Die Regale in Drogerien und Apotheken sind gefüllt mit Cremes, Seren, Masken und Peelings, die eine reine, glatte und strahlende Haut versprechen. Die Deutschen geben dafür jedes Jahr mehr als fünf Milliarden Euro aus. Hunderte Produkte mit hunderterlei Inhaltsstoffen konkurrieren um die Gunst der Käufer, und viele versprechen mehr, als sie halten können. Doch für eine gesunde und gepflegte Haut muss niemand tief in die Tasche greifen. In der Speisekammer und im Kühlschrank liegen Zutaten, die gekaufte Kosmetik in vielen Fällen überflüssig machen.
Olivenöl, Zucker, Bananen, Sahne, Erdbeeren, Meersalz, Kaffeesatz, Milch und Honig: Das sind keine exotischen Spezialitäten, sondern alltägliche Lebensmittel. Sie eignen sich für Peelings, Masken und Bäder und pflegen die Haut auf natürliche Weise. Hausmittel haben dabei zwei entscheidende Vorteile gegenüber gekaufter Kosmetik. Sie kommen ohne allergieauslösende Zusatzstoffe aus, und bei ihrer Herstellung sind keine Tierversuche nötig. Wer seine Pflege selbst anrührt, weiß außerdem genau, welche Zutaten auf die Haut kommen und in welcher Menge.
Allerdings haben Hausmittel auch einen Nachteil: Für ihre Anwendung braucht man Zeit. Ein Peeling muss sorgfältig aufgetragen, eine Maske muss einwirken, ein Bad will genossen werden. Deshalb eignen sich Hausmittel besonders für ein entspanntes Beautywochenende zu Hause. Und wer realistische Erwartungen hat, wird schnell feststellen: Die Küche kann mehr für die Haut tun, als viele denken. Sie kann reinigen, pflegen, Feuchtigkeit spenden und die Durchblutung anregen. Was sie nicht kann, ist Wunder wirken. Falten verschwinden durch eine Maske nicht dauerhaft, und ernsthafte Hauterkrankungen gehören in ärztliche Behandlung. Mit diesem Wissen ausgestattet, lässt sich aus einfachen Lebensmitteln eine wirkungsvolle Pflegeroutine aufbauen.
Was die Haut braucht, bevor die Pflege beginnt
Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und erneuert sich etwa alle vier Wochen. Die Oberhaut ist an Hand- und Fußflächen rund vier Millimeter dick, am Augenlid dagegen dünn wie ein Blatt Papier. Diese Unterschiede erklären, warum die Pflege an verschiedenen Körperstellen unterschiedlich ausfallen muss und warum empfindliche Bereiche wie das Augenlid besondere Vorsicht verlangen.
Bevor irgendein Hausmittel zum Einsatz kommt, steht die tägliche Reinigung. Make-up, Schweiß und Hautfette setzen sich im Laufe des Tages auf der Haut ab. Bleiben diese Rückstände liegen, verstopfen die Poren, und Bakterien bekommen eine Angriffsfläche. Die Folge sind Unreinheiten und ein fahles Hautbild. Eine sanfte Reinigungsmilch mit fettlösenden Stoffen, die mit klarem Wasser abgespült wird, ist für die tägliche Reinigung die beste Wahl. Ein anschließendes Gesichtswasser unterstützt die Wiederherstellung des Säureschutzmantels, also des natürlichen Schutzfilms der Haut, und entfernt letzte Rückstände.
Auch die Menge der Pflege spielt eine wichtige Rolle. Wer viele verschiedene Inhaltsstoffe gleichzeitig auf die Haut aufträgt, überfordert sie. Das gilt für gekaufte Kosmetik genauso wie für Hausmittel. Die Haut braucht Zeit, um sich an Pflege zu gewöhnen und ihre Schutzfunktion aufrechtzuerhalten. Besser ist es, eine überschaubare Routine mit wenigen, gut verträglichen Zutaten aufzubauen, als ständig neue Produkte auszuprobieren.
Warum Hausmittel eine echte Alternative zur Kosmetik sind
Die Kosmetikindustrie verkauft ihre Produkte mit aufwendigen Versprechen. Der Preis sagt dabei wenig über die Wirkung aus. Effektive Kosmetik erkennt man nicht an der Verpackung oder am Markennamen, sondern daran, dass wissenschaftliche Daten ihre Wirksamkeit belegen. Das ist häufig bei größeren Firmen oder bei Dermokosmetika der Fall, also bei kosmetischen Produkten, deren Wirkung dermatologisch abgesichert ist. Bei vielen anderen Produkten bleibt offen, ob der versprochene Effekt tatsächlich eintritt.
