Die Zahl der Kosmetikhersteller ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Neben etablierten Produzenten, die seit Jahrzehnten Kosmetik herstellen, drängen ständig neue Firmen auf den Markt. Der Wettbewerb ist hart: Die Unternehmen überbieten einander mit neuen Produkten, um ihren Kundenstamm zu erweitern oder zu halten. Für Verbraucherinnen und Verbraucher hat das einen Vorteil: Sie können aus einer riesigen Auswahl wählen. Für jeden Hauttyp und jedes Hautproblem gibt es inzwischen ein passendes Produkt, vom Make-up für Mischhaut bis zum Profi-Make-up bieten alle größeren Hersteller spezielle Linien an.

Doch die große Auswahl hat auch eine Kehrseite. Nicht jede Haut verträgt jeden Stoff, der in Kosmetikprodukten enthalten ist. Zwar zwingt die Kosmetik-Verordnung alle Hersteller, ihre Produkte vor dem Verkauf auf Unbedenklichkeit prüfen zu lassen, doch trotzdem kommt es immer wieder zu Hautreizungen. In schweren Fällen lösen Kosmetika sogar Allergien aus. Wer empfehlenswerte Kosmetikhersteller sucht, sollte deshalb nicht allein auf Bekanntheit oder Preis achten, sondern auf Inhaltsstoffe, Testverfahren und Produktlinien für empfindliche Haut. Dieser Beitrag erklärt, woran Sie gute Hersteller erkennen, welche Marken sich bewährt haben und wie Sie neue Produkte sicher ausprobieren.

Warum die Herstellerwahl über die Hautverträglichkeit entscheidet

Die Kosmetik-Verordnung ist die rechtliche Grundlage für die Sicherheit von Kosmetikprodukten in Deutschland und der Europäischen Union. Sie schreibt vor, dass jedes Produkt vor dem Verkauf auf Unbedenklichkeit geprüft werden muss. Ohne diese Prüfung darf kein Kosmetikartikel in den Handel gelangen. Die Verordnung sorgt also für einen grundlegenden Sicherheitsstandard, der für alle Hersteller gleichermaßen gilt.

Allerdings ist die Unbedenklichkeitsprüfung nur der Mindeststandard. Wie gründlich ein Produkt getestet wird, welche Inhaltsstoffe verwendet werden und wie sorgfältig die Qualität kontrolliert wird, liegt weitgehend in der Verantwortung des einzelnen Herstellers. Genau hier unterscheiden sich empfehlenswerte von weniger empfehlenswerten Herstellern.

Ein Beispiel ist die Frage der Tierversuche. Obwohl die Übertragbarkeit von Testergebnissen vom Tier auf den Menschen medizinisch umstritten ist, werden neu entwickelte Produkte bei manchen Herstellern noch immer an Tieren getestet. Diese Praxis stößt bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern auf Ablehnung. Immer mehr Hersteller verzichten deshalb auf Tierversuche und setzen auf alternative Testmethoden, etwa an Hautmodellen aus dem Labor oder auf umfangreiche Inhaltsstoffanalysen. Für ethisch orientierte Käufer ist der Verzicht auf Tierversuche ein wichtiges Kriterium bei der Markenwahl.

Auch die Kennzeichnungspraxis unterscheidet sich zwischen den Herstellern. Empfehlenswerte Hersteller listen alle Inhaltsstoffe vollständig und gut lesbar auf der Verpackung auf. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Manche Produkte verstecken kritische Inhaltsstoffe hinter schwer verständlichen Bezeichnungen oder machen die Angaben so unleserlich, dass sie praktisch nicht zu entziffern sind. Wer seine Haut kennt und gezielt bestimmte Stoffe meiden möchte, ist auf vollständige Angaben angewiesen.

