Granatapfelöl ist ein kaltgepresstes Öl aus den Kernen der Granatapfelfrucht. In der Kosmetik steckt es in Gesichtsölen, Seren und Cremes und wird vor allem für trockene, reife und gestresste Haut beworben. Die dunkelrote Farbe der Frucht kommt von sekundären Pflanzenstoffen, den Polyphenolen. Sie stecken auch im Öl.
Bevor du den Anti-Aging-Versprechen glaubst, eine Einordnung: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2010 festgestellt: Die wissenschaftlichen Belege reichen nicht aus, um gesundheitliche Wirkungen von Granatapfel und Granatapfelsaft zu belegen. Dazu zählen antioxidative Effekte, Wirkungen auf Cholesterin, Blutzucker, Entzündungen und Blutdruck. Das gilt auch für die Kosmetik: Granatapfelöl pflegt die Haut, aber es ist kein Medikament und kein Wundermittel.
Der Granatapfelbaum stammt aus West- und Zentralasien und wird heute in tropischen Regionen angebaut. Aus seinen Samen gewinnen Hersteller das Öl, das auf der Inhaltsstoffliste als Punica Granatum Seed Oil auftaucht.
Was Granatapfelöl für die Haut leisten kann
Granatapfelöl ist ein Pflegeöl, kein Wirkstoff mit belegten medizinischen Effekten. Hersteller beschreiben es als Anti-Aging-Produkt, das die Hautstruktur glänzend und elastisch machen soll. Diese Angaben sind Herstellerbeschreibungen, keine unabhängig geprüften Wirkungen. Was das Öl zuverlässig tut: Es versorgt trockene Haut mit Fett, zieht gut ein und hinterlässt ein weiches, geschmeidiges Hautgefühl. Für trockene, reife und gestresste Haut ist es deshalb eine sinnvolle Ergänzung in der Abendroutine.
So wendest du Granatapfelöl richtig an
Die Anwendung ist unkompliziert: Abends nach der Reinigung zwei bis drei Tropfen auf die Haut geben und sanft verteilen. Das Öl bildet den letzten Schritt der Abendroutine, weil es die Feuchtigkeit der vorher aufgetragenen Pflege einschließt. Wer fettige oder zu Unreinheiten neigende Haut hat, testet zunächst, ob das Öl die Poren verstopft. Bei trockener Haut kannst du das Öl auch morgens unter dem Make-up verwenden, wenn es vollständig eingezogen ist.
Woran du gutes Granatapfelöl erkennst
Beim Kauf entscheidet die Herstellung. Kaltgepresstes Öl aus kontrolliert biologischem Anbau behält mehr empfindliche Inhaltsstoffe als raffiniertes oder stark erhitztes Öl. Auf der Inhaltsstoffliste steht das Öl als Punica Granatum Seed Oil. Ein Beispiel ist das Granatapfelkernöl von STYX Naturcosmetic, das nativ, kaltgepresst und aus biologischem Anbau stammt (DE-ÖKO-003). Es ist für trockene, reife und gestresste Haut gedacht und wird auch bei Schwangerschaftsstreifen empfohlen.
So lagerst du das Öl richtig
Granatapfelöl ist empfindlich gegenüber Licht und Wärme. Bewahre es kühl, also bis 18 Grad Celsius, und dunkel auf. Nach dem Öffnen solltest du es innerhalb von drei Monaten aufbrauchen. Riecht das Öl ranzig oder verändert sich die Konsistenz, gehört es in den Müll.
Diese Fehler solltest du vermeiden
Der häufigste Fehler ist, auf einen Patch-Test zu verzichten. Vor der ersten Anwendung gibst du ein paar Tropfen auf die Innenseite des Unterarms und beobachtest die Stelle einige Stunden. Rötungen, Bläschen oder Juckreiz bedeuten: Das Öl gehört nicht ins Gesicht. Auch der Kontakt mit den Augen ist zu vermeiden. Gelangt Öl ins Auge, spülst du es mit lauwarmem Wasser aus.
Ein zweiter Fehler ist, medizinische Wirkungen zu erwarten. Granatapfelöl senkt keinen Blutdruck, heilt keine Entzündungen und ersetzt keine ärztliche Behandlung. Wer solche Effekte erwartet, wird enttäuscht.
Zwei bis drei Tropfen reichen für das ganze Gesicht. Wer großzügiger dosiert, bekommt einen fettigen Film, ohne dass die Haut besser gepflegt wird.



