Eine Abendroutine muss nicht lang sein, um zu wirken. Entscheidend ist die Reihenfolge: Make-up entfernen, Gesicht reinigen, Haut trocknen, anschließend pflegen.
Wer diese Schritte konsequent ausführt, braucht nur wenige Produkte und spart Geld. Denn es werden weniger Produkte gleichzeitig geöffnet und aufgebraucht.
Hände waschen zuerst
Bevor die Hände das Gesicht berühren, sollten sie sauber sein. Die Hände kommen mit dem Augenbereich, den Wangen und den Lippen in Kontakt, und übertragen dabei alles, was an ihnen klebt. Gründliches Händewaschen mit Seife dauert etwa eine halbe Minute. Danach die Hände abtrocknen, bevor ein Abschminkpad oder ein Reinigungsprodukt angefasst wird.
Augen-Make-up sanft lösen
Die Augenpartie ist empfindlich, deshalb beginnt das Abschminken dort. Ein Wattepad oder ein wiederverwendbares Abschminktuch wird mit einem geeigneten Augen-Make-up-Entferner getränkt. Das Pad liegt dann einige Sekunden auf dem geschlossenen Auge, damit sich Mascara und Lidschatten lösen können. Anschließend wird das Make-up ohne starkes Reiben nach außen oder unten abgenommen. Für das zweite Auge wird eine saubere Seite des Pads oder ein frisches Pad verwendet. Bei wasserfestem Make-up braucht man einen Entferner, der ausdrücklich dafür geeignet ist. Normale Reiniger lösen wasserfeste Formeln nicht zuverlässig.
Gesicht reinigen ohne Reibung
Nach den Augen folgt der Rest des Gesichts. Lippenstift, Foundation, Concealer, Rouge und Bronzer werden mit einem Entferner oder einem Reinigungsöl abgenommen. Danach kommt die eigentliche Gesichtsreinigung: Das Gesicht wird mit lauwarmem Wasser angefeuchtet. Eine kleine Menge eines milden Reinigers wird in den Händen verteilt. Dann massiert man ihn mit den Fingerspitzen sanft über Stirn, Wangen, Nase, Kinn und Kieferlinie. Anschließend wird alles vollständig abgespült. Rückstände sollten nicht auf der Haut antrocknen.
Wasser allein entfernt ölhaltige Rückstände nicht ausreichend, weil sich Öl und Wasser nicht gut verbinden. Ein Reiniger ist deshalb der wichtigste Schritt, um Make-up, Sonnenschutz und Alltagsschmutz zu lösen. Starkes Schrubben mit Waschlappen, Schwämmen oder Bürsten ist nicht nötig. Es kann die Haut reizen. Die Fingerspitzen reichen aus.
Die richtige Produktmenge
Die passende Menge hängt von der Textur des Produkts, der Verpackung und der Menge an Make-up ab. Man kann sich an ein paar Vergleichen orientieren: Ein Reinigungsöl oder ein Balm braucht etwa eine kleine haselnussgroße Menge, ein flüssiger Gesichtsreiniger etwa eine kleine Münzgröße. Ein Abschminkpad wird vollständig befeuchtet, darf aber nicht tropfnass sein. Bei starkem Make-up wird ein frisches Pad genommen, statt ein bereits benutztes Pad erneut über das Gesicht zu ziehen.
Die Angaben auf der Verpackung sind wichtiger als allgemeine Mengenempfehlungen. Zu wenig Produkt führt häufig zu mehr Reibung, weil das Produkt nicht genug gleitet. Zu viel Produkt verlängert die Reinigung nicht automatisch, es wird nur unnötig verbraucht. Bei Öl, Balm und Creme entscheidet die Textur stärker über die passende Menge als ein starres Maß.
Handtücher richtig trocknen
Nach dem Abspülen wird das Gesicht mit einem sauberen, weichen Handtuch trocken getupft. Die Haut sollte nicht gerubbelt werden. Reibung reizt die gereinigte Haut unnötig. Das Handtuch wird danach so aufgehängt, dass es vollständig trocknen kann. Ein feuchtes, zusammengeknülltes Handtuch am Waschbecken ist ein schlechter Ort für Bakterien und gehört nicht dorthin. Gesichtshandtücher werden nicht mit anderen Personen geteilt.
