Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie schützt den Organismus vor Umwelteinflüssen, hält Keime und Bakterien fern und reguliert den Feuchtigkeitshaushalt. Gerät diese Schutzfunktion aus dem Gleichgewicht, zeigt sich das oft direkt auf der Oberfläche: Die Haut spannt, schuppt, juckt oder rötet sich. Viele Menschen reagieren darauf, indem sie zu immer neuen Cremes greifen. Doch bei problematischer Haut kommt es nicht auf die Menge der Pflege an, sondern auf die richtige Zusammensetzung.
Dermatologische Hautpflege versorgt die Haut mit Stoffen, die in der natürlichen Hautbarriere vorkommen, und verzichtet auf Inhaltsstoffe, die empfindliche oder erkrankte Haut zusätzlich reizen. Sie kann Beschwerden lindern, die Barriere stärken und Hautproblemen vorbeugen. Wer jedoch unter einer behandlungsbedürftigen Erkrankung wie Schuppenflechte, Neurodermitis, Rosazea oder wiederkehrenden Ekzemen leidet, braucht zusätzlich ärztliche Hilfe. Pflege begleitet die Therapie, ersetzt sie aber nicht.
Dieser Beitrag erklärt, was dermatologische Hautpflege leistet, welche Inhaltsstoffe sinnvoll sind, welche Fehler die Haut unnötig belasten und wann ein Arztbesuch nötig ist. Er richtet sich an Menschen mit trockener, empfindlicher oder erkrankter Haut sowie an alle, die ihrer Haut etwas Gutes tun möchten, ohne auf leere Versprechen hereinzufallen.
Was dermatologische Hautpflege von herkömmlicher Kosmetik unterscheidet
Dermatologische Hautpflege ist ein Pflegekonzept, das sich an den Bedürfnissen der Hautbarriere orientiert. Herkömmliche Kosmetik folgt oft anderen Zielen: Sie soll angenehm riechen, ansprechend aussehen, lange haltbar sein und sich gut verteilen lassen. Dafür setzen viele Produkte auf Duftstoffe, chemische Konservierungsstoffe, Emulgatoren und Mineralöle. Für gesunde Haut sind diese Stoffe in der Regel unproblematisch. Ist die Haut jedoch trocken, gereizt oder erkrankt, können genau diese Zusätze die Beschwerden verstärken. Duftstoffe können bei empfindlicher Haut schnell Rötungen oder Juckreiz auslösen. Mineralöle legen sich zwar als Film auf die Haut, dringen aber nicht ein und können die Poren verschließen. Chemische Konservierungsstoffe belasten eine ohnehin geschwächte Barriere zusätzlich.
Dermatologische Pflegeprodukte verzichten auf diese Zusätze. Sie arbeiten stattdessen mit Substanzen, die in der Haut selbst vorkommen oder dort gebraucht werden. Linolsäuren, Vitamine, Liposomen und Cholesterin sind Bestandteile der natürlichen Hautbarriere. Werden sie der Haut von außen zugeführt, kann die Haut sie aufnehmen und in die Barriere einbauen. Pflanzliche Stoffe, deren positive Wirkung auf die Hautfunktion nachweislich belegt ist, ergänzen die Rezepturen. Das Ziel ist die Unterstützung der natürlichen Funktionen der Haut, nicht ein kurzfristiger Effekt.
Ein wichtiger Punkt: Dermatologische Hautpflege ist keine Medizin. Bei einer ernsthaften Erkrankung wie Psoriasis oder Neurodermitis verordnet der Hautarzt Medikamente, die entzündliche Prozesse bremsen. Die Pflegeprodukte begleiten diese Behandlung, indem sie die Haut beruhigen, mit Feuchtigkeit versorgen und die Barriere stärken. Ist die Haut noch nicht erkrankt, kann dermatologische Hautpflege vorbeugend wirken, damit Probleme gar nicht erst entstehen. Diese Unterscheidung ist entscheidend: Wer eine Hautkrankheit nur mit Cremes behandeln möchte, verliert wertvolle Zeit.
Um zu verstehen, warum gerade diese Stoffe so wichtig sind, lohnt ein Blick auf die Hautbarriere und ihre Aufgaben.