Was einen empfehlenswerten Kosmetikhersteller auszeichnet

Empfehlenswerte Kosmetikhersteller lassen sich an mehreren Merkmalen erkennen. Diese Kriterien helfen Ihnen, unabhängig von Werbung und Verpackungsdesign eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Vollständige Inhaltsstoffangaben. Ein seriöser Hersteller deklariert alle Inhaltsstoffe auf der Verpackung nach der international üblichen INCI-Kennzeichnung, die eine einheitliche Benennung ermöglicht. Fehlen Angaben oder sind sie unvollständig, sollten Sie das Produkt nicht kaufen. Besonders bei empfindlicher Haut ist es wichtig zu wissen, welche Duftstoffe, Farbstoffe und Konservierungsstoffe enthalten sind.

Verzicht auf kritische Substanzen. Unabhängige Produkttests zeigen immer wieder, dass einige Hersteller bedenkliche Konservierer, kritische Duftstoffe oder problematische UV-Filter einsetzen. Diese Stoffe können die Haut reizen oder stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Empfehlenswerte Hersteller verzichten auf solche Substanzen oder kennzeichnen sie deutlich. Wenn ein Produkt mit „ohne Parabene“, „ohne Mikroplastik“ oder „ohne Parfum“ wirbt, sollten Sie die Angabe auf der Verpackung gegenprüfen.

Transparente Testverfahren. Hersteller, die offen über ihre Qualitätskontrollen und Testmethoden informieren, schaffen Vertrauen. Dazu gehört auch der Verzicht auf Tierversuche. Viele Hersteller veröffentlichen ihre Richtlinien zur tierversuchsfreien Produktion auf ihren Websites oder auf der Verpackung.

Produktlinien für empfindliche Haut. Die Hautsensibilität hat in den letzten Jahren zugenommen. Viele Hersteller haben darauf reagiert und eigene Linien entwickelt, die auf Duftstoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Alkohol verzichten. Solche Linien sind ein Zeichen dafür, dass sich ein Hersteller mit den Bedürfnissen empfindlicher Haut auseinandergesetzt hat. Sie sind allerdings keine Garantie für Verträglichkeit, denn auch andere Inhaltsstoffe können Reaktionen auslösen.

Zertifizierungen bei Naturkosmetik. Wer Naturkosmetik bevorzugt, kann auf anerkannte Zertifizierungen achten. Zertifizierte Naturkosmetik-Hersteller verpflichten sich, nach festgelegten Richtlinien zu produzieren und auf bestimmte Stoffe zu verzichten. Die Zertifizierung wird von unabhängigen Stellen kontrolliert und bietet damit eine verlässliche Orientierung beim Kauf.

Naturkosmetik-Hersteller: Diese Marken gelten als empfehlenswert

Im Bereich der Naturkosmetik gibt es eine Reihe von Herstellern, die regelmäßig als empfehlenswert genannt werden. Naturkosmetik wird von vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern als gesünder für den Körper und weniger umweltschädlich eingestuft. Produkte von Naturkosmetik-Herstellern verzichten auf schädliche Stoffe wie Parabene oder Mikroplastik und setzen stattdessen auf pflanzliche Inhaltsstoffe.

Als besonders empfehlenswert gelten zertifizierte Naturkosmetik-Marken mit einem breiten Angebot, deren Firmenhauptsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz liegt und die in Deutschland gut verfügbar sind. Diese Kriterien erfüllen unter anderem folgende Marken:

Alterra. Die Naturkosmetik-Eigenmarke von dm ist in allen dm-Filialen erhältlich und deckt ein breites Sortiment ab. Das Angebot reicht von Gesichtspflege über Körperpflege und Haarpflege bis zu dekorativer Kosmetik. Alterra-Produkte sind preisgünstig und tragen ein anerkanntes Naturkosmetik-Siegel.

Alverde. Auch Alverde ist eine Naturkosmetik-Marke aus dem dm-Sortiment. Sie bietet ein ähnlich breites Angebot wie Alterra und ist ebenfalls preisgünstig. Alverde legt besonderen Wert auf natürliche Inhaltsstoffe und verzichtet auf kritische Substanzen.

