Psoriasis, im Alltag auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in Deutschland etwa 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung betrifft. Sie ist nicht ansteckend, aber für viele Betroffene eine tägliche Belastung: Die Haut erneuert sich bei Psoriasis im Zeitraffer, sodass sich überschüssige Hautzellen als silbrig-weiße Schuppen auf geröteten, entzündeten Stellen ansammeln. Typische Bereiche sind Ellbogen, Knie, Kopfhaut und der untere Rücken, aber auch Nägel und Gelenke können betroffen sein.

Die Erkrankung verläuft oft in Wellen. Ruhigere Phasen wechseln sich mit Schüben ab, in denen die Stellen rot, schuppig und manchmal auch juckend, brennend oder schmerzhaft sind. Viele Betroffene kennen das Gefühl, dass „nichts so richtig hilft“. Tatsächlich lässt sich Psoriasis nicht wegcremen, und eine Heilung gibt es bislang nicht. Aber die richtige Hautpflege kann den Alltag spürbar erleichtern: Sie löst Schuppen und stärkt die Hautbarriere. Zugleich reduziert sie Juckreiz und unterstützt die Wirkung ärztlicher Behandlungen.

Dieser Beitrag zeigt, worauf es bei der Pflege von Psoriasis-Haut ankommt, welche Inhaltsstoffe sinnvoll sind, welche Fehler sich vermeiden lassen und wie Sie eine passende Routine für Ihren Hauttyp finden.

Warum Psoriasis-Haut besondere Pflege braucht

Bei gesunder Haut dauert es etwa vier Wochen, bis neue Hautzellen von der untersten Schicht an die Oberfläche wandern und dort abgestoßen werden. Bei Psoriasis verkürzt sich dieser Zyklus auf wenige Tage. Die Haut produziert so viele neue Zellen, dass sie sich an der Oberfläche stapeln, bevor sie abfallen können. Das Ergebnis sind dicke, schuppige Beläge auf entzündeter Haut.

Diese beschleunigte Erneuerung hat Folgen für die Hautbarriere. Die äußere Schutzschicht, die normalerweise Feuchtigkeit speichert und Reizstoffe abwehrt, ist bei Psoriasis geschwächt. Die Haut trocknet schneller aus, reagiert empfindlicher auf äußere Einflüsse und neigt zu Rissen, die jucken oder schmerzen können. Gleichzeitig ist die Haut an den betroffenen Stellen entzündet, was die Empfindlichkeit weiter erhöht.

Aus diesem Grund reicht bei Psoriasis keine normale Körperpflege. Die Haut braucht Produkte, die drei Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Sie müssen Feuchtigkeit spenden, die gestörte Barriere unterstützen und Entzündungen nicht zusätzlich anheizen. Produkte mit vielen Duftstoffen, Alkohol oder aggressiven Reinigungssubstanzen können die ohnehin gereizte Haut weiter belasten.

Die Grundregel: Sanft reinigen, konsequent pflegen

Die wichtigste Regel für Psoriasis-Haut lautet: Behandeln Sie Ihre Haut so sanft wie möglich. Das beginnt beim Waschen und Duschen und endet bei der Wahl der Pflegeprodukte.

Richtig duschen bei Psoriasis

Heißes Wasser ist für Psoriasis-Haut kontraproduktiv. Es entzieht der Haut Feuchtigkeit und regt die Durchblutung an, was Entzündungen verstärken kann. Duschen Sie stattdessen lauwarm, also bei Temperaturen, die sich auf der Haut angenehm anfühlen, aber nicht heiß sind. Auch die Dauer spielt eine Rolle: Lange, ausgedehnte Duschbäder trocknen die Haut zusätzlich aus. Beschränken Sie das Duschen auf wenige Minuten und verwenden Sie lauwarmes statt heißem Wasser.

Verzichten Sie außerdem auf lange Vollbäder in heißem Wasser. Wenn Sie ein Bad genießen möchten, dann lauwarm und mit Badeölen, die die Haut gleichzeitig pflegen. Trocknen Sie sich nach dem Duschen oder Baden nicht mit dem Handtuch ab, sondern tupfen Sie die Haut vorsichtig trocken. Reiben verstärkt die Reizung und kann Schuppen gewaltsam lösen, was die darunterliegende empfindliche Haut verletzt.