Die Hautbarriere verstehen: Warum trockene Haut ein Warnsignal ist
Die oberste Schicht der Haut, die Hornschicht, bildet zusammen mit den darin eingelagerten Fetten die Barriere der Haut. Diese Barriere hat zwei zentrale Aufgaben. Sie hält schädliche Umwelteinflüsse, Keime und Bakterien davon ab, in den Körper einzudringen. Und sie verhindert, dass die Haut zu viel Feuchtigkeit verliert. Eine intakte Barriere sorgt dafür, dass die Haut glatt, elastisch und widerstandsfähig bleibt. Sie kann Temperaturschwankungen, Wind und Schadstoffen standhalten, ohne sichtbar zu reagieren.
Ist die Barriere gestört, gerät dieses Gleichgewicht durcheinander. Die Haut kann Feuchtigkeit nicht mehr ausreichend speichern. Sie wird trocken, spannt, schuppt oder juckt. Gleichzeitig können Reizstoffe leichter eindringen und Entzündungen auslösen. Trockene Haut ist deshalb oft das erste sichtbare Zeichen dafür, dass die Schutzfunktion nicht mehr intakt ist. Sie muss nicht sofort eine Krankheit bedeuten, sollte aber ernst genommen werden. Bleibt die Störung bestehen, kann sich daraus ein chronisches Problem entwickeln.
Die dermatologische Hautpflege setzt genau an dieser Stelle an. Sie führt der Haut Lipide und Feuchtigkeit zu, die der Barriere fehlen. Weil die verwendeten Stoffe den natürlichen Bestandteilen der Haut ähneln, kann die Haut sie gut aufnehmen und dort einbauen, wo sie gebraucht werden. So lässt sich die Schutzfunktion Schritt für Schritt wiederherstellen. Das braucht Zeit und Geduld. Eine gestörte Barriere erholt sich nicht nach einer einzigen Anwendung, sondern über Wochen und Monate regelmäßiger Pflege.
Doch nicht jedes Hautproblem lässt sich allein mit Pflege lösen. Die Frage ist, wer wann helfen kann.
Wer hilft bei Hautproblemen: Hautarzt, Kosmetikerin oder Selbstpflege?
Nicht jedes Hautproblem braucht sofort eine ärztliche Behandlung. Aber nicht jedes Hautproblem lässt sich allein mit Pflege lösen. Die Entscheidung hängt von der Art, der Dauer und der Intensität der Beschwerden ab.
Der Hautarzt ist die richtige Anlaufstelle, wenn die Haut erkrankt ist. Diese Anzeichen sprechen für einen Arztbesuch:
- Rötungen, Juckreiz oder Schuppen, die über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben oder sich verschlimmern
- entzündliche Stellen, die nässen oder sich ausbreiten
- Hautveränderungen, die neu auftreten und nicht von selbst verschwinden
- Beschwerden, die trotz geeigneter Pflege nicht besser werden
Der Hautarzt kann feststellen, welche Stoffe der Haut fehlen, und eine genaue Diagnose stellen. Bei Erkrankungen wie Schuppenflechte, Neurodermitis oder Rosazea verordnet er Medikamente und empfiehlt eine passende Pflege.
Für viele Hauterkrankungen gibt es inzwischen medizinische Leitlinien. Das sind systematisch erarbeitete Empfehlungen, die Ärztinnen und Ärzte bei Entscheidungen über die angemessene Versorgung unterstützen. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) sind intensiv in die Erstellung dieser Leitlinien eingebunden. Für die Schuppenflechte und die Neurodermitis liegen Leitlinien der höchsten Evidenzstufe (S3) vor, die den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammenfassen. Auch für andere Hauterkrankungen wie den kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) gibt es eigene Leitlinien. Die Leitlinie zur Rosazea berücksichtigt neben der medikamentösen Therapie auch die Augenbeteiligung (okuläre Rosazea), psychosoziale Aspekte und Ratschläge für die Haut- und Körperpflege. Leitlinien geben Ärztinnen und Ärzten eine verlässliche Orientierung, damit die Behandlung nach dem aktuellen Stand der Forschung erfolgt.