Dr. Hauschka. Die Marke aus Deutschland steht für hochwertige Naturkosmetik und ist auch international bekannt. Das Sortiment umfasst Gesichtspflege, Körperpflege und dekorative Kosmetik. Dr. Hauschka arbeitet mit Heilpflanzen-Auszügen und folgt einer eigenen kosmetischen Philosophie, die auf besondere Herstellungsverfahren setzt.

Lavera. Lavera ist ein deutscher Naturkosmetik-Hersteller mit einem sehr breiten Sortiment. Das Angebot umfasst Pflegeprodukte für Gesicht, Körper und Haare sowie dekorative Kosmetik. Lavera bietet auch spezielle Linien für empfindliche Haut an, die ohne Duftstoffe auskommen.

Sante. Sante bietet Naturkosmetik für Gesicht, Körper und Haare sowie dekorative Kosmetik. Die Marke ist in vielen Drogerien und Reformhäusern erhältlich und legt Wert auf zertifizierte Naturkosmetik. Sante-Produkte sind preislich im mittleren Segment angesiedelt.

Diese Marken sind Beispiele für Hersteller, die nachvollziehbare Naturkosmetik-Standards erfüllen. Die Liste ist nicht abschließend, und auch andere Marken können empfehlenswert sein. Entscheidend ist, dass der Hersteller seine Inhaltsstoffe offen deklariert und auf kritische Substanzen verzichtet.

Naturkosmetik ist nicht automatisch allergiefrei. Auch pflanzliche Inhaltsstoffe können Hautreizungen auslösen, etwa wenn die Haut bestimmte Pflanzenstoffe nicht verträgt. Wer zu Allergien neigt, sollte auch bei Naturkosmetik die Inhaltsstoffliste prüfen und neue Produkte zunächst an einer kleinen Hautstelle testen.

Empfindliche Haut: Diese Inhaltsstoffe sind häufige Auslöser

Die Haut vieler Menschen ist in den letzten Jahren anfälliger geworden. Umweltbelastungen und die Vielzahl neuer Kosmetikkomponenten haben dazu geführt, dass zunehmend Menschen unter allergischen Reaktionen leiden. Die Auslöser können Pollen in der Luft, bestimmte Lebensmittel oder Stoffe sein, die in Kosmetika enthalten sind.

Besonders häufig reagiert empfindliche Haut auf folgende Stoffgruppen:

Duftstoffe. Parfüm und andere Duftstoffe gehören zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien. Sie stecken nicht nur in Parfums, sondern auch in vielen Cremes, Duschgelen, Shampoos und dekorativer Kosmetik. Produkte mit der Kennzeichnung „ohne Parfum“ oder „parfümfrei“ meiden diese Stoffe.

Farbstoffe. Auch Farbstoffe können die Haut reizen. Sie werden vor allem in dekorativer Kosmetik wie Lidschatten, Rouge, Lippenstift und Make-up eingesetzt. Manche Farbstoffe sind als kritisch eingestuft und können bei empfindlicher Haut Rötungen oder Juckreiz auslösen.

Konservierungsstoffe. Chemische Konservierungsstoffe verhindern, dass sich Keime in Kosmetika vermehren. Sie sind notwendig, um die Haltbarkeit zu gewährleisten, aber manche dieser Stoffe reizen die Haut. In Produkttests werden immer wieder bedenkliche Konservierer gefunden, die zu Notenabzügen führen.

Alkohol. Alkohol wird in vielen Kosmetikprodukten als Lösungsmittel oder Konservierungsmittel eingesetzt. Auf empfindlicher Haut kann er ein Spannungsgefühl verursachen, die Haut austrocknen und Rötungen hervorrufen. Produkte für empfindliche Haut verzichten deshalb häufig auf Alkohol.

Viele Kosmetikhersteller haben auf die veränderte Hautsensibilität reagiert. Sie entwickeln vermehrt Produktlinien, die auf diese Stoffe verzichten. Solche Produkte sind meist mit Hinweisen wie „ohne Parfum“, „ohne Alkohol“ oder „für empfindliche Haut“ gekennzeichnet. Sie sind eine gute Wahl für Menschen, die wissen, dass ihre Haut empfindlich reagiert.