Die richtige Reinigung

Normale Seifen sind für Psoriasis-Haut meist zu aggressiv. Sie greifen den Säureschutzmantel der Haut an, der bei Psoriasis ohnehin geschwächt ist, und können den Juckreiz verstärken. Verwenden Sie stattdessen milde, rückfettende Waschlotionen oder Duschgele ohne Duftstoffe und ohne Alkohol. Diese reinigen die Haut, ohne sie zusätzlich auszutrocknen.

Achten Sie bei der Reinigung darauf, die betroffenen Stellen nicht mit Waschlappen oder Bürsten zu bearbeiten. Die mechanische Reibung reizt die entzündete Haut und kann neue Schübe auslösen. Reinigen Sie die Haut mit den Händen oder einem sehr weichen Tuch und spülen Sie alle Rückstände gründlich ab.

Feuchtigkeit ist das A und O

Psoriasis-Haut verliert schneller Feuchtigkeit als gesunde Haut, weil die gestörte Barriere das Wasser nicht ausreichend halten kann. Deshalb gehört eine konsequente Feuchtigkeitspflege zu den wichtigsten Maßnahmen im Alltag. Sie gleicht den Feuchtigkeitsmangel aus, macht die Haut geschmeidiger und reduziert das Spannungsgefühl, das viele Betroffene kennen.

Der beste Zeitpunkt für die Pflege ist direkt nach dem Duschen oder Baden. Die noch leicht feuchte Haut nimmt die Pflegeprodukte besser auf und kann die Feuchtigkeit länger speichern. Tragen Sie die Creme oder Lotion innerhalb weniger Minuten nach dem Abtrocknen auf, am besten auf die noch leicht feuchte Haut.

Inhaltsstoffe, die Feuchtigkeit binden

Bestimmte Wirkstoffe haben sich in der Pflege von Psoriasis-Haut bewährt, weil sie Wasser in der Haut binden und so den Feuchtigkeitshaushalt verbessern:

  • Glycerin zieht Wasser an und bindet es in der oberen Hautschicht. Es gehört zu den am besten untersuchten Feuchthaltemitteln und ist in vielen Pflegeprodukten enthalten.
  • Harnstoff (Urea) hat eine doppelte Wirkung: Er bindet Feuchtigkeit und löst gleichzeitig überschüssige Hornschicht. Bei Psoriasis kann Urea helfen, die Schuppen weicher zu machen und die Haut geschmeidiger zu halten. In höheren Konzentrationen wirkt er schuppenlösend, in niedrigeren Konzentrationen vor allem feuchtigkeitsspendend.
  • Hyaluronsäure kann ein Vielfaches ihres eigenen Gewichts an Wasser binden und polstert die Haut von innen auf. Sie eignet sich besonders für die Pflege trockener, gespannter Hautpartien.

Diese Feuchthaltemittel finden sich in unterschiedlichen Kombinationen in Pflegeprodukten. Für die tägliche Basis-Pflege sind Produkte mit Glycerin oder Urea in niedriger bis mittlerer Konzentration gut geeignet.

Fette und Lipide für die Barriere

Feuchtigkeit allein reicht nicht aus. Die gestörte Hautbarriere braucht auch Fette und Lipide, die die schützende Lipidschicht der Haut wieder aufbauen. Je nach Hauttyp und Jahreszeit kommen unterschiedliche Produkte infrage:

  • Salben haben den höchsten Fettgehalt und eignen sich für sehr trockene, fettarme Haut. Sie legen sich wie ein schützender Film auf die Haut und verhindern den Feuchtigkeitsverlust.
  • Cremes enthalten Wasser und Fett in ausgewogenem Verhältnis. Sie eignen sich für normal bis trockene Haut und für die Pflege größerer Flächen.
  • Lotionen haben den niedrigsten Fettgehalt und ziehen schnell ein. Sie sind für fettigere Haut oder für warme Sommertage geeignet, an denen schwerere Produkte unangenehm sind.