Es gibt keine feste Regel, dass jedes Gesichtshandtuch nach genau einer Nutzung gewechselt werden muss. Wer empfindliche Haut hat, wechselt besser häufiger. Das gilt auch, wenn Make-up-Reste am Handtuch sichtbar sind oder das Handtuch dauerhaft feucht lagert. Auch bei sichtbarer Verschmutzung oder unangenehmem Geruch gehört das Handtuch direkt in die Wäsche. Handtücher werden je nach Haushaltssituation bei 40 oder 60 Grad gewaschen.
Pflege in ruhiger Reihenfolge
Nach dem Trocknen folgt die Pflege. Die Grundregel lautet: von dünn nach reichhaltig. Dünnflüssige Produkte werden zuerst aufgetragen, reichhaltigere Texturen schließen die Routine ab. Eine reduzierte Reihenfolge sieht so aus: Wer mag, beginnt mit einem Toner oder einer Essence. Ein Serum folgt, falls verwendet. Eine Augenpflege lässt sich anschließend einbauen, wenn gewünscht. Den Abschluss bildet eine Gesichtscreme. Ein Gesichtsöl kann als letzter Schritt folgen, wenn die Haut das braucht.
Die Textur der Produkte bestimmt das Hautgefühl und das Finish. Ein Gel wirkt leicht und frisch und zieht oft schnell ein. Eine Lotion ist dünn bis mittelreichhaltig und unkompliziert für den Alltag. Reichhaltiger und schützender fühlt sich eine Creme an. Balm und Öl hinterlassen ein glättendes, nährendes Hautgefühl, je nach Produkt mit einem sichtbaren Glow. Seren haben eine leichte Textur und sind meist gezielt für ein bestimmtes Pflegeziel gedacht.
Wer Produkte kauft, sollte nach dem eigenen Hautgefühl entscheiden, nicht nach Trends. Wichtig sind die Textur, das gewünschte Finish und die Verpackung für eine unkomplizierte Dosierung. Auch ob Duftstoffe stören oder angenehm sind, spielt eine Rolle. Eine überschaubare Routine mit wenigen Produkten ist leichter durchzuhalten als viele Schichten, die sich gegenseitig nicht ergänzen.
Haltbarkeit und Lagerung
Kosmetikprodukte in der EU tragen zwei Kennzeichnungen: Produkte mit einer Haltbarkeit von weniger als 30 Monaten zeigen ein Sanduhr-Symbol oder den Hinweis „mindestens haltbar bis“. Produkte mit längerer Haltbarkeit tragen ein Symbol mit einem geöffneten Cremetopf und einer Zahl, zum Beispiel 12 M für zwölf Monate nach dem Öffnen. Man sollte das Öffnungsdatum auf der Verpackung notieren, damit die Nutzungsdauer im Blick bleibt.
Produkte sollten sauber verschlossen, trocken und bei normaler Raumtemperatur gelagert werden. Direkte Sonne und dauerhaft feucht-heiße Badezimmerluft sind ungünstig, weil Feuchtigkeit, Wärme und Licht das Produkt verändern können. Warnzeichen sind ein veränderter Geruch, eine Farbveränderung, getrennte Phasen, eine eingetrocknete Textur oder eine deutlich andere Anwendung. Dann gehört das Produkt aussortiert.
Augen-Make-up braucht besondere Aufmerksamkeit. Bei Mascara gilt die Herstellerangabe, meist sind das zwei bis vier Monate nach dem Kauf. Mascara wird nicht mit Wasser oder Speichel verdünnt, weil das die Konservierung verändert und Keime hineinkommen können. Augen-Make-up wird nicht geteilt, und nach einer Augeninfektion werden verwendete Produkte nicht weiterverwendet. Make-up-Pinsel und Schwämmchen werden sauber und vollständig trocken gelagert, damit sich keine Rückstände ansammeln.