Doch auch wer auf solche Produkte zurückgreift, ist nicht vollständig geschützt. Allergische Reaktionen können auch dann auftreten, wenn die Haut Pflanzenstoffe oder andere Komponenten nicht verträgt. Die Kennzeichnung „für empfindliche Haut“ ist daher eine Hilfe bei der Auswahl, aber keine Garantie für Verträglichkeit.

Kosmetik für jeden Hauttyp: Vom Make-up für Mischhaut bis zur Profi-Linie

Die großen Hersteller bieten inzwischen für jeden Hauttyp spezielle Produktlinien an. Das ist eine Reaktion auf die Erkenntnis, dass es die eine Creme für alle nicht gibt. Trockene Haut braucht andere Inhaltsstoffe als fettige Haut, und Mischhaut stellt wiederum eigene Ansprüche.

Make-up für Mischhaut. Mischhaut ist der häufigste Hauttyp. Sie ist im Wangenbereich eher trocken, während Stirn, Nase und Kinn zur Fettigkeit neigen. Make-up für Mischhaut muss beides leisten: die trockenen Partien mit Feuchtigkeit versorgen und die fettigen Partien mattieren. Viele Hersteller bieten spezielle Formulierungen an, die genau auf diese Bedürfnisse abgestimmt sind.

Make-up für trockene Haut. Trockene Haut neigt zu Spannungsgefühlen und Schuppen. Sie braucht Make-up mit feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen, das die Haut nicht zusätzlich austrocknet. Cremige Formulierungen mit pflegenden Ölen sind hier die bessere Wahl als matte Puderprodukte.

Make-up für fettige Haut. Fettige Haut glänzt schnell und neigt zu Unreinheiten. Mattierende Make-up-Produkte mit ölabsorbierenden Inhaltsstoffen helfen, den Glanz zu reduzieren. Auch Primer mit mattierender Wirkung sind für diesen Hauttyp geeignet.

Profi-Make-up. Neben den Produkten für den täglichen Gebrauch bieten viele Hersteller auch Profi-Linien an. Diese Produkte zeichnen sich durch eine hohe Deckkraft und besondere Haltbarkeit aus und werden häufig von Visagisten verwendet. Profi-Make-up kann auch für den privaten Gebrauch geeignet sein, etwa für besondere Anlässe, bei denen das Make-up viele Stunden halten soll.

Die Wahl des passenden Produkts hängt also nicht nur vom Hersteller ab, sondern auch vom Hauttyp. Ein empfehlenswerter Hersteller bietet für mehrere Hauttypen passende Produkte an und kennzeichnet sie deutlich.

Medizinische Kosmetik: Strengere Regeln für besondere Ansprüche

Eine eigene Kategorie bildet die medizinische Kosmetik. Diese Produkte dienen nicht nur der Verschönerung, sondern haben eine zusätzliche Funktion bei der Behandlung und Beseitigung erster Hautprobleme. Dazu zählen zum Beispiel Cremes gegen Pickel und Mitesser, Produkte gegen Hautrötungen oder Pflege für zu Akne neigende Haut.

Für medizinische Kosmetikprodukte gelten strengere Bestimmungen als für herkömmliche Kosmetik. Die Hersteller müssen nachweisen, dass ihre Produkte nicht nur unbedenklich sind, sondern auch die versprochene Wirkung erzielen. Das erfordert aufwendige Prüfverfahren und dokumentierte Wirksamkeitsnachweise.

Wer unter Hautproblemen leidet, sollte sich vor dem Kauf medizinischer Kosmetik von einem Hautarzt oder einer Hautärztin beraten lassen. Nicht jedes Produkt, das im Handel als „medizinisch“ oder „dermokosmetisch“ beworben wird, hält, was es verspricht. Eine fachkundige Beratung hilft, das passende Produkt zu finden und Fehlkäufe zu vermeiden.

