Psoriasis, im Alltag oft Schuppenflechte genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Sie ist nicht ansteckend. Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes leben in Deutschland etwa zwei bis drei von hundert Menschen damit. Bei Psoriasis läuft die Hauterneuerung beschleunigt ab: Wo sich gesunde Haut über Wochen hinweg erneuert, bilden betroffene Stellen innerhalb weniger Tage neue Hautzellen. Diese stapeln sich als sichtbare, oft silbrig-weiße Schuppen auf geröteter, empfindlicher Haut.
Der Verlauf ist wellenförmig. Ruhige Phasen wechseln sich mit Schüben ab, in denen die Stellen jucken, brennen oder schmerzen. Cremen allein heilt Psoriasis nicht. Eine konsequente Basis-Pflege kann aber Schuppen lösen, die Hautbarriere stärken und Juckreiz lindern. Sie unterstützt außerdem die ärztliche Behandlung, die bei mittelschweren bis schweren Verläufen notwendig ist.
Was diese Pflege konkret leisten kann, welche Produkte sich für Gesicht, Körper und Kopfhaut eignen und worauf du beim Kauf achten solltest, erfährst du hier.
Warum die Haut so schnell schuppt
Bei gesunder Haut wandern Zellen von der untersten Schicht nach oben, verhornen und werden abgestoßen. Das dauert etwa vier Wochen. Bei Psoriasis verkürzt sich dieser Zyklus auf wenige Tage. Die Zellen haben keine Zeit, sich richtig zu verhornen, und bleiben als Schuppen an der Oberfläche kleben. Gleichzeitig wandern Entzündungszellen in die Haut ein und halten die Reaktion in Gang.
Die Folge: Die Hautbarriere ist gestört. Sie verliert schneller Feuchtigkeit, reagiert empfindlicher auf Reize und trocknet leichter aus. Genau hier setzt Pflege an. Sie ersetzt keine Therapie. Sie gibt der Haut, was sie in diesem Zustand braucht: Feuchtigkeit, Fett und Schutz vor äußeren Reizen.
Was Pflege wirklich leisten kann
Eine gute Basis-Pflege verfolgt drei Ziele. Sie löst lockere Schuppen, damit die Haut darunter atmen kann, und versorgt die gestörte Barriere mit Feuchtigkeit und Lipiden. Zugleich beruhigt sie die Haut und nimmt dem Juckreiz die Grundlage.
Kein Pflegeprodukt bringt die Hauterneuerung zurück auf ein normales Tempo. Pflege wirkt unterstützend. Wer zusätzlich eine ärztliche Therapie bekommt, etwa mit Salben oder Medikamenten, sollte die Pflege darauf abstimmen. Die Apotheke kann dabei helfen, Produkte zu wählen, die die Behandlung nicht stören.
Die Basis-Routine: Reinigen, Schuppen lösen, eincremen
Die Reihenfolge ist einfach und funktioniert morgens wie abends.
Beim Reinigen gilt: mild und kurz. Heißes Wasser entzieht der Haut Fett, aggressive Duschgele reizen sie zusätzlich. Nimm lauwarmes Wasser und ein rückfettendes, parfümfreies Waschstück oder Duschöl. Nach dem Duschen tupfst du die Haut trocken, statt sie zu rubbeln.
Schuppen löst du am besten im feuchten Zustand. Nach dem Duschen sind sie aufgeweicht und lassen sich mit den Fingerspitzen oder einem weichen Waschlappen vorsichtig lösen. Nicht kratzen und nicht mit Gewalt abziehen, sonst entstehen offene Stellen. Bei dicken Schuppenauflagen helfen Produkte mit Harnstoff oder Salicylsäure, die die Verhornung aufweichen. Welches Mittel zu deiner Haut passt, klärt am besten die Apotheke.
Direkt nach dem Trocknen, am besten innerhalb von drei Minuten, kommt die Creme auf die noch leicht feuchte Haut. So bleibt mehr Feuchtigkeit in der Barriere. Bei sehr trockenen Stellen hilft eine reichhaltigere Creme oder eine kurze Einwirkzeit mit einem Pflegeöl.
