Du stehst vor dem Regal mit zwanzig verschiedenen Concealern und fragst dich, welche Farbe deine Augenringe wirklich abdeckt und welche Textur nicht in feinen Linien verläuft. Die gute Nachricht: Die richtige Wahl hängt von zwei Fragen ab, die du in zwei Minuten beantworten kannst. Erstens: Welchen Hautunterton hast du? Zweitens: Was willst du abdecken? Dunkle Augenringe brauchen eine andere Farbe und Konsistenz als ein einzelner Pickel oder gerötete Stellen. Wer diese beiden Punkte klärt, findet im Drogerie- oder Parfümerieregal schneller das passende Produkt, als wenn er wahllos Farbtöne auf dem Handrücken testet.
Der Concealer ist ein Abdeckstift, der gezielt einzelne Stellen kaschiert, während die Foundation den gesamten Teint vereinheitlicht. Er arbeitet mit Pigmenten und je nach Formel mit unterschiedlich viel Deckkraft. Die Farbe muss zum einen zu deinem Hautton passen, zum anderen zur Farbe des Makels, den du abdecken willst. Die Textur bestimmt, wie sich das Produkt auf der Haut anfühlt, wie lange es hält und ob es sich in Fältchen absetzt.
Den Hautunterton bestimmen: warm, kühl oder neutral
Der Hautunterton ist die Farbschicht unter der sichtbaren Hautoberfläche. Er bleibt gleich, ob du im Sommer braun wirst oder im Winter blasser bist. Es gibt drei Grundtypen: warm mit gelblichen oder goldenen Untertönen, kühl mit rosigen oder bläulichen Untertönen und neutral als Mischung aus beidem.
Ein einfacher Test: Schau dir die Innenseite deiner Handgelenke bei Tageslicht an. Sind deine Venen eher grünlich, hast du einen warmen Unterton. Erscheinen sie bläulich oder violett, ist dein Unterton kühl. Wenn du dich nicht eindeutig entscheiden kannst, bist du wahrscheinlich neutral.
Ein zweiter Test funktioniert mit Schmuck: Steht dir Gold besser als Silber, spricht das für einen warmen Unterton. Steht dir Silber besser, für einen kühlen. Wer mit beiden Metalltönen gut aussieht, hat meist einen neutralen Unterton.
Der Unterton ist wichtig, weil ein Concealer, der nicht dazu passt, auf der Haut grau oder aschig wirkt. Ein warmer Hautton verträgt einen Concealer mit gelblicher Basis. Ein kühler Hautton braucht einen leicht rosigen oder pfirsichfarbenen Unterton. Neutrale Haut kommt mit den meisten Farbtönen klar, solange sie nicht zu extrem in eine Richtung gehen.
Die richtige Farbe: Augenringe, Rötungen und Pickel getrennt behandeln
Ein Concealer muss nicht nur zu deinem Hautton passen, sondern auch zur Farbe des Makels. Hier gilt das Prinzip der Farbkorrektur: Die Komplementärfarbe neutralisiert die störende Farbe. Das klingt komplizierter, als es ist.
Dunkle Augenringe
Augenringe sind oft bläulich, violett oder bräunlich. Ein pfirsichfarbener oder orangefarbener Concealer neutralisiert die bläulichen Töne, bevor du deinen normalen Hautton darüberlegst. Bei sehr heller Haut reicht ein heller Pfirsichton, bei mittlerer Haut ein kräftigeres Apricot, bei dunkler Haut ein satter Orange- oder Korallton. Du trägst den Korrektor nur auf die dunkle Stelle auf, verblendest ihn leicht und legst dann einen Concealer in deinem Hautton darüber.
Rötungen und Pickel
Rötungen, ob von Pickeln, Couperose oder gereizter Haut, werden durch einen grünen Concealer neutralisiert. Grün ist die Komplementärfarbe zu Rot. Du tupfst den grünen Korrektor sparsam nur auf die rote Stelle, nicht auf die gesamte Fläche, und deckst dann mit einem Hautton-Concealer ab. Bei einem einzelnen Pickel reicht oft ein gut deckender Concealer in deinem Hautton, wenn er eine hohe Pigmentdichte hat.
Der Hautton-Concealer
Für den normalen Abdeck-Concealer, der nach der Farbkorrektur oder für leichte Unregelmäßigkeiten zum Einsatz kommt, gilt: Er sollte maximal einen bis zwei Nuancen heller sein als deine Foundation oder dein natürlicher Hautton. Deutlich hellere Concealer unter den Augen erzeugen den sogenannten Reverse-Raccoon-Effekt, also helle Kreise, die unnatürlich wirken. Wer keine Foundation trägt, wählt einen Concealer, der exakt dem Hautton an der Stelle entspricht, an der er aufgetragen wird.
Teste Concealer nicht am Handrücken, sondern an der Stelle, an der du ihn tragen willst. Am Kiefer oder direkt unter dem Auge siehst du, ob die Farbe wirklich verschmilzt. Tageslicht ist dabei entscheidend, denn künstliches Licht in Drogerien verfälscht die Farbwahrnehmung.