So testen Sie neue Kosmetik richtig

Bevor Sie ein neues Kosmetikprodukt dauerhaft verwenden, sollten Sie es an einer kleinen Hautstelle ausprobieren. Die meisten Kosmetikhersteller stellen Proben zur Verfügung, mit denen Sie die Verträglichkeit testen können. So gehen Sie am besten vor:

  1. Tragen Sie eine kleine Menge des Produkts auf eine unauffällige Hautstelle auf, zum Beispiel an der Innenseite des Unterarms oder hinter dem Ohr.
  2. Beobachten Sie die Stelle 24 bis 48 Stunden lang. Rötungen, Juckreiz, Pickel oder Bläschen sind Warnsignale für eine Unverträglichkeit.
  3. Verwenden Sie das Produkt erst dann im Gesicht, wenn die Haut keine Reaktion gezeigt hat.

Dieser Test ist besonders wichtig bei dekorativer Kosmetik wie Make-up, Rouge oder Lidschatten, weil diese Produkte direkt auf der Haut aufliegen und über Stunden einwirken. Auch bei Pflegeprodukten wie Gesichtscremes oder Seren lohnt sich der Test.

Bedenken Sie dabei: Allergien können sich auch erst nach Monaten oder Jahren entwickeln. Ein Produkt, das Sie lange Zeit problemlos verwendet haben, kann plötzlich Hautentzündungen auslösen. Das liegt daran, dass sich die Haut im Laufe des Lebens verändert und eine Sensibilisierung gegen einen Inhaltsstoff erst nach wiederholtem Kontakt entsteht. Wenn Ihre Haut auf ein bekanntes Produkt plötzlich reagiert, sollten Sie die Anwendung abbrechen und die Inhaltsstoffe mit denen anderer Produkte vergleichen. Möglicherweise steckt ein bestimmter Stoff dahinter, den Sie künftig meiden sollten.

Was Produkttests über Hersteller verraten

Unabhängige Produkttests geben Aufschluss darüber, wie sorgfältig Hersteller arbeiten. Sie prüfen nicht nur die Wirkung, sondern analysieren auch die Inhaltsstoffe auf bedenkliche Substanzen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Qualität von Kosmetikprodukten stark schwankt, und zwar unabhängig vom Preis.

Ein Gesichtscreme-Test zeigt zum Beispiel, dass von 44 geprüften Produkten nur zehn mit der Bestnote abschnitten, während vier Produkte durchfielen. Die Notenabzüge gab es unter anderem für bedenkliche Konservierer, kritische Duftstoffe und problematische UV-Filter. Das bedeutet: Auch bei bekannten Marken lohnt sich der Blick auf die Inhaltsstoffe, und auch günstige Produkte können überzeugen. Ein hoher Preis ist keine Garantie für gute Inhaltsstoffe.

Eine Anti-Aging-Creme bietet gegenüber einer Pflegecreme ohne Wirkversprechen keine Vorteile. Hersteller, die mit aufwendigen Wirkversprechen werben, liefern also nicht automatisch bessere Produkte. Für die tägliche Hautpflege ist oft eine gut zusammengesetzte Pflegecreme ohne besondere Versprechen die bessere Wahl. Das spart nicht nur Geld, sondern schont auch die Haut, weil weniger unterschiedliche Wirkstoffe aufeinandertreffen.

Auch bei dekorativer Kosmetik zeigen Tests deutliche Unterschiede zwischen den Herstellern. Ein Nagellack-Test belegt, dass nicht alle Lacke das Versprechen schöner Hände und Füße erfüllen. Manche Lacke splittern schnell, decken schlecht oder trocknen zu langsam. Andere überzeugen mit guter Haltbarkeit und gleichmäßigem Auftrag. Wer Wert auf langlebigen Nagellack legt, sollte auf Testergebnisse achten und nicht allein auf die Marke vertrauen.