Gut ausgebildete Kosmetikerinnen können bei der Auswahl der Pflege helfen, wenn die Haut trocken, empfindlich oder unrein ist, aber keine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt. Sie analysieren den Hautzustand, empfehlen geeignete Produkte und führen Behandlungen durch, die die Haut beruhigen und mit Feuchtigkeit versorgen. Bei ernsthaften Erkrankungen sollten sie jedoch an den Hautarzt verweisen. Eine Kosmetikerin kann keine Diagnose stellen und keine Hautkrankheit behandeln.
Selbst aktiv werden können Menschen mit gesunder, aber beanspruchter Haut. Dazu gehören eine angepasste Pflege, eine gesunde Lebensweise und der Schutz vor Umwelteinflüssen. Wer unsicher ist, ob die eigenen Beschwerden noch normal sind oder behandelt werden müssen, sollte frühzeitig ärztlichen Rat einholen. Das gilt besonders, wenn Hautprobleme über Wochen bestehen bleiben, sich verschlimmern oder mit weiteren Symptomen einhergehen.
Hautprobleme im Überblick: Diese Erkrankungen brauchen besondere Pflege
Verschiedene Hauterkrankungen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Pflege. Was bei trockener Haut hilft, kann bei Rosazea reizen. Was bei Schuppenflechte gut tut, ist bei Diabetes nicht automatisch die richtige Wahl. Die folgenden Abschnitte zeigen, worauf es bei den häufigsten Situationen ankommt.
Neurodermitis (atopische Dermatitis)
Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die mit starkem Juckreiz und trockenen, geröteten Ekzemen einhergeht. Die Hautbarriere ist bei Betroffenen von Natur aus geschwächt. Die Haut verliert vermehrt Feuchtigkeit, reagiert empfindlich auf Reize und neigt zu Entzündungen. Neurodermitis verläuft in Schüben: Phasen mit starken Beschwerden wechseln sich mit beschwerdefreien Phasen ab. Für die Behandlung existiert eine S3-Leitlinie, die den aktuellen Stand der Therapie zusammenfasst.
In der Pflege kommt es bei Neurodermitis darauf an, die Haut intensiv mit Feuchtigkeit zu versorgen und reizende Inhaltsstoffe zu meiden. Duftstoffe, chemische Konservierungsstoffe und Mineralöle können den Juckreiz verstärken und neue Schübe auslösen. Besser geeignet sind Produkte, die hautähnliche Lipide enthalten und die Barriere stärken. Die Pflege sollte regelmäßig angewendet werden, am besten täglich, auch in beschwerdefreien Phasen. Wer die Pflege nur bei akuten Beschwerden nutzt, gibt der Haut keine Chance, ihre Barriere dauerhaft zu stabilisieren.
Schuppenflechte (Psoriasis)
Psoriasis ist eine chronische Erkrankung, bei der sich die Haut stark schuppt. Die betroffenen Stellen sind gerötet, trocken und mit silbrigen Schuppen bedeckt. Die Erkrankung verläuft in Schüben und kann verschiedene Körperstellen betreffen. Eine Heilung ist bisher nicht möglich, aber die Symptome lassen sich gut lindern. Auch für die Psoriasis gibt es eine S3-Leitlinie, die den aktuellen Stand der Behandlung zusammenfasst.
Die Pflege bei Psoriasis muss besonders mild sein. Produkte mit Duftstoffen, Mineralölen oder chemischen Konservierungsstoffen können die ohnehin gereizte Haut weiter angreifen. Geeignet ist eine Pflege, die auf diese Stoffe verzichtet und der Haut natürliche Feuchtigkeit zuführt. Bäder können das Krankheitsbild spürbar verbessern. Empfohlen werden Bäder etwa zweimal pro Woche, zum Beispiel mit Salz aus dem Toten Meer oder mit Badezusätzen, die Urea oder Kleie enthalten. Sie stillen den Juckreiz, lösen Schuppen und mildern entzündliche Prozesse ab. Die Bäder sollten nicht zu heiß sein. Danach wird die Haut sanft abgetrocknet und eingecremt.