Die Wahl des richtigen Produkts hängt von Ihrem Hauttyp ab. Wer von Natur aus trockene, fettarme Haut hat, sollte zu Salben oder reichhaltigen Cremes greifen. Wer eher fettige Haut hat, fährt mit leichten Cremes oder Lotionen besser. Auch die betroffene Körperstelle spielt eine Rolle: Im Gesicht sind leichtere Produkte angenehmer, an Ellbogen und Knien dürfen es reichhaltigere Formulierungen sein.

Schuppen sanft lösen

Die sichtbaren Schuppen sind für viele Betroffene der größte Störfaktor. Sie lassen sich jedoch nicht einfach abreiben oder abkratzen. Gewaltsames Entfernen verletzt die darunterliegende entzündete Haut und kann die Situation verschlimmern. Stattdessen sollten Schuppen mit geeigneten Wirkstoffen aufgeweicht und dann sanft abgelöst werden.

Salicylsäure als bewährter Wirkstoff

Salicylsäure ist einer der am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe zur Schuppenlösung bei Psoriasis. Sie wird in Form von Cremes oder Lösungen auf die betroffenen Stellen aufgetragen und weicht die verhornten Schuppen auf. Nach einer Einwirkzeit von mehreren Stunden lassen sich die Schuppen in der Regel sanft ablösen, zum Beispiel beim Duschen oder mit einem weichen Tuch.

Wichtig ist, Salicylsäure nicht auf großflächig entzündete oder offene Haut aufzutragen. Sie kann über die Haut aufgenommen werden und in zu hoher Konzentration oder bei zu großflächiger Anwendung Nebenwirkungen verursachen. Verwenden Sie Produkte mit Salicylsäure daher nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und halten Sie sich an die empfohlene Anwendungsdauer.

Die Pflege nach dem Schuppenlösen

Nachdem die Schuppen abgelöst sind, ist die darunterliegende Haut besonders empfindlich. Sie braucht jetzt eine reichhaltige Pflege, die Feuchtigkeit spendet und die Barriere stärkt. Eine Fettcreme oder Salbe legt sich schützend über die gereizte Haut und verhindert, dass sie austrocknet oder erneut aufreißt.

Die Kombination aus Schuppenlösung und anschließender Fettpflege ist ein bewährtes Prinzip in der Psoriasis-Behandlung. Sie macht die Haut glatter, reduziert das Spannungsgefühl und verbessert das Hautbild sichtbar.

Inhaltsstoffe, die bei Psoriasis helfen können

Neben den Feuchthaltemitteln und Fetten gibt es eine Reihe von Pflanzenextrakten und Wirkstoffen, die in der Psoriasis-Pflege eingesetzt werden. Sie sollen den Juckreiz lindern oder Entzündungen hemmen.

Pflanzliche Wirkstoffe gegen Juckreiz und Entzündung

  • Hamamelis (Zaubernuss) wird traditionell bei juckender, gereizter Haut eingesetzt. Der Extrakt soll den Juckreiz mildern und die Haut beruhigen. Er findet sich in vielen Pflegeprodukten für empfindliche Haut.
  • Kamille wirkt entzündungshemmend und beruhigend. Sie eignet sich besonders für gerötete, gereizte Hautpartien.
  • Spitzwegerich und Weihrauch werden ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben. Sie kommen in speziellen Pflegeprodukten für Psoriasis-Haut vor.
  • Sonnenhut (Echinacea) wird in der Naturheilkunde bei entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt.

Diese pflanzlichen Wirkstoffe können die Hautpflege sinnvoll ergänzen. Sie ersetzen jedoch keine ärztliche Behandlung und wirken bei jedem Menschen unterschiedlich. Probieren Sie aus, welche Inhaltsstoffe Sie persönlich gut vertragen.

Essenzielle Fettsäuren

Essenzielle Fettsäuren wie Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren gelten als besonders wertvoll für die Psoriasis-Haut. Sie unterstützen die Hautbarriere, wirken entzündungshemmend und können die Haut von innen stärken. Sie lassen sich auf zwei Wegen zuführen:

  • Über die Haut: Cremes und Lotionen mit essenziellen Fettsäuren versorgen die betroffenen Stellen direkt mit Lipiden und unterstützen den Wiederaufbau der Hautbarriere.
  • Über die Ernährung: Fetter Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering ist reich an Omega-3-Fettsäuren. Auch Leinöl, Walnüsse und Chiasamen liefern wertvolle Fettsäuren. Vielen Menschen mit Psoriasis wird empfohlen, regelmäßig Fisch zu essen, um den Körper mit essenziellen Fettsäuren zu versorgen.