Bei der Make-up-Grundlage hat sich der Primer als wichtiges Produkt etabliert. Ein Primer wird vor dem Make-up aufgetragen und bereitet die Haut vor. Er lässt den Look ebenmäßiger wirken und verbessert die Haltbarkeit des Make-ups. Empfehlenswerte Hersteller bieten Primer für verschiedene Hautbedürfnisse an, etwa mattierende Varianten für fettige Haut, feuchtigkeitsspendende für trockene Haut oder farbkorrigierende Primer gegen Rötungen.

Beim Abschminken konkurrieren verschiedene Produktarten miteinander. In einem Make-up-Entferner-Test lieferten sich Mizellenwässer, Einmaltücher und wiederverwendbare Pads ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Für die Haut ist es wichtig, Make-up gründlich zu entfernen, besonders Mascara und andere wasserfeste Produkte. Wiederverwendbare Pads sind dabei nicht nur für die Umwelt eine gute Wahl, sondern auch für die Haut, weil sie ohne reibende Bewegungen auskommen und die Haut schonen.

Lip-Plumper versprechen, die Lippen aufzupolstern und voller wirken zu lassen. Ob das funktioniert und ob die Inhaltsstoffe unbedenklich sind, wurde ebenfalls geprüft. Wer solche Produkte verwenden möchte, sollte auf die Inhaltsstoffe achten und bei empfindlicher Haut vorsichtig sein. Manche Lip-Plumper arbeiten mit leicht reizenden Stoffen, die die Lippen anschwellen lassen und so den optischen Effekt erzeugen. Diese Reizung kann bei empfindlicher Haut unangenehm sein.

Typische Fehler beim Kosmetikkauf

Viele Hautprobleme entstehen nicht durch schlechte Produkte, sondern durch typische Fehler beim Kauf und bei der Anwendung. Diese Fehler sollten Sie vermeiden:

Fehler 1: Die Inhaltsstoffe ignorieren. Wer nur auf die Marke oder die Verpackung schaut, übersieht, was wirklich in dem Produkt steckt. Lesen Sie die Inhaltsstoffliste, bevor Sie kaufen. Besonders bei empfindlicher Haut ist das unverzichtbar. Wenn Sie wissen, welche Stoffe Ihre Haut nicht verträgt, können Sie gezielt Produkte auswählen, die diese Stoffe meiden.

Fehler 2: Auf Wirkversprechen vertrauen. Anti-Aging, straffend, verjüngend: Die Werbung verspricht viel, aber nicht jedes Produkt hält, was es verspricht. Tests zeigen, dass teure Anti-Aging-Cremes gegenüber einfachen Pflegecremes keine Vorteile bieten. Vertrauen Sie lieber auf unabhängige Testergebnisse als auf Marketingversprechen.

Fehler 3: Zu viele Produkte gleichzeitig verwenden. Wer ständig neue Produkte ausprobiert, kann nicht erkennen, welches Produkt die Haut reizt. Verwenden Sie neue Kosmetik immer einzeln und testen Sie die Verträglichkeit, bevor Sie das nächste Produkt einführen. So können Sie bei einer Reaktion genau zuordnen, welches Produkt der Auslöser ist.

Fehler 4: „Naturkosmetik“ mit „allergiefrei“ verwechseln. Auch pflanzliche Inhaltsstoffe können Allergien auslösen. Naturkosmetik ist für viele Menschen eine gute Wahl, weil sie auf Parabene und Mikroplastik verzichtet, aber sie schützt nicht automatisch vor Hautreaktionen. Testen Sie auch Naturkosmetik zuerst an einer kleinen Hautstelle.

Fehler 5: Auf Proben verzichten. Viele Hersteller stellen Proben zur Verfügung, mit denen Sie die Verträglichkeit testen können. Wer diese Möglichkeit nicht nutzt und direkt die große Packung kauft, riskiert, dass das Produkt die Haut reizt und das Geld verschwendet war. Proben sind auch praktisch für unterwegs oder zum Ausprobieren neuer Produktlinien.