Rosazea
Rosazea ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, die meist im mittleren Alter auftritt. In Deutschland sind schätzungsweise 2 bis 5 Prozent der Bevölkerung betroffen, wobei genaue Zahlen nicht vorliegen. Typisch sind eine bleibende Rötung oder anfallsartige Rötung (Flush) sowie sichtbare erweiterte Blutgefäße, sogenannte Teleangiektasien. Dazu kommen können Papeln, Pusteln und Schwellungen, vor allem an Wangen, Kinn, Stirn und Nase. Weil Rosazea das Gesicht betrifft, spielen psychosoziale Aspekte eine Rolle, die auch in der Leitlinie berücksichtigt werden.
Rosazea gehört in ärztliche Behandlung. Bei der schweren papulopustulösen Form, also bei ausgeprägten Knötchen und Pusteln, ist eine Kombinationstherapie mit Ivermectin und Doxycyclin nachweislich wirksam. Die Leitlinie berücksichtigt auch die Augenbeteiligung (okuläre Rosazea) und gibt Ratschläge für die Haut- und Körperpflege. Betroffene sollten ihre Haut sanft reinigen, reizende Produkte meiden und auf einen guten Sonnenschutz achten. Bei Rosazea gilt in der Pflege: weniger ist mehr. Zu viele verschiedene Produkte und ein häufiger Wechsel belasten die Haut zusätzlich.
Hautveränderungen bei Diabetes
Diabetes kann das Hautbild verändern und der Haut Nährstoffe entziehen, die sie benötigt. Viele Diabetiker leiden unter trockener, schlaffer und faltiger Haut, starker Juckreiz ist keine Seltenheit. Häufig treten auch Xanthome auf, gutartige Hauttumore, die meist durch einen erhöhten Blutfettspiegel entstehen.
Diabetiker sollten bei der Hautpflege besonders vorsichtig sein und normale Kosmetika meiden, die die Haut reizen können. Sinnvoll ist eine dermatologische Pflege, die die Haut nicht zusätzlich belastet, sondern ihr hilft, die natürliche Barrierefunktion wieder aufzubauen. Wichtig ist außerdem, Hautveränderungen ärztlich abklären zu lassen, da sie auf behandlungsbedürftige Stoffwechselprobleme hinweisen können. Die Hautpflege allein kann die zugrunde liegende Stoffwechselstörung nicht beheben.
Die richtigen Inhaltsstoffe: Was die Hautbarriere stärkt
Nicht jeder Inhaltsstoff ist für problematische Haut geeignet. Die folgenden Substanzen haben sich in der dermatologischen Hautpflege bewährt, weil sie die Barriere unterstützen, Feuchtigkeit binden oder Entzündungen abmildern.
Linolsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die in der Hautbarriere vorkommen. Sie helfen, die Lipidschicht der Haut zu stabilisieren und den Feuchtigkeitsverlust zu reduzieren. Ein Mangel an Linolsäuren macht die Haut trocken und anfällig für Reizungen. Vitamine unterstützen die Haut bei der Regeneration und schützen vor schädlichen Umwelteinflüssen. Liposomen sind winzige Fettkügelchen, die Wirkstoffe in tiefere Hautschichten transportieren können. Sie gelten als besonders verträglich, weil sie aus hautähnlichen Lipiden aufgebaut sind. Cholesterin ist ebenfalls ein natürlicher Bestandteil der Hautbarriere. In Pflegeprodukten wird es eingesetzt, um gestörte Barrieren zu reparieren, weil es die Lipidschicht der Hornschicht stabilisiert.
Urea, auch Harnstoff genannt, bindet Feuchtigkeit in der Hornschicht und macht trockene, schuppige Haut geschmeidiger. Der Wirkstoff kommt in Cremes und Lotionen sowie in Badezusätzen zum Einsatz. Bei Psoriasis und sehr trockener Haut hat sich Harnstoff bewährt, weil er die Hornschicht aufweicht und das Ablösen von Schuppen erleichtert. Salz aus dem Toten Meer und Kleie werden für Bäder bei Psoriasis verwendet. Sie beruhigen die Haut, lösen Schuppen und lindern den Juckreiz.
