Gesichtscreme

Basispflege für die empfindliche Haut

Im Gesicht ist die Haut besonders empfindlich. Anders als an Beinen, Bauch und Rücken ist sie ganzjährig unbedeckt, also allen Witterungseinflüssen, Kälte, Hitze, Regen, Trockenheit und Umwelt schutzlos ausgesetzt. Ausgerechnet diese ohnehin schon strapazierte Haut wird mit Pflegeprodukten, mit Gesichtscreme, Make Up, reinigenden Kosmetika und Farben aller Art belastet, kommt mit gegeltem, gekurtem, geöltem, mit UV-Schutz besprühtem und gefärbtem Haar in Kontakt und wird hunderte Male täglich mit ungewaschenen Fingern berührt. Es ist kein Wunder, wenn die Gesichtshaut irritiert ist, kleine Pickelchen sich bilden, Rötungen und trockene Stellen auftreten. Eine gute, möglichst naturbelassene Basispflege kann die Schäden in Grenzen halten und die gestresste Gesichtshaut positiv beeinflussen.

Wenige einfache Mittel

Gesichtspflege

Eine gute Basispflege für das Gesicht enthält eine milde Reinigungslotion, eine feuchtigkeitsspendende Creme und bei trockener Haut (vor allem um die Augen herum) eine ölhaltige Gesichtscreme. Diese Produkte müssen nicht teuer sein, günstige Gesichtspflege kann auch gut sein. Wichtig ist, dass die Pflegeprodukte auf die Bedürfnisse der Haut abgestimmt sind. Gesichtspflege bei Akne sieht anders aus als die Gesichtpflege bei unreiner Haut, und trockene Haut oder Neurodermitis-Haut braucht wieder andere Produkte. Während die ersten beiden Hautformen eine gute Reinigung und viel beruhigende Pflege verlangen, braucht trockene Haut meist viel Feuchtigkeit, Neurodermitis-Haut dagegen eher eine rückfettende Pflege, die auch Öle enthält.

Morgens und am Abend ist die Reinigung der Haut wichtig. Eine milde, pflegende Lotion, die nach Möglichkeit keinen Alkohol enthalten sollte, wird gründlich abgewaschen, und danach braucht die Haut etwas Ruhe und Pflege. Trocken reiben ist übrigens auch bei Zeitmangel keine Option, denn die mechanische Reizung kann feine Verletzungen hervorrufen, die sich zu Entzündungen ausweiten und als Rötungen sichtbar werden. Gereinigte Haut wird trocken getupft, mit einem sauberen Tuch aus Naturtextilien. Baumwolle ist auf 60° C waschbar und bestens für Tücher im Bade- und Kosmetikbereich geeignet. Die trockene Haut wird mit einer feuchtigkeitsspendenden Gesichtscreme gepflegt, und erst wenn diese Creme eingezogen ist, sollte Make Up aufgetragen werden.

Wie die Pflege, so die Kosmetik

Auch bei Kosmetikprodukten wie Make Up, Wimperntusche, Augenbrauenstift und Lippenrot sollte man auf natürliche Inhaltsstoffe achten. Die Produkte bleiben lange auf der Haut und ziehen ein, sie werden nicht (wie Theaterschminke) nach wenigen Stunden wieder entfernt. Damit die Haut nicht austrocknet und auch nicht überfettet, ist eine getönte Feuchtigkeitscreme anstelle von Make Up eine gute Idee, ein leichter, loser Puder auf der Basis von Heilerde kann der Haut ebenfalls zugute kommen. Die Haut ab 35 braucht übrigens mehr Feuchtigkeit und kann mit speziellen Pflegeprodukten für reife Haut behandelt werden. Auch bei der Kosmetik gilt, dass weniger mehr ist. Denn zuviel Creme, Puder, Tönung, Farbe, Duft und Mattierung samt Fixierung verstopft die Hautporen, nimmt der Haut wortwörtlich die Luft. Denn der Körper atmet auch über die Haut: Verkleisterte Poren entwickeln Entzündungen, Rötungen, Mitesser.