Die Kombination aus äußerer Pflege und ausgewogener Ernährung kann die Haut spürbar verbessern. Essenzielle Fettsäuren ersetzen zwar keine medikamentöse Therapie, unterstützen aber die Hautgesundheit auf natürliche Weise.

Pflegeserien für Psoriasis-Haut

Viele Kosmetikhersteller haben spezielle Pflegeserien für Psoriasis-Haut entwickelt. Diese Produkte sind auf die besonderen Bedürfnisse der erkrankten Haut abgestimmt: Sie enthalten möglichst wenige Inhaltsstoffe, verzichten auf Duftstoffe und reizende Substanzen und kombinieren Feuchtigkeitsspender mit schuppenlösenden oder entzündungshemmenden Wirkstoffen.

Worauf Sie bei der Auswahl einer Pflegeserie achten sollten:

  • Wenige Inhaltsstoffe: Produkte mit kurzen Inhaltsstofflisten sind oft besser verträglich, weil weniger Substanzen potenzielle Reizungen auslösen können.
  • Keine Duftstoffe: Parfüm ist einer der häufigsten Auslöser von Hautreizungen. Wählen Sie Produkte ohne oder mit sehr wenig Duftstoffen.
  • Feuchtigkeitsspender: Glycerin, Urea und Hyaluronsäure sollten in der Inhaltsstoffliste enthalten sein.
  • Rückfettende Substanzen: Öle, Butter oder Lipide unterstützen die gestörte Hautbarriere.
  • Beruhigende Wirkstoffe: Hamamelis, Kamille oder andere entzündungshemmende Pflanzenextrakte können den Juckreiz lindern.

Es gibt auch spezielle Produkte für die Kopfhaut, die bei Psoriasis besonders häufig betroffen ist. Kopfhaut-Pflegeprodukte gibt es als Shampoos, Lösungen oder Gele, die auf die empfindliche Kopfhaut abgestimmt sind. Sie enthalten oft Salicylsäure zur Schuppenlösung oder andere Wirkstoffe, die die Kopfhaut beruhigen.

Auch für die Kinderhaut gibt es entsprechende Psoriasis-Produkte. Sie sind in der Regel besonders mild formuliert und auf die empfindlichere Haut von Kindern abgestimmt. Wenn Ihr Kind von Psoriasis betroffen ist, lassen Sie sich in der Apotheke oder von Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt beraten.

Die richtige Pflegeroutine im Alltag

Eine konsequente Routine ist bei Psoriasis wichtiger als einzelne teure Produkte. Die Haut profitiert von regelmäßiger Pflege, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Eine mögliche Tagesroutine sieht so aus:

Morgens:

  • Reinigen Sie die Haut mit einer milden, rückfettenden Waschlotion.
  • Tragen Sie eine leichte Creme oder Lotion auf, die schnell einzieht und die Haut für den Tag versorgt.
  • Bei betroffenen Stellen im Gesicht eignet sich eine spezielle Gesichtspflege ohne Duftstoffe.

Abends:

  • Duschen Sie lauwarm und kurz. Verwenden Sie ein mildes Duschgel ohne Duftstoffe.
  • Tupfen Sie die Haut trocken und tragen Sie direkt danach eine reichhaltigere Pflege auf.
  • Bei starken Schuppen können Sie eine Salicylsäure-Creme auf die betroffenen Stellen auftragen und über Nacht einwirken lassen.

Ein- bis zweimal pro Woche:

  • Führen Sie eine Schuppenlösung durch, indem Sie Salicylsäure-Produkte auftragen und nach der Einwirkzeit die gelösten Schuppen sanft abspülen.
  • Anschließend die Haut mit einer Fettcreme pflegen.