Die richtige Pflege für Gesicht, Körper und Kopfhaut
Nicht jede Stelle braucht dasselbe Produkt.
Das Gesicht ist empfindlicher als der Körper. Hier eignen sich leichte, nicht fettende Cremes ohne Duftstoffe, die morgens unter dem Make-up und abends als Nachtpflege funktionieren. Achte darauf, dass die Creme keine Alkohole enthält, die austrocknen.
Am Körper, besonders an Ellenbogen, Knien und Schienbeinen, darf es reichhaltiger sein. Diese Stellen haben wenig Unterhautfett, sind oft rissig und nehmen fette Cremes gut auf. Eine dicke Schicht über Nacht, am besten unter Baumwollkleidung, wirkt bei hartnäckigen Stellen wie eine Kur.
Die Kopfhaut ist ein eigener Fall. Hier sitzen die Schuppen im Haar und sind schwer zu erreichen. Spezielle Shampoos gegen Schuppenflechte enthalten Wirkstoffe, die die Schuppen lösen, ohne die Kopfhaut zu reizen. Lass das Shampoo einige Minuten einwirken und spüle gründlich. Wer zusätzlich eine Salbe oder ein Öl auf die betroffenen Stellen aufträgt, sollte das nur abends machen und die Rückstände morgens auswaschen.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Der Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich. Parfüm, Farbstoffe und Alkohol reizen empfindliche Haut häufiger, als sie ihr nutzen. Produkte mit Harnstoff oder Salicylsäure gelten als bewährt, wenn es darum geht, Schuppen aufzuweichen. Panthenol und Ceramide unterstützen die Regeneration der Barriere.
Ein neues Produkt testest du am besten zuerst an einer kleinen Stelle, etwa am Unterarm. Wenn die Haut dort nach zwei Tagen ruhig bleibt, kannst du es großflächiger anwenden. Und: Teuer heißt nicht besser. Entscheidend ist, ob die Textur zu deiner Haut und deinem Alltag passt. Eine fettige Creme, die du nicht verträgst, hilft weniger als eine leichte, die du täglich benutzt.
Wann die Apotheke die bessere Anlaufstelle ist
Bei Psoriasis ist die Hautpflege keine Einheitslösung. Die Apotheke kann die Produkte auf deinen Hautzustand, die betroffenen Stellen und deinen Alltag abstimmen. Sie kennt die Unterschiede zwischen Basiscremes, Schuppenlösern und juckreizlindernden Mitteln und weist auf mögliche Reizungen hin, etwa wenn ein Wirkstoff für deine Haut zu stark ist.
Das ist besonders dann hilfreich, wenn du mehrere Stellen gleichzeitig pflegst oder unsicher bist, ob ein Produkt mit deiner ärztlichen Behandlung verträglich ist. Nimm am besten mit, was du bisher benutzt hast und was der Arzt verordnet hat.
Was du besser lässt
Ein paar Gewohnheiten machen die Haut unnötig schlechter. Heiße Bäder und lange Duschen entziehen Feuchtigkeit. Enge synthetische Kleidung scheuert und staut Wärme, beides reizt die Stellen. Wolle direkt auf der Haut kratzt. Baumwolle ist die schonendere Wahl, besonders als Unterwäsche und im Bett.
Auch beim Pflegen gibt es Fehler: Peelings mit Körnern reißen die empfindliche Haut auf, und aggressives Abziehen der Schuppen hinterlässt Wunden. Wer den Juckreiz mit Kratzen beantwortet, verstärkt die Entzündung. Kühle Umschläge oder eine kühlende Creme beruhigen besser.
Wann die Haut in ärztliche Behandlung gehört
Pflege ersetzt keine Diagnose. Wenn sich die Stellen trotz konsequenter Pflege ausbreiten, stark entzündet sind oder Gelenke schmerzen, gehört die Haut in ärztliche Behandlung. Auch wer zum ersten Mal Schuppenflechte bemerkt, sollte einen Hautarzt aufsuchen, um die Diagnose zu sichern und eine Therapie zu besprechen. Die Pflege läuft dann neben der Behandlung weiter, abgestimmt auf das, was der Arzt verordnet.