Wichtig ist, dass man Gesichtscreme und andere Pflege- und Kosmetikprodukte nicht zu lange aufbewahrt, sie kühl und trocken lagert und keiner direkten Sonneneinstrahlung aussetzt. Die wenigsten Produkte sind mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen - nach sechs Monaten sind sie trotzdem reif für den Mülleimer. Denn natürliche Kosmetik ist nicht konserviert und beginnt, sich zu zersetzen. Der Geruch wird unangenehm, die Produkte ändern ihre Farbe und ihre Konsistenz. Wenn sich bei einer natürlichen Gesichtscreme lediglich etwas Öl absetzt, kann sie noch verwendet werden: Das Öl muss einfach nur wieder eingemischt werden.

Gute Qualität ist wichtig

Auch bei Kosmetika, die nur gelegentlich aufgetragen werden, wie Lippenstift, Rouge und Lidschatten, sollte man auf einwandfreie Qualität achten. Natürliche Inhaltsstoffe, keine Konservierungsmittel, keine Farb- und Duftstoffe sind die Voraussetzung für schöne Haut. Grob gilt: Je mehr künstliche Inhaltsstoffe eine Gesichtscreme, Make Up oder andere Kosmetikprodukte haben, desto seltener sollte man sie anwenden. Der Körper nimmt alle Inhaltsstoffe von Pflegemitteln über die Haut auf. Gute Gesichtscreme ist frei von Parabenen, von Mineralölen und Silikone - denn wer will das schon unter der Haut haben? Auch wenn die Produkte als unbedenklich gekennzeichnet sind und frei verkauft werden dürfen, sammeln sich die enthaltenen Chemikalien im Laufe der Jahre im Körper an und können zu Schäden führen.

Viele Hersteller von hochwertigen Pflegeprodukten haben inzwischen verschiedene Reihen für die unterschiedlichen Bedürfnisse herausgebracht. Die Weleda Granatapfel Gesichtspflege ist beispielsweise speziell auf die Bedürfnisse reifer Haut abgestimmt. Die Mandelöl-Produkte des gleichen Herstellers dagegen sind für besonders trockene und empfindliche Haut gedacht, während die Pflegeprodukte für Kinder Calendula beinhalten: Die Calendula Gesichtscreme ist aber auch für empfindliche Haut von Erwachsenen geeignet. Der Hersteller Dr. Hauschka arbeitet, wie Weleda, mit verschiedenen Pflanzenextrakten, die den einzelnen Pflegereihen ihren Namen geben. Die Cremes mit Blauer Mittagsblume sind zur Therapie von trockener Haut und Neurodermitis-Haut gedacht, während die Pflegeprodukte mit Quitte speziell auf die empfindliche Haut um die Augen herum gedacht sind, aber bei sensibler Haut auch im gesamten Gesicht eingesetzt werden können. Rosenextrakte pflegen leicht trockene Haut, Melisse ist dank der beruhigenden Wirkung bei Mischhaut geeignet. Andere Hersteller setzen auf Lavendel, Wildrosen, Rosmarin, Iris, Zitrone und Olive.

Die Hersteller von natürlichen Pflegeprodukten unterscheiden im Bereich von Gesichtscreme und -reinigung nicht zwischen den Geschlechtern. Während die meisten Firmen noch Artikel für die Herrenrasur und eventuell einen Deo für die Herren extra herausbringen, bleibt die Herren Gesichtspflege auf der Strecke. Vermeintlich, denn die Pflegeprodukte sind genau genommen unisex. Da sie nicht parfümiert sind und höchsten Ansprüchen genügen, sind sie selbstverständlich auch für Männerhaut geeignet, und eine spezielle Serie, wie sie konventionelle Kosmetikhersteller bemühen, sind unnötig.

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