden Varianten wählen und richtet sich nach dem gewünschten Finish.