Pflanzliche Öle und Extrakte können die Hautpflege ergänzen, sofern ihre Wirkung belegt ist. Entscheidend ist nicht die Menge der Inhaltsstoffe, sondern ihre Verträglichkeit für die geschädigte Haut. Wenige gut verträgliche Substanzen sind besser als viele potenziell reizende. Wer ein neues Produkt ausprobiert, sollte es zunächst an einer kleinen Stelle testen und beobachten, wie die Haut reagiert.
Typische Fehler bei der Hautpflege
Viele Menschen verschlimmern ihre Hautprobleme, ohne es zu wollen. Diese Fehler sind besonders häufig:
Zu heißes Waschen: Heißes Wasser entzieht der Haut Fette und Feuchtigkeit. Wer problematische Haut hat, sollte lauwarm waschen und die Haut nach dem Waschen sanft abtupfen statt rubbeln. Auch lange, heiße Bäder sind bei trockener Haut kontraproduktiv.
Falsche Produkte: Duftstoffe, Mineralöle und chemische Konservierungsstoffe können trockene oder erkrankte Haut reizen. Normale Kosmetik ist für empfindliche Haut oft nicht geeignet, auch wenn sie aufwendig beworben wird. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich, bevor man ein Produkt kauft.
Pflege unregelmäßig anwenden: Eine gestörte Hautbarriere braucht Zeit, um sich zu erholen. Wer die Pflege nur anwendet, wenn die Haut bereits spannt oder juckt, gibt der Haut keine Chance, sich zu stabilisieren. Gerade bei Neurodermitis und Psoriasis ist die regelmäßige Pflege auch in beschwerdefreien Phasen wichtig, um neuen Schüben vorzubeugen.
Sonnenschutz vernachlässigen: UV-Strahlung belastet die Haut und kann Entzündungen verstärken. Wer sich im Freien aufhält, sollte die Haut mit geeigneten Produkten schützen. Das gilt besonders für Aufenthalte in der prallen Sonne, die ohne ausreichenden Sonnenschutz nicht unternommen werden sollten. Auch bei bewölktem Himmel erreicht UV-Strahlung die Haut.
Hauterkrankungen nur mit Pflege behandeln: Cremes und Bäder können Beschwerden lindern, aber eine Psoriasis, Neurodermitis oder Rosazea gehört in ärztliche Behandlung. Wer Medikamente weglässt und nur pflegt, riskiert, dass die Erkrankung fortschreitet und sich die Haut dauerhaft verändert.
Zu viel des Guten: Auch bei der Pflege gilt: Mehr ist nicht besser. Zu viele verschiedene Produkte, häufiges Wechseln der Präparate und übermäßiges Reinigen belasten die Haut zusätzlich. Eine einfache, konsequente Routine ist wirksamer als ein ständiger Produktwechsel. Die Haut braucht Zeit, um auf ein Produkt zu reagieren. Wer alle zwei Tage eine neue Creme ausprobiert, kann nicht erkennen, was wirklich hilft.
Die tägliche Routine für problematische Haut
Eine gute Routine für empfindliche oder erkrankte Haut folgt einem einfachen Prinzip: reinigen, pflegen, schützen.
Reinigen: Die Haut sollte morgens und abends sanft gereinigt werden, am besten mit lauwarmem Wasser und einer milden, seifenfreien Reinigung. Heißes Wasser und aggressive Reinigungsprodukte sind tabu, weil sie die Barriere weiter schwächen. Nach dem Waschen wird die Haut vorsichtig abgetupft, nicht gerieben.
Pflegen: Nach der Reinigung wird eine dermatologische Pflege aufgetragen, die Feuchtigkeit spendet und die Barriere stärkt. Produkte mit hautähnlichen Lipiden, Urea oder beruhigenden pflanzlichen Stoffen sind für trockene und gereizte Haut gut geeignet. Bei Psoriasis können zusätzlich ein- bis zweimal pro Woche Bäder mit geeigneten Zusätzen helfen. Bei starkem Juckreiz wirken kühle, feuchtigkeitsspendende Produkte und lauwarme Bäder mit beruhigenden Zusätzen angenehm. Kratzen sollte vermieden werden, weil es die Haut weiter schädigt.