Hausmittel umgehen dieses Problem auf ihre eigene Weise. Sie bestehen aus wenigen, bekannten Zutaten, deren Eigenschaften seit langem genutzt werden. Olivenöl spendet Feuchtigkeit und Nährstoffe, Zucker wirkt als natürliches Peeling, Milch und Sahne pflegen trockene Haut, Honig beruhigt und spendet Feuchtigkeit. Diese Wirkungen beruhen auf alltäglicher Erfahrung und lassen sich zu Hause leicht nachvollziehen.
Dazu kommt der Aspekt der Kontrolle. Wer sein Peeling oder seine Maske selbst anrührt, verzichtet auf Konservierungsstoffe, Duftstoffe, Farbstoffe und andere Zusätze, die empfindliche Haut reizen können. Für Menschen mit Allergien oder empfindlicher Haut sind selbst gemischte Pflegeprodukte deshalb oft die verträglichere Wahl. Wichtig ist nur, die Zutaten vor der ersten Anwendung zu testen. Ein kleiner Hauttest am Unterarm zeigt innerhalb weniger Stunden, ob eine Unverträglichkeit vorliegt.
Die Zutaten aus der Küche und ihre Wirkung
Bevor die einzelnen Rezepte zum Einsatz kommen, lohnt ein Blick auf die Zutaten. Jedes Lebensmittel, das sich für die Hautpflege eignet, bringt eine eigene Wirkung mit. Wer diese Wirkungen kennt, kann die Rezepte an seinen Hauttyp anpassen und gezielt einsetzen.
Olivenöl ist ein Klassiker der natürlichen Hautpflege. Es versorgt die Haut mit Nährstoffen und Feuchtigkeit und hinterlässt einen schützenden Fettfilm. Besonders bei trockener Haut ist Olivenöl wertvoll. Zucker dagegen wirkt mechanisch: Die Kristalle lösen abgestorbene Hautpartikel, Mitesser und Pickel, wenn sie sanft über die Haut gerieben werden. Die Kombination aus beiden ergibt ein Peeling, das reinigt und gleichzeitig pflegt.
Bananen und Sahne sind die Zutaten für eine gehaltvolle Maske bei trockener Haut. Die pürierte Banane enthält Vitamine und Mineralstoffe, die Sahne liefert Fett und Feuchtigkeit. Zusammen bilden sie eine reichhaltige Pflege, die die Haut geschmeidig macht. Eiweiß und Erdbeeren verfolgen ein anderes Ziel. Das Eiweiß trocknet beim Einwirken leicht an und strafft die Haut spürbar, die Erdbeeren versorgen sie mit Vitaminen und Fruchtsäuren und geben ihr Frische.
Für den Körper eignen sich Meersalz, Kaffeesatz, Milch und Honig. Meersalz reinigt sanft und wirkt wie ein natürliches Peeling. Kaffeesatz enthält Koffein, das die Durchblutung anregt. Milch liefert Fett und Milchsäure, die die Haut sanft glätten. Honig wirkt feuchtigkeitsspendend und beruhigend. Zusammen ergeben diese Zutaten eine vollständige Körperpflege, die von der Durchblutung bis zur Nährstoffversorgung reicht.
Von innen: Was Ernährung und Flüssigkeit für die Haut tun
Hautpflege beginnt nicht erst vor dem Spiegel, sondern am Teller. Die Haut ist ein Spiegel der Nährstoffversorgung. Fehlen wichtige Vitamine, zeigt sich das oft im Hautbild. Ein Mangel an Vitamin A kann sich in trockener Haut bemerkbar machen. Vitamin A ist wichtig für den Schutz und die Erneuerung von Haut- und Schleimhautzellen. Es findet sich vor allem in Milchprodukten, Spinat, Eigelb, Leber und Fisch.
Auch Vitamin C spielt eine zentrale Rolle für die Haut. Es unterstützt den Kollagenaufbau, und Kollagen ist das Bindegewebsprotein, das der Haut Spannkraft gibt. Wird zu wenig Vitamin C aufgenommen, sinkt die Kollagenproduktion. Langfristig können dadurch Falten entstehen. Eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse liefert Spurenmineralien, wichtige Vitamine und Antioxidantien und trägt so zu gesunder und schöner Haut bei.