Die Textur: flüssig, Creme, Stift oder Puder
Die Textur entscheidet darüber, wie der Concealer auf der Haut liegt und wie lange er hält. Es gibt vier Grundtypen, und jeder hat seine Stärken.
Flüssiger Concealer
Flüssige Formeln mit Applikator oder Pipette sind die vielseitigste Wahl. Sie lassen sich dünn schichten, trocknen schnell und eignen sich für die meisten Hauttypen. Bei trockener Haut unter den Augen solltest du eine feuchtigkeitsspendende Variante wählen, die nicht in feinen Linien verkrustet. Bei öliger Haut greifst du zu einer mattierenden Formel. Flüssige Concealer decken von leicht bis stark, je nach Pigmentdichte.
Creme-Concealer
Cremige Texturen im Tiegel oder in der Tube haben eine höhere Deckkraft und eignen sich besonders für starke Verfärbungen, dunkle Augenringe und Narben. Sie sind reichhaltiger und legen sich wie eine zweite Haut über die Stelle. Bei trockener Haut sind sie eine gute Wahl, bei öliger Haut können sie im Laufe des Tages verlaufen. Creme-Concealer setzt du am besten mit einem kleinen Pinsel oder dem Finger auf und verblendest die Ränder sorgfältig.
Stift-Concealer
Der Stift ist der Klassiker für unterwegs. Er hat eine feste, wachsartige Konsistenz, deckt gut und lässt sich präzise auf einzelne Pickel oder kleine Stellen tupfen. Der Nachteil: Auf trockener Haut kann er sich kuchenartig anfühlen, und unter den Augen betont er oft feine Linien. Wer nur gelegentlich einen Pickel abdeckt, ist mit einem Stift gut bedient.
Puder-Concealer
Puderförmige Concealer sind selten und eher für sehr ölige Haut oder zum Fixieren gedacht. Sie bieten wenig Deckkraft und eignen sich nicht für trockene Stellen. Wer einen natürlichen, kaum sichtbaren Effekt will und nur leichte Rötungen hat, kann einen Puder-Concealer mit einem flauschigen Pinsel auftragen. Für starke Abdeckung ist er nicht die erste Wahl.
Auftragen: Weniger ist mehr, aber die Technik macht den Unterschied
Die beste Farbe und Textur nützen wenig, wenn du den Concealer falsch aufträgst. Die häufigsten Fehler sind zu viel Produkt, die falsche Stelle und das Verblenden mit zu viel Druck.
Bei Augenringen trägst du den Concealer in einer umgekehrten Dreiecksform unter dem Auge auf. Die breite Seite liegt unter der Pupille, die Spitze zeigt zur Wange. Diese Form hellt nicht nur den Augenring auf, sondern lässt das Gesicht optisch wacher wirken. Du verteilst das Produkt mit dem Ringfinger oder einem kleinen Pinsel in tupfenden Bewegungen, nicht mit Wischbewegungen. Wischen reibt das Produkt in die feinen Linien und macht sie sichtbarer.
Bei Pickeln tupfst du den Concealer nur auf die betroffene Stelle und verblendest den Rand mit einem kleinen Pinsel. Den Rest des Pickels lässt du frei, damit die Haut atmen kann. Wer den gesamten Pickel dick bedeckt, erzeugt einen sichtbaren Fleck, der sich vom restlichen Teint abhebt.
Nach dem Auftragen kannst du den Concealer mit einem losen Puder fixieren. Das verhindert, dass er in Falten abrutscht oder auf öliger Haut verlaufen. Ein Hauch Puder mit einem großen Pinsel reicht, zu viel Puder macht die Stelle trocken und maskenhaft.
Häufige Fehler und wie du sie korrigierst
Wenn der Concealer nach dem Auftragen grau aussieht, ist die Farbe zu hell oder der Unterton falsch. Ein gelblicher oder pfirsichfarbener Ton korrigiert das. Wenn er sich in Fältchen absetzt, hast du entweder zu viel Produkt verwendet oder die Formel ist zu trocken für deine Haut. Wechsle zu einer cremigeren Textur und trage dünner auf.
Wenn der Concealer auf öliger Haut verlaufen ist, fehlt das Puder-Fixieren. Wenn er auf trockener Haut bröckelt, fehlt die Feuchtigkeitspflege darunter. Trage vor dem Concealer eine leichte Augencreme oder Feuchtigkeitscreme auf und warte zwei Minuten, bis sie eingezogen ist.
Ein weiterer Fehler ist, den Concealer zu weit unter das Auge zu ziehen. Der Bereich direkt am Wimpernkranz ist meist dunkler, aber der Concealer gehört nicht auf das bewegliche Lid. Dort setzt er sich in der Lidfalte ab. Konzentriere dich auf den dunklen Halbmond unter dem Auge und die innere Augenwinkel.