Fehler 6: Abschminken vernachlässigen. Make-up über Nacht auf der Haut zu lassen, verstopft die Poren und kann zu Unreinheiten führen. Gründliches Abschminken gehört zur täglichen Pflegeroutine, besonders nach dem Tragen von Mascara und anderen Make-up-Produkten. Wählen Sie einen Make-up-Entferner, der zu Ihrem Hauttyp passt, und entfernen Sie wasserfestes Make-up gründlich.

Entscheidungshilfe: So finden Sie den passenden Hersteller

Die Frage nach dem empfehlenswerten Kosmetikhersteller lässt sich nicht pauschal beantworten, weil die Haut jedes Menschen anders reagiert. Was für die eine Person perfekt ist, kann bei der anderen Person Reizungen auslösen. Mit diesen Schritten finden Sie heraus, welche Marke zu Ihnen passt:

  1. Bestimmen Sie Ihren Hauttyp. Ist Ihre Haut trocken, fettig, normal oder empfindlich? Viele Hersteller bieten Produktlinien für bestimmte Hauttypen an. Wer seinen Hauttyp kennt, grenzt die Auswahl deutlich ein.

  2. Prüfen Sie die Inhaltsstoffe. Achten Sie auf Duftstoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Alkohol, wenn Sie empfindliche Haut haben. Wählen Sie Produkte, die diese Stoffe meiden. Die Inhaltsstoffliste finden Sie auf der Verpackung.

  3. Entscheiden Sie sich für eine Produktphilosophie. Möchten Sie konventionelle Kosmetik oder Naturkosmetik? Zertifizierte Naturkosmetik-Marken wie Alterra, Alverde, Dr. Hauschka, Lavera oder Sante verzichten auf Parabene und Mikroplastik und sind in Deutschland gut verfügbar.

  4. Nutzen Sie Proben. Testen Sie neue Produkte zuerst an einer kleinen Hautstelle, bevor Sie sie im Gesicht anwenden. Die meisten Hersteller stellen Proben zur Verfügung.

  5. Beobachten Sie Ihre Haut. Reagiert die Haut mit Rötungen, Juckreiz oder Pickeln, ist das Produkt nicht geeignet. Brechen Sie die Anwendung ab und versuchen Sie ein anderes Produkt.

  6. Achten Sie auf Testergebnisse. Unabhängige Produkttests zeigen, welche Hersteller sorgfältig arbeiten und welche Produkte durchfallen. Nutzen Sie diese Informationen als Ergänzung zu Ihren eigenen Erfahrungen.

Zusammenfassung

Empfehlenswerte Kosmetikhersteller erkennen Sie an vollständigen Inhaltsstoffangaben, dem Verzicht auf kritische Substanzen und an Produktlinien für empfindliche Haut. Zertifizierte Naturkosmetik-Marken wie Alterra, Alverde, Dr. Hauschka, Lavera und Sante gelten als besonders empfehlenswert, weil sie auf Parabene und Mikroplastik verzichten und in Deutschland gut verfügbar sind.

Weil die Kosmetik-Verordnung Sicherheitsprüfungen vorschreibt, aber keine Hautverträglichkeit garantiert, sollten Sie neue Produkte immer zuerst testen und die Inhaltsstoffe prüfen. Besonders bei empfindlicher Haut sind Duftstoffe, Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Alkohol häufige Auslöser von Reizungen und Allergien. Auch Naturkosmetik kann allergische Reaktionen auslösen, wenn die Haut bestimmte Pflanzenstoffe nicht verträgt.

Produkttests zeigen, dass die Qualität von Kosmetik stark schwankt. Nicht jede teure Anti-Aging-Creme ist besser als eine einfache Pflegecreme, und nicht jeder Nagellack hält, was er verspricht. Wer auf Testergebnisse achtet, Proben nutzt und die Reaktionen der eigenen Haut beobachtet, findet mit etwas Geduld den Hersteller, der zu ihm passt.