Du stehst vor dem Regal, siehst zwanzig Flakons in Beige-, Gold- und Rosatönen und fragst dich, welcher davon zu deiner Haut passt. Die richtige Foundation-Farbe lässt sich mit drei einfachen Checks finden, ohne dass du raten musst. Die meisten Menschen testen allerdings an der falschen Stelle und im falschen Licht, deshalb wirkt das Make-up später im Alltag oft anders als im Laden.
Der Schlüssel liegt in zwei getrennten Fragen. Dein Hautton beschreibt, wie hell oder dunkel deine Haut ist, von sehr hell bis tief dunkel. Dein Unterton beschreibt die Farbnuance unter der Oberfläche: warm (golden, gelblich), kühl (rosig, bläulich) oder neutral (eine Mischung aus beidem). Die Foundation muss beides treffen, sonst wirkt sie entweder zu gelb, zu rosa oder einfach nicht wie deine Haut. So findest du beides heraus.
Hautton und Unterton: Zwei verschiedene Dinge
Viele verwechseln Hautton und Unterton, weil sie im Alltag zusammenwirken. Eine sehr helle Haut kann einen warmen Unterton haben, eine mittlere Haut einen kühlen, eine dunkle Haut einen neutralen. Die Farbe der Foundation bestimmt sich aus beiden Achsen: erst die Helligkeit, dann die Nuance.
Zwei Frauen mit ähnlich heller Haut können völlig verschiedene Foundations brauchen. Die eine hat golden schimmernde Haut, die im Sommer schnell bräunt, und braucht einen warmen Farbton mit gelblicher Basis. Die andere hat eine porzellanartige Haut mit rosigen Wangen und bläulichen Adern, ihr steht ein kühler Farbton mit rosiger Basis. Wenn du nur auf die Helligkeit achtest, kaufst du im Zweifel den falschen Farbton, der dein Gesicht grau oder fleckig wirken lässt.
So bestimmst du deinen Unterton
Drei einfache Tests helfen dir, deinen Unterton zu erkennen. Keiner ist für sich allein perfekt, aber wenn zwei Tests in dieselbe Richtung zeigen, hast du deine Antwort.
Der Adern-Test: Schau dir die Innenseite deines Handgelenks bei Tageslicht an. Wirken die sichtbaren Adern eher blau oder lila, hast du einen kühlen Unterton. Wirken sie grünlich, deutet das auf einen warmen Unterton hin. Ein Gemisch aus beidem spricht für einen neutralen Unterton. Der Grund: Durch die gelbliche Haut schimmert das Blut grünlich, durch die rosige Haut bläulich.
Der Schmuck-Test: Halte einen Gold- und einen Silberschmuck an dein Handgelenk oder dein Gesicht. Steht dir Gold besser, hast du wahrscheinlich einen warmen Unterton. Steht dir Silber besser, einen kühlen. Wenn beides gleich gut aussieht, bist du neutral. Dieser Test funktioniert gut, weil Gold die warmen Pigmente deiner Haut aufgreift und Silber die kühlen.
Der Weiß-Test: Halte ein weißes Blatt Papier neben dein Gesicht, ohne Make-up und bei Tageslicht. Wirkt deine Haut neben dem Weiß gelblich oder golden, ist dein Unterton warm. Wirkt sie rosig oder rötlich, ist er kühl. Wirkt sie eher grau oder aschig, bist du neutral. Achte darauf, dass das Papier wirklich reinweiß ist, ein gelbliches Blatt verfälscht das Ergebnis.
Die richtige Stelle zum Testen: Kiefer statt Handgelenk
Der häufigste Fehler beim Foundation-Testen ist die Stelle. Viele reiben die Farbe auf den Handrücken oder das Handgelenk, weil die Haut dort bequem erreichbar ist. Das Problem: Die Haut an der Hand ist oft dunkler oder rötlicher als die im Gesicht, besonders nach dem Händewaschen oder bei Kälte. Eine Foundation, die am Handrücken perfekt aussieht, kann im Gesicht zu dunkel oder zu gelb wirken.
Teste die Foundation stattdessen am Kiefer, direkt an der Kante zwischen Gesicht und Hals. Trage drei bis vier Farbtöne nebeneinander auf, vom Kiefer bis zum oberen Hals. Der richtige Farbton verschwindet nahtlos in deiner Haut, ohne sichtbare Kante. Beziehe auch den Hals ein, denn dein Gesicht ist oft etwas dunkler als dein Hals. Die Foundation sollte zur Mitte passen, nicht zum dunkelsten oder hellsten Bereich.
Ein zweiter guter Testort ist das Dekolleté, wenn du oft Ausschnitt trägst. Die Haut dort hat eine ähnliche Struktur wie die im Gesicht, aber einen anderen Farbton als der Hals. Wenn du unsicher bist, vergleiche die