Ob Hochzeit mit Rührungsmomenten, ein langer Lauf im Hochsommer oder ein Tag am See: Wenn Schweiß, Tränen oder Wasser ins Spiel kommen, entscheidet die Wahl des Make-ups darüber, ob der Look hält oder verläuft. Wasserfestes Make-up ist genau für diese Momente gebaut. Die Formeln enthalten weniger Feuchtigkeit und dafür mehr Wachse und filmbildende Stoffe. Dadurch haften sie länger auf der Haut und lassen Wasser abperlen, statt es aufzusaugen.
Wasserfest ist nicht gleich wasserdicht, und nicht jedes Produkt hält jeder Belastung stand. Wer die Unterschiede kennt, die richtigen Produkte für Augen, Gesicht und Lippen wählt und ein paar Handgriffe beherrscht, bekommt einen Look, der Schweiß, Tränen und sogar einen Sprung ins Wasser übersteht. Dazu gehört auch das richtige Entfernen am Abend, denn wasserfeste Formeln geben nicht von allein auf.
Was "wasserfest" auf der Verpackung bedeutet
Auf dem Markt begegnen dir zwei Bezeichnungen, die Hersteller nicht einheitlich verwenden: wasserfest und wasserdicht. In der Praxis steht wasserfest meist für Formeln, die Schweiß, Spritzwasser und leichte Feuchtigkeit abweisen. Wasserdichte Produkte halten zusätzlich längeren Kontakt mit Wasser aus, etwa beim Schwimmen oder im Regen. Für den Alltag und für Tränen bei einer Hochzeit reicht die wasserfeste Variante meist aus. Für einen Tag am Strand oder im Schwimmbad greifst du besser zu ausdrücklich wasserdichten Produkten.
Der Grund für die Haltbarkeit liegt in der Zusammensetzung. Wasserfestes Make-up enthält weniger Wasser und dafür mehr Wachse und filmbildende Stoffe, die auf der Haut einen schützenden Film bilden. Dieser Film lässt Wasser abperlen und verhindert, dass die Farbe verwischt. Ein Nebeneffekt: Die Formeln sind oft dichter und deckender, fühlen sich auf der Haut aber auch schwerer an als leichte, feuchtigkeitsspendende Produkte.
Achte beim Kauf auf die Kennzeichnung und auf den Verwendungszweck. Produkte für Augen, Gesicht und Lippen unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung deutlich. Eine wasserfeste Mascara hält deine Wimpern in Form, sagt aber nichts über die Haltbarkeit deiner Foundation aus.
Die richtigen Produkte für Augen, Gesicht und Lippen
Für jede Partie gibt es passende wasserfeste Formeln, und die Wahl hängt davon ab, welcher Belastung der Look standhalten soll.
Bei den Augen ist wasserfeste Mascara der Klassiker. Sie enthält Filmbildner, die die Wimpern umhüllen und die Farbe an Ort und Stelle halten. Für Tränen, etwa bei einer Hochzeit, wählst du zusätzlich einen wasserfesten Eyeliner oder einen Gel-Eyeliner, der nach dem Trocknen nicht verschmiert. Wasserfester Augenbrauenstift oder eine wasserfeste Augenbrauenmascara verhindern, dass die Brauen bei Hitze oder Feuchtigkeit ihre Form verlieren.
Im Gesicht hast du die Wahl zwischen wasserfester Foundation, getönter Feuchtigkeitscreme und wasserfestem Concealer. Eine wasserfeste Foundation deckt zuverlässig und hält auch bei Schweiß. Wer es leichter mag, nimmt eine getönte Creme mit wasserabweisenden Eigenschaften. Der Concealer sollte zur Foundation passen, sonst entstehen beim Verblassen sichtbare Ränder. Ein transparentes Setting-Puder fixiert das Gesicht zusätzlich und nimmt Glanz.
Bei den Lippen sind flüssige Lippenstifte mit matter oder langanhaltender Formel die erste Wahl. Sie trocknen auf den Lippen an und hinterlassen einen Film, der weder verschmiert noch abfärbt. Lip Stains, also flüssige Farben, die in die Lippen einziehen, halten besonders lange und sind kaum zu spüren. Gloss und normale Lippenstifte mit cremiger Textur verrutschen dagegen schnell, sobald du trinkst oder schwitzt.
So trägst du wasserfestes Make-up richtig auf
Die beste Formel nützt wenig, wenn der Auftrag nicht stimmt. Wasserfestes Make-up hält am längsten, wenn du in dünnen Schichten arbeitest und zwischen den Schichten kurz trocknen lässt.