Diese Routine ist ein Grundgerüst, das Sie an Ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen können. In trockenen Wintermonaten braucht die Haut oft reichhaltigere Pflege als im Sommer. In Schubphasen kann eine intensivere Pflege sinnvoll sein, in ruhigen Phasen reicht oft eine leichtere Basis-Pflege.

Typische Fehler in der Psoriasis-Hautpflege

Viele Betroffene machen im Umgang mit ihrer Haut gut gemeinte, aber kontraproduktive Fehler. Diese sollten Sie vermeiden:

Zu heiß duschen oder baden. Heißes Wasser entzieht der Haut Feuchtigkeit und verstärkt Entzündungen. Duschen Sie lauwarm und kurz.

Schuppen abkratzen oder abreiben. Gewaltsames Entfernen von Schuppen verletzt die darunterliegende entzündete Haut und kann neue Schübe auslösen. Lösen Sie Schuppen stattdessen mit Salicylsäure und spülen Sie sie sanft ab.

Aggressive Seifen und Duschgele verwenden. Normale Seifen greifen den Säureschutzmantel an und trocknen die Haut zusätzlich aus. Verwenden Sie milde, rückfettende Produkte ohne Duftstoffe.

Auf Pflege verzichten, wenn die Haut gerade ruhig ist. Auch in schubfreien Phasen braucht Psoriasis-Haut konsequente Pflege. Die regelmäßige Basis-Pflege stärkt die Hautbarriere und kann dazu beitragen, dass Schübe seltener oder schwächer auftreten.

Zu viele verschiedene Produkte gleichzeitig verwenden. Wer ständig die Pflege wechselt oder viele Produkte gleichzeitig anwendet, kann die Haut überfordern und Reizungen verstärken. Bleiben Sie bei einer abgestimmten Routine und führen Sie neue Produkte einzeln ein.

Produkte mit vielen Duftstoffen oder Alkohol verwenden. Duftstoffe und Alkohol sind häufige Auslöser von Hautreizungen. Achten Sie auf Produkte mit kurzen Inhaltsstofflisten ohne Parfüm.

Wann Sie ärztliche Hilfe suchen sollten

Hautpflege ist ein wichtiger Baustein im Umgang mit Psoriasis, aber sie ersetzt keine medizinische Behandlung. Wenn Ihre Haut trotz konsequenter Pflege nicht besser wird, wenn sich die betroffenen Stellen ausbreiten oder wenn Sie starke Schmerzen oder Juckreiz haben, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Psoriasis ist eine komplexe Erkrankung, die Haut, Nägel und Gelenke betreffen kann. Der Schweregrad kann im Laufe der Zeit schwanken, und es gibt viele Behandlungsoptionen, von äußerlichen Präparaten über Lichttherapie bis zu systemischen Medikamenten. Die richtige Wahl zu treffen, ist nicht immer einfach. Hier helfen medizinische Leitlinien.

Was sind Leitlinien?

Eine medizinische Leitlinie ist ein Wegweiser für die Behandlung. Sie fasst das aktuelle Wissen aus Forschung und Erfahrung zusammen und gibt Ärztinnen und Ärzten Empfehlungen, wie in bestimmten Situationen am besten vorgegangen werden sollte. Leitlinien basieren auf dem besten verfügbaren wissenschaftlichen Stand und werden regelmäßig aktualisiert.

Für die Psoriasis gibt es eine S3-Leitlinie, die höchste Qualitätsstufe medizinischer Leitlinien. Sie umfasst unter anderem Empfehlungen zu Therapiezielen, Behandlungsoptionen und Überwachung der Therapien. Die Leitlinie ist gesetzlich nicht bindend, hilft aber, die Behandlung für alle Betroffenen zu verbessern.

Zusätzlich gibt es eine Patientenleitlinie, die die medizinischen Empfehlungen leicht verständlich erklärt. Sie richtet sich speziell an Menschen mit Psoriasis und ihre Angehörigen und hilft, die Behandlungsmöglichkeiten zu verstehen und gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt gute Entscheidungen zu treffen.