Flüssigkeit ist der zweite Baustein der Hautpflege von innen. Die Haut besteht zu etwa 80 Prozent aus Wasser und braucht ausreichend Flüssigkeit, um frisch und gesund auszusehen. Empfohlen werden anderthalb bis zwei Liter Wasser oder ungesüßter Früchtetee pro Tag. Wer diese Menge trinkt, unterstützt die Haut von innen auf eine Weise, die keine Creme ersetzen kann.
Die gute Nachricht lautet: Mit einem gesunden Lebensstil und der richtigen Pflege bleibt die Haut gesund und strahlt von innen, ganz ohne teure Wundermittel. Hausmittel aus der Küche passen in dieses Konzept, weil sie auf natürlichen Zutaten basieren und die Pflege mit der Ernährung verbinden. Wer sich ausgewogen ernährt, genug trinkt und seine Haut regelmäßig pflegt, tut bereits das Meiste für ein schönes Hautbild.
Gesichtspflege mit Hausmitteln: Das Olivenöl-Zucker-Peeling
Die Gesichtspflege gegen Hautprobleme beginnt mit einem Peeling aus Olivenöl und Zucker. Dazu werden zwei Esslöffel Olivenöl mit einem Teelöffel Zucker gut vermischt und auf die Haut aufgetragen. Durch vorsichtiges Reiben entfernen die Zuckerkristalle abgestorbene Hautpartikel, Mitesser und Pickel gründlich. Gleichzeitig versorgt das Öl die Haut mit Nährstoffen und Feuchtigkeit. Überflüssiges Öl wird mit einem weichen Tuch abgenommen. Nach dieser Behandlung ist die Haut zart und gut durchblutet.
Die Technik entscheidet über den Erfolg des Peelings. Das Gemisch wird mit kreisenden Bewegungen und leichtem Druck aufgetragen, nicht mit Gewalt. Zu starkes Reiben reizt die Haut und kann kleine Verletzungen verursachen, die sich entzünden können. Besonders empfindliche Bereiche wie die Augenpartie und die Mundwinkel sollten ausgespart werden. Ein Peeling pro Woche reicht in der Regel aus. Bei empfindlicher Haut ist ein Rhythmus von vierzehn Tagen besser geeignet.
Das Olivenöl-Zucker-Peeling eignet sich für normale bis trockene Haut besonders gut, weil das Öl während des Peelings gleichzeitig pflegt. Bei fettiger Haut kann die Ölmenge reduziert werden, damit kein schwerer Fettfilm zurückbleibt. Wer das Peeling abends durchführt, kann die Reste des Öls über Nacht einwirken lassen und am nächsten Morgen nur mit lauwarmem Wasser abspülen.
Masken für das Gesicht: Zwei bewährte Rezepte
Nach dem Peeling ist die Haut besonders aufnahmefähig. Eine Maske entfaltet dann ihre beste Wirkung. Zwei Rezepte haben sich in der Praxis bewährt und decken unterschiedliche Hautbedürfnisse ab.
Die Maske aus Sahne und reifer Banane ist ein bewährtes Mittel gegen trockene Haut. Die Banane wird püriert und mit zwei Esslöffeln süßer Sahne vermischt. Die Mischung wird auf das Gesicht aufgetragen und etwa zehn Minuten einwirken gelassen. Anschließend wird sie mit warmem Wasser abgewaschen. Die Sahne liefert Fett und Feuchtigkeit, die Banane versorgt die Haut mit Vitaminen und Mineralstoffen. Die Maske eignet sich besonders für die kälteren Monate, wenn die Haut durch Heizungsluft und Kälte beansprucht wird.
Die Maske aus Eiweiß und Erdbeeren verfolgt ein anderes Ziel. Dazu wird ein geschlagenes Eiweiß vorsichtig unter das Erdbeermus gezogen. Die Maske strafft die Haut spürbar und gibt ihr Spannkraft und Frische. Das Eiweiß trocknet beim Einwirken leicht an und sorgt für einen kurzfristigen Straffungseffekt. Die Erdbeeren versorgen die Haut mit Vitaminen und Fruchtsäuren, die das Hautbild erfrischen. Diese Maske eignet sich gut vor einem besonderen Anlass, weil der Effekt sofort sichtbar ist.