Schützen: Vor dem Verlassen des Hauses sollte die Haut vor Umwelteinflüssen geschützt werden. Das gilt besonders bei Sonne. Ein geeigneter Sonnenschutz gehört auch bei bewölktem Himmel zur Routine, wenn man sich längere Zeit im Freien aufhält. Bei Kälte und Wind schützt eine reichhaltigere Pflege die Haut vor dem Austrocknen.
Wer unter einer Hauterkrankung leidet, bespricht die Routine am besten mit dem behandelnden Hautarzt. Er kann einschätzen, welche Produkte zur Therapie passen und welche die Behandlung unterstützen. Auch die Kosmetikerin kann bei der Auswahl helfen, solange keine ärztliche Behandlung nötig ist.
Was Sie selbst tun können: Lebensstil und Hautgesundheit
Dermatologische Hautpflege beschränkt sich nicht auf Cremes und Bäder. Sie umfasst auch die Lebensweise, denn die Haut reagiert auf den gesamten Körper. Wer seiner Haut etwas Gutes tun möchte, sollte auf vier Bereiche achten.
Ausreichend Schlaf gibt der Haut Zeit zur Regeneration. Im Schlaf laufen Reparaturprozesse ab, die die Hautbarriere stärken. Chronischer Schlafmangel zeigt sich oft direkt im Hautbild. Stress wirkt sich negativ auf Hauterkrankungen aus. Wer Stress reduziert, etwa durch Bewegung, Entspannungsübungen oder bewusste Pausen, tut auch seiner Haut etwas Gutes. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt die Haut von innen. Viel Trinken führt der Haut ausreichend Feuchtigkeit zu. Wer dauerhaft zu wenig trinkt, merkt das oft zuerst an trockener Haut.
Auch der Umgang mit der Haut im Alltag zählt. Häufiges Waschen mit zu heißem Wasser wird vermieden, ebenso aggressive Pflege. Bei Aufenthalten im Freien schützt geeignete Pflege die Haut vor Umwelteinflüssen. Wer diese Punkte beachtet, unterstützt die Wirkung der dermatologischen Pflege und beugt neuen Hautproblemen vor. Die Haut ist kein isoliertes Organ, sondern spiegelt wider, wie der Körper behandelt wird.
Zusammenfassung: Das Wichtigste in Kürze
Dermatologische Hautpflege unterstützt die natürliche Barrierefunktion der Haut. Sie versorgt die Haut mit hautähnlichen Stoffen wie Linolsäuren, Vitaminen, Liposomen und Cholesterin und verzichtet auf Duftstoffe, Mineralöle und chemische Konservierungsstoffe, die empfindliche Haut reizen. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Trockene Haut ist ein Warnsignal für eine gestörte Barriere und sollte ernst genommen werden.
- Bei Erkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis, Rosazea oder Hautveränderungen durch Diabetes gehört die Behandlung in ärztliche Hände. Pflege begleitet die Therapie, ersetzt sie aber nicht.
- Für viele Hauterkrankungen gibt es medizinische Leitlinien, die den aktuellen Stand der Behandlung zusammenfassen. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) sind an ihrer Erstellung beteiligt.
- Psoriasis-Pflege setzt auf milde Produkte und Bäder mit Urea, Kleie oder Salz aus dem Toten Meer, etwa zweimal pro Woche.
- Rosazea ist eine chronische, nicht ansteckende Erkrankung, die meist im mittleren Alter auftritt und ärztlich behandelt wird.
- Diabetiker sollten normale Kosmetika meiden und auf eine Pflege achten, die die Hautbarriere wieder aufbaut.
- Zur Pflege gehören auch ausreichend Schlaf, wenig Stress, eine ausgewogene Ernährung, viel Trinken und der Schutz vor Sonne.
Wer diese Grundsätze beachtet, gibt seiner Haut die besten Voraussetzungen, gesund zu bleiben oder sich von einer Erkrankung zu erholen. Entscheidend ist, die eigene Haut aufmerksam zu beobachten, bei anhaltenden Problemen frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen und die Pflege konsequent anzuwenden.