Beginne mit einem Primer, der zur Haut passt. Der Primer glättet die Oberfläche und gibt der wasserfesten Formel Halt, sodass sie nicht in feine Linien kriecht. Trage die Foundation mit einem feuchten Schwamm oder einem Pinsel in dünnen Schichten auf und arbeite sie gut ein. Eine dicke Schicht trocknet ungleichmäßig und kann bei Bewegung reißen.
Bei der Mascara gilt dasselbe Prinzip. Zwei bis drei dünne Schichten halten besser als eine dicke. Warte zwischen den Schichten einige Sekunden, bis die erste Schicht angetrocknet ist. Die Wimpernzange benutzt du vor der Mascara, nicht danach, sonst kleben die Wimpern zusammen und die Farbe bricht.
Zum Schluss fixierst du den Look mit einem Setting-Spray. Das Spray legt einen feinen Film über das gesamte Gesicht und verbindet die einzelnen Produkte miteinander. Sprühe aus etwa zwanzig Zentimetern Abstand und lass das Spray trocknen, bevor du das Gesicht berührst.
Schweiß, Tränen und Wasser: So bleibt der Look in jeder Situation
Die Belastung entscheidet darüber, welche Produkte und Handgriffe du brauchst.
Bei Schweiß, etwa beim Sport oder an heißen Sommertagen, setzt du auf leichte, wasserfeste Formeln. Eine getönte Feuchtigkeitscreme oder eine dünne Schicht wasserfester Foundation hält den Vergleich mit einer schweren Schicht besser aus, weil sie weniger Material zum Verrutschen hat. Mattierende Puder und ein Setting-Spray verhindern, dass das Gesicht glänzt. Nach dem Sport tupfst du den Schweiß mit einem Tuch ab, statt zu reiben. Reiben verschiebt die Farbe, Tupfen lässt sie in Ruhe.
Bei Tränen, dem Klassiker auf Hochzeiten, kommt es auf die Augenpartie an. Wasserfeste Mascara und ein wasserfester Eyeliner halten die Tränen aus, ohne dass schwarze Rinnsale entstehen. Ein wasserfester Concealer in der Augenpartie verhindert, dass gerötete Stellen durchscheinen. Wenn die Tränen doch fließen, tupfst du sie vorsichtig mit einem Taschentuch ab und drückst die Augen nicht zu. So bleibt der Lidstrich, wo er hingehört.
Im Wasser, beim Schwimmen oder im Meer, brauchst du ausdrücklich wasserdichte Produkte. Wasserfeste Formeln, die für Schweiß gedacht sind, lösen sich bei längerem Kontakt mit Wasser. Wasserdichte Mascara, ein wasserfester Lippenstift und eine wasserdichte Foundation halten auch mehrere Bahnen im Becken aus. Nach dem Schwimmen trocknest du das Gesicht mit einem Handtuch ab, indem du es auflegst und leicht andrückst, statt zu wischen.
Wasserfestes Make-up richtig entfernen
Wasserfestes Make-up hält, was es verspricht, und genau deshalb braucht es am Abend einen Reiniger, der die Wachse und Filmbildner löst. Normale Gesichtsreiniger auf Wasserbasis schaffen das oft nicht. Ölbasierte Reiniger oder Reinigungsöle lösen die wasserfeste Schicht zuverlässig, weil Öl die fettähnlichen Bestandteile der Formel aufnimmt.
Die sanfteste Methode ist das Double Cleansing. Zuerst arbeitest du ein Reinigungsöl oder einen ölbasierten Balm in die trockene Haut ein und massierst es sanft ein. Die wasserfeste Mascara und der Lippenstift lösen sich dabei. Danach wäschst du das Öl mit einem wasserbasierten Reiniger ab, der die Reste und den Schmutz des Tages entfernt. Für die Augenpartie legst du ein Wattepad mit Reinigungsöl einige Sekunden auf die geschlossenen Lider, bevor du sanft abwischst. So löst sich die Mascara, ohne dass du an den Wimpern ziehen musst.
Wer empfindliche Haut oder Kontaktlinsen trägt, sollte auf die Verträglichkeit der Reinigungsöle achten. Ölbasierte Reiniger sind für die meisten Hauttypen geeignet, aber bei sehr fettiger oder zu Unreinheiten neigender Haut kann ein nicht-komedogener Balm die bessere Wahl sein. Nach dem Reinigen gehört eine Feuchtigkeitspflege dazu, denn die wasserfeste Schicht und der Reiniger entziehen der Haut Feuchtigkeit.