Die Apotheke als Anlaufstelle

Auch die Apotheke kann bei der Hautpflege helfen. Apothekerinnen und Apotheker können die Pflege individuell auf Ihren Hautzustand, die betroffenen Stellen und Ihren Alltag abstimmen. Sie beraten zu Basiscremes, Schuppenlösern und juckreizlindernden Produkten, zeigen die richtige Anwendung und weisen auf mögliche Reizungen und Risiken hin.

Für eine bestmögliche Versorgung ist es wichtig, Ärztinnen und Ärzte zu finden, die mit Psoriasis gut vertraut sind und sich bei der Behandlung an der Leitlinie orientieren. Eine gute Arzt-Patienten-Beziehung, in der Behandlungsziele gemeinsam besprochen werden, ist die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie.

Kosmetik und Make-up bei Psoriasis

Viele Betroffene fragen sich, ob sie bei Psoriasis Kosmetik verwenden dürfen. Die Antwort ist: Ja, Kosmetika und andere Pflegeprodukte sind für Menschen mit Psoriasis nicht grundsätzlich verboten. Sie sollten jedoch sorgfältig auswählen, welche Produkte Sie verwenden, und beobachten, wie Ihre Haut darauf reagiert.

Grundsätzlich gilt: Produkte mit wenigen Inhaltsstoffen, ohne Duftstoffe und ohne reizende Substanzen sind die sicherste Wahl. Wenn Sie ein neues Produkt ausprobieren, testen Sie es zunächst an einer kleinen, unauffälligen Stelle und beobachten Sie die Reaktion Ihrer Haut. Falls keine Probleme auftreten, können Sie das Produkt bedenkenlos verwenden.

Bei Make-up sollten Sie auf nicht komedogene Produkte achten, also Produkte, die die Poren nicht verstopfen. Auch hier gilt: Weniger ist oft mehr. Eine getönte Tagescreme kann Rötungen abdecken und gleichzeitig pflegen, ohne die Haut zu belasten.

Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte für die Psoriasis-Hautpflege

Die richtige Hautpflege kann den Alltag mit Psoriasis spürbar erleichtern. Diese Punkte sollten Sie sich merken:

  1. Sanft reinigen: Duschen Sie lauwarm und kurz, verwenden Sie milde, rückfettende Produkte ohne Duftstoffe und tupfen Sie die Haut nach dem Waschen trocken statt zu reiben.

  2. Konsequent pflegen: Tragen Sie direkt nach dem Duschen eine Feuchtigkeitspflege auf. Glycerin, Urea und Hyaluronsäure binden Feuchtigkeit, Fette und Lipide stärken die Hautbarriere.

  3. Schuppen sanft lösen: Verwenden Sie Salicylsäure-Cremes, um Schuppen aufzuweichen, und spülen Sie sie nach der Einwirkzeit sanft ab. Anschließend die Haut mit einer Fettcreme pflegen.

  4. Produkte auf den Hauttyp abstimmen: Trockene, fettarme Haut braucht Salben mit hohem Fettgehalt, fettige Haut kommt mit leichten Cremes oder Lotionen besser zurecht.

  5. Auf reizende Inhaltsstoffe verzichten: Duftstoffe, Alkohol und aggressive Reinigungssubstanzen können die Haut zusätzlich belasten. Wählen Sie Produkte mit wenigen Inhaltsstoffen.

  6. Pflanzliche Wirkstoffe gezielt einsetzen: Hamamelis kann den Juckreiz mildern, Kamille, Spitzwegerich und Weihrauch wirken entzündungshemmend.

  7. Essenzielle Fettsäuren zuführen: Über Cremes und über die Ernährung, zum Beispiel mit fettem Fisch, unterstützen Sie die Haut von innen.

  8. Ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen: Wenn die Pflege nicht ausreicht oder sich die Haut verschlechtert, suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf. Leitlinien und die Beratung in der Apotheke helfen, die richtige Behandlung zu finden.

Psoriasis ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist. Aber mit der richtigen Pflege, einer konsequenten Routine und einer guten medizinischen Betreuung können Sie Ihre Haut spürbar verbessern und den Alltag angenehmer gestalten. Probieren Sie aus, welche Produkte und Inhaltsstoffe Ihre Haut am besten verträgt, und bleiben Sie geduldig: Hautpflege bei Psoriasis ist kein Sprint, sondern ein Marathon.