Bei allen Masken gilt: Die Einwirkzeit einhalten, aber nicht übertreiben. Zehn bis fünfzehn Minuten sind in der Regel genug. Wer eine Maske zu lange auf der Haut lässt, riskiert, dass sie austrocknet und die Haut eher belastet als pflegt. Nach dem Abwaschen gehört eine leichte Feuchtigkeitspflege dazu, damit die Haut nicht spannt. Masken ersetzen die tägliche Pflege nicht, sie ergänzen sie.
Ganzkörperpflege mit Küchenzutaten
Die Küchenvorräte eignen sich nicht nur für die Gesichtspflege. Auch für den Körper lassen sich wirkungsvolle Pflegeprodukte selbst mischen. Von Kopf bis Fuß schöne Haut, Hausmittel helfen dabei garantiert.
Ein wirkungsvolles Peeling für den ganzen Körper ist schnell selbst gemacht. Eine kleine Menge Meersalz und Kaffeesatz, vermischt mit mildem Duschgel, ergibt ein hervorragendes Ganzkörperpeeling. Mit kreisenden Bewegungen wird das Gemisch auf die Haut aufgetragen. Das enthaltene Koffein regt die Durchblutung an, das Meersalz reinigt sanft. Dieses Peeling eignet sich besonders für Beine, Arme und den Rücken, also für Stellen, an denen die Haut dicker und weniger empfindlich ist als im Gesicht.
Nach dem Abspülen fühlt sich die Haut glatt an und ist gut durchblutet. Wer zu trockener Haut neigt, sollte nach dem Peeling eine Körperlotion oder ein Pflanzenöl auftragen, um die Feuchtigkeit zu binden.
Ein besonderes Erlebnis ist das königliche Bad aus Milch und Honig. Ein Liter Milch und eine halbe Tasse Honig werden gut vermischt und direkt ins einlaufende Badewasser gegeben. Die natürlichen Wirkstoffe nähren und pflegen die Haut intensiv und machen jede Körperemulsion überflüssig. Milch enthält Fett und Milchsäure, die die Haut sanft glätten. Honig wirkt feuchtigkeitsspendend und beruhigend.
Die Wassertemperatur sollte angenehm warm sein, aber nicht zu heiß. Zu heißes Wasser entzieht der Haut Feuchtigkeit und belastet den Kreislauf. Zwanzig Minuten reichen für ein pflegendes Bad völlig aus. Danach die Haut nur leicht abtupfen, nicht kräftig abreiben, damit die pflegenden Rückstände auf der Haut bleiben können. Das Bad aus Milch und Honig ist ein Ritual für ein entspanntes Wochenende und verbindet Hautpflege mit Erholung.
Typische Fehler bei der Anwendung von Hausmitteln
So einfach Hausmittel klingen, so schnell passieren dabei Fehler. Wer sie kennt, kann sie vermeiden und die Wirkung der Hausmittel deutlich verbessern.
Der häufigste Fehler ist die falsche Dosierung. Wer zu viel Zucker ins Peeling mischt, reibt die Haut mit einer unnötig groben Körnung und riskiert Mikroverletzungen. Wer zu viel Öl verwendet, hinterlässt einen Fettfilm, der die Poren verstopfen kann. Die Mengenangaben in den Rezepten sind deshalb kein Vorschlag, sondern Teil der Anwendung. Sie sollten eingehalten werden, bis man die Wirkung auf der eigenen Haut kennt.
Der zweite Fehler ist die zu häufige Anwendung. Ein Peeling zweimal am Tag schadet der Haut mehr, als es nützt. Die Haut braucht Zeit, um sich zu erneuern. Wer sie zu oft mechanisch bearbeitet, entfernt nicht nur abgestorbene Zellen, sondern greift auch die schützende Hautbarriere an. Die Folge sind Rötungen, Spannungsgefühle und manchmal sogar Entzündungen. Ein Peeling pro Woche ist genug, bei empfindlicher Haut weniger.
