Brüchige Haare sind ein häufiges Problem: Die Haare fühlen sich strohig an, splissen an den Spitzen und brechen schon bei sanftem Bürsten ab.

Meist liegt das an der Pflegeroutine, manchmal aber auch an inneren Faktoren wie Hormonen, Krankheiten oder Nährstoffmangel. Die gute Nachricht: Sie können selbst viel tun, um die Haarstruktur zu verbessern. Entscheidend ist, die Ursache zu erkennen und dann gezielt zu handeln. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, welche Pflege, Styling-Gewohnheiten und Ernährungsbausteine gegen Haarbruch wirken und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist.

Warum Haare brechen: Die häufigsten Ursachen

Haare bestehen aus Keratin, einem Protein, das durch äußere Einflüsse geschädigt wird. Die häufigsten Auslöser für Brüchigkeit sind:

  • Hitze: Föhn, Glätteisen und Lockenstab entziehen dem Haar Feuchtigkeit und zerstören die schützende Schuppenschicht. Bei zu hohen Temperaturen wird das Keratin spröde.
  • Chemische Behandlungen: Blondieren, Färben, Dauerwellen und Glättungen öffnen die Schuppenschicht und greifen die Haarstruktur an. Je häufiger diese Behandlungen stattfinden, desto anfälliger wird das Haar.
  • Mechanische Belastung: Zu festes Bürsten, enge Zopfgummis, raue Kissenbezüge und nasse Haare, die Sie grob durchkämmen, können das Haar überdehnen und brechen lassen.
  • Trockene Umgebung: Heizungsluft im Winter, starke Sonne und Chlor- oder Salzwasser entziehen dem Haar Feuchtigkeit.
  • Innere Faktoren: Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, hormonelle Umstellungen oder eine unausgewogene Ernährung können die Haarqualität beeinflussen. Auch bestimmte Medikamente können brüchiges Haar verursachen.

Wenn Sie die Ursache kennen, können Sie gezielt gegensteuern. Bei äußeren Schäden hilft eine angepasste Pflegeroutine, bei inneren Faktoren ist oft ärztlicher Rat nötig.

Die richtige Pflegeroutine für geschädigtes Haar

Die Basis gegen Haarbruch ist eine Pflegeroutine, die Feuchtigkeit spendet und das Haar nicht zusätzlich belastet. Beginnen Sie mit einem milden Shampoo ohne Sulfate, das die Haare nicht austrocknet. Waschen Sie die Haare nicht täglich, sondern nur alle zwei bis drei Tage, damit die natürlichen Öle der Kopfhaut das Haar schützen können.

Nach dem Waschen gehört eine Spülung oder Haarkur dazu. Achten Sie auf Inhaltsstoffe wie Glycerin, Aloe Vera oder Hyaluronsäure, die Feuchtigkeit binden. Einmal pro Woche können Sie eine intensivere Maske auftragen und einige Minuten einwirken lassen. Für sehr trockenes Haar eignen sich Öle wie Arganöl, Kokosöl oder Jojobaöl. Tragen Sie ein paar Tropfen auf die Längen und Spitzen auf, am besten ins handtuchtrockene Haar. Das Öl legt sich wie ein Schutzfilm um das Haar und verhindert, dass Feuchtigkeit entweicht.

Kämmen Sie Ihre Haare nie im nassen Zustand mit einer feinen Bürste. Nasses Haar ist besonders dehnbar und bricht schnell. Verwenden Sie stattdessen einen grobzinkigen Kamm oder eine Bürste mit weichen Borsten und arbeiten Sie sich vorsichtig von den Spitzen nach oben vor. Beginnen Sie am besten schon während des Einwirkens der Spülung, wenn das Haar durch die Pflege geschmeidiger ist.

Hitzeschutz und schonendes Styling

Wenn Sie Föhn, Glätteisen oder Lockenstab nutzen, ist Hitzeschutz Pflicht. Ein Hitzeschutzspray oder -öl legt sich als Schutzschicht um das Haar und reduziert die Schädigung durch hohe Temperaturen. Wählen Sie ein Produkt, das ausreichend vor Hitze schützt, und verteilen Sie es gleichmäßig im handtuchtrockenen Haar, bevor Sie mit dem Styling beginnen.

Reduzieren Sie die Temperatur Ihrer Stylinggeräte. Passen Sie die Temperatur an Ihren Haartyp an: Für feines oder geschädigtes Haar wählen Sie eine niedrigere Stufe, für dickes Haar eine höhere. Höhere Temperaturen schaden mehr, als sie nutzen. Lassen Sie die Haare an der Luft trocknen, wann immer es möglich ist. Wenn Sie den Föhn nutzen, halten Sie ihn in ausreichendem Abstand vom Haar und bewegen Sie ihn ständig, statt eine Stelle lange zu erwärmen.

Auch die Wahl der Frisur beeinflusst die Bruchgefahr. Vermeiden Sie enge Zöpfe oder Dutts, die an derselben Stelle spannen. Wechseln Sie die Position des Haargummis und verwenden Sie Stoffgummis oder Spiral-Haargummis statt solcher mit Metallverschluss. Nachts schützt ein Seidenkissenbezug oder ein lockerer Zopf aus Stoff das Haar vor Reibung am Kissen.

Spitzen schneiden: Der wichtigste Schritt gegen Spliss

Brüchige Haare splissen an den Enden, und einmal gesplisste Spitzen lassen sich nicht reparieren. Pflegeprodukte können die Spitzen vorübergehend glätten, aber der Schaden bleibt. Der einzige wirksame Weg ist, die Spitzen regelmäßig zu schneiden. Planen Sie alle sechs bis acht Wochen einen Besuch beim Friseur ein, auch wenn Sie die Haare wachsen lassen möchten. Ein Schnitt von einem halben bis einem Zentimeter entfernt die geschädigten Enden und verhindert, dass der Spliss weiter nach oben wandert.

Wenn Sie die Spitzen selbst schneiden möchten, drehen Sie eine kleine Haarpartie zu einem Strang und schneiden Sie die herausstehenden Enden mit einer scharfen Schere ab. Arbeiten Sie in kleinen Schritten und nur an trockenem Haar, damit Sie die gesunden Längen nicht versehentlich kürzen. Eine professionelle Schere ist wichtig, denn stumpfe Haushaltsscheren quetschen das Haar und verursachen neue Brüche.

Ernährung und Nahrungsergänzung: Was wirklich hilft

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Haarstruktur von innen. Haare brauchen Eiweiß, Eisen, Zink, Vitamin A, Vitamin C und B-Vitamine. Gute Quellen sind Eier, Fisch, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte und grünes Blattgemüse. Wer sich ausgewogen ernährt, deckt in der Regel den Bedarf und benötigt keine zusätzlichen Präparate.

Ein häufig beworbenes Mittel gegen brüchige Haare ist Biotin, ein B-Vitamin. Biotin trägt nachweislich zum Erhalt normaler Haare bei, und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit erlaubt entsprechende Angaben auf Lebensmitteln. Allerdings ist die Studienlage zu Biotin und Haargesundheit insgesamt schwach, und ein Biotin-Mangel tritt bei gesunden Menschen nur sehr selten auf, weil das Vitamin in vielen Lebensmitteln steckt. Eine Supplementierung ohne nachgewiesenen Mangel bringt daher meist keinen zusätzlichen Nutzen und verursacht nur Kosten.

Wenn Sie Biotin-Präparate einnehmen möchten, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Biotin kann Laborwerte verfälschen, etwa bei Schilddrüsen- oder Herztests. Wer Biotin einnimmt, sollte das medizinische Personal vor einer Blutabnahme informieren. Bei Menschen mit Nierenproblemen können die Biotin-Konzentrationen im Blut erhöht sein, was die Gefahr von verfälschten Laborwerten zusätzlich steigert. Ohne ärztliche Absprache kann die Einnahme zu falschen Diagnosen führen.

Wann ein Arztbesuch sinnvoll ist

Wenn Ihre Haare trotz angepasster Pflege über mehrere Monate brüchig bleiben oder Sie zusätzlich Haarausfall, Hautveränderungen oder Müdigkeit bemerken, sollten Sie die Ursache medizinisch abklären lassen. Ein Blutbild kann Aufschluss geben über Eisenmangel, Schilddrüsenprobleme oder andere Mangelzustände. Auch hormonelle Veränderungen, etwa nach der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, können die Haarstruktur beeinflussen. Der Arzt kann gezielt testen und Ihnen bei Bedarf eine passende Behandlung vorschlagen.