Der dritte Fehler betrifft die Auswahl der Zutaten. Nicht jedes Lebensmittel ist für jeden Hauttyp geeignet. Zitrusfrüchte zum Beispiel können die Haut lichtempfindlich machen, wenn sie in zu hoher Konzentration aufgetragen werden. Wer empfindliche Haut hat, sollte neue Zutaten immer zuerst an einer unauffälligen Stelle testen, etwa am Unterarm, und erst dann im Gesicht anwenden. Auch Naturprodukte können Allergien auslösen.
Ein weiterer Fehler ist die Erwartung an schnelle Wunder. Hausmittel sind keine Medizin. Eine Maske aus Erdbeeren und Eiweiß kann die Haut kurzfristig straffen und erfrischen, aber sie kann keine Falten dauerhaft entfernen und keine ernsthafte Hauterkrankung heilen. Wer unter Akne, Ekzemen oder anderen Hautproblemen leidet, gehört in ärztliche Behandlung und sollte Hausmittel nur ergänzend einsetzen.
Schließlich sollten Hausmittel nicht unbedacht mit gekauften Produkten kombiniert werden. Manche Inhaltsstoffe vertragen sich nicht, und die Kombination kann die Haut reizen. Besser ist es, sich für eine Variante zu entscheiden: entweder selbst gemischte Pflege aus wenigen Zutaten oder ein durchdachtes Kosmetikprodukt mit belegter Wirksamkeit. Wer beides mischen möchte, sollte die Produkte zeitlich trennen, zum Beispiel Hausmittel am Wochenende und Kosmetik unter der Woche.
Entscheidungshilfe: Welches Hausmittel passt zu welchem Hautziel
Nicht jedes Hausmittel passt zu jedem Hauttyp und jeder Situation. Eine Übersicht hilft bei der Auswahl und verhindert Enttäuschungen.
Für die sanfte Reinigung und die Entfernung abgestorbener Hautzellen eignet sich das Peeling aus Olivenöl und Zucker. Es ist besonders geeignet für normale bis trockene Haut, weil das Öl während des Peelings gleichzeitig pflegt. Bei fettiger Haut sollte die Ölmenge reduziert werden.
Für trockene, spanende Haut ist die Maske aus Banane und Sahne die erste Wahl. Sie versorgt die Haut mit Fett und Feuchtigkeit und ist auch für empfindliche Haut gut verträglich. Die Anwendung am Abend gibt der Haut Zeit, über Nacht nachzuwirken.
Für müde, schlaffe Haut, die an Spannkraft verloren hat, bietet sich die Maske aus Eiweiß und Erdbeeren an. Sie strafft kurzfristig und erfrischt das Hautbild. Der Effekt hält einige Stunden an und eignet sich daher gut vor einem besonderen Anlass.
Für den Körper ist das Peeling aus Meersalz und Kaffeesatz die richtige Wahl. Es regt die Durchblutung an, glättet raue Stellen und ist besonders vor dem Eincremen sinnvoll. Das Bad aus Milch und Honig ist dagegen ein Pflegeprogramm für den ganzen Körper, das entspannt und die Haut intensiv nährt.
Wer unter empfindlicher Haut oder Allergien leidet, sollte bei allen Hausmitteln auf die Verträglichkeit achten. Naturbelassene Zutaten sind nicht automatisch allergenarm. Auch Honig, Erdbeeren oder ätherische Öle können bei manchen Menschen Reaktionen auslösen. Der Test am Unterarm ist deshalb ein Gebot der Vernunft.
Die richtige Routine: So bauen Sie Hausmittel ein
Hausmittel entfalten ihre Wirkung am besten, wenn sie in eine sinnvolle Routine eingebaut werden. Die Reihenfolge ist dabei wichtiger, als viele denken. Am Anfang steht immer die Reinigung. Erst wenn Make-up, Schweiß und Hautfette entfernt sind, können die Wirkstoffe aus Masken und Peelings überhaupt eindringen.
Danach folgt das Peeling, aber nicht täglich. Einmal pro Woche genügt, um abgestorbene Hautzellen zu entfernen und die Durchblutung anzuregen. Direkt nach dem Peeling ist die Haut besonders aufnahmefähig. Eine Maske oder eine Feuchtigkeitspflege entfaltet dann ihre beste Wirkung.
Masken gehören ein- bis zweimal pro Woche in die Routine. Sie sind eine intensive Zusatzpflege, aber kein Ersatz für die tägliche Reinigung und Feuchtigkeitspflege. Wer eine Maske aufgetragen hat, sollte sie gründlich abwaschen und anschließend eine leichte Pflege auftragen, damit die Haut nicht austrocknet.
Das Bad aus Milch und Honig ist ein Ritual für sich. Es eignet sich für ein entspanntes Wochenende, wenn genug Zeit bleibt, um danach noch einzucremen und zur Ruhe zu kommen. Wer das Bad regelmäßig einplant, tut seiner Haut und seinem Wohlbefinden etwas Gutes.
Ein wichtiger Grundsatz gilt für alle Hausmittel: weniger ist mehr. Die Haut braucht Zeit, um auf Pflege zu reagieren. Wer ständig neue Zutaten ausprobiert und mehrere Produkte gleichzeitig verwendet, überfordert sie. Besser ist es, eine oder zwei bewährte Rezepturen über mehrere Wochen zu verwenden und die Wirkung zu beobachten.
Wo Hausmittel an ihre Grenzen stoßen
So hilfreich Hausmittel für die tägliche Pflege sind, so klar sollten ihre Grenzen benannt werden. Hausmittel können die Haut reinigen, pflegen, mit Feuchtigkeit versorgen und die Durchblutung anregen. Sie können die Haut kurzfristig straffen und erfrischen. Aber sie können keine Falten dauerhaft entfernen, keine Pigmentflecken aufhellen und keine Hautkrankheiten heilen.
Die Kosmetikindustrie setzt für solche Wirkungen auf spezielle Inhaltsstoffe, deren Effekt in Studien belegt ist. Vitamin C zum Beispiel unterstützt den Kollagenaufbau in der Haut. Es zerfällt aber schnell und muss deshalb licht- und luftgeschützt verpackt sein. Solche Präparate lassen sich zu Hause nicht in vergleichbarer Qualität herstellen. Wer gezielt gegen Falten oder Pigmentflecken vorgehen möchte, sollte auf Produkte mit belegter Wirksamkeit setzen und sich beraten lassen.
Auch die Versprechen der Werbung sollte man kritisch betrachten. Laut einer Umfrage der Stiftung Warentest glaubt jede zweite Frau, dass Kosmetik Falten sichtbar verringert, und ebenso viele definieren Attraktivität über faltenfreie Haut. Dermatologen zufolge kann die richtige Hautbehandlung das Aussehen zwar um bis zu 15 Jahre verjüngen. Das bezieht sich aber auf eine durchdachte Kombination aus Pflege, Behandlung und Lebensstil, nicht auf einzelne Hausmittel.
Wer ernsthafte Hautprobleme hat, sollte deshalb nicht auf Hausmittel allein setzen. Akne, Neurodermitis oder starke Hautreizungen gehören in die Hände eines Hautarztes. Hausmittel können die Behandlung unterstützen, aber nicht ersetzen. Wer gesunde Haut hat und sie pflegen möchte, findet in der Küche dagegen alles, was er braucht.
Zusammenfassung: Schöne Haut mit Hausmitteln, realistisch betrachtet
Schöne Haut mit Mitteln aus dem Haushalt ist möglich, wenn man die Erwartungen richtig setzt. Die Grundlage bilden eine tägliche Reinigung, ausreichend Flüssigkeit und eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Darauf bauen die Hausmittel auf: ein wöchentliches Peeling aus Olivenöl und Zucker für das Gesicht, eine Maske aus Banane und Sahne bei trockener Haut, eine Maske aus Eiweiß und Erdbeeren für mehr Spannkraft.
Für den Körper sorgen das Peeling aus Meersalz und Kaffeesatz und das Bad aus Milch und Honig für eine gepflegte, durchblutete Haut. Alle Rezepte sind einfach, preiswert und kommen ohne Zusatzstoffe aus. Sie eignen sich besonders für ein entspanntes Beautywochenende, weil sie Zeit brauchen und Ruhe voraussetzen.
Die wichtigsten Regeln lauten: Wenige Zutaten verwenden, die Verträglichkeit testen, die Dosierung einhalten und der Haut Zeit geben. Wer diese Regeln beachtet, bekommt mit Hausmitteln eine spürbar gepflegte Haut, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen. Und wer zusätzlich auf eine ausgewogene Ernährung und genug Flüssigkeit achtet, tut das Beste, was man für seine Haut tun kann. Die Küche ist damit nicht nur ein Ort für gutes Essen, sondern auch für gute Hautpflege.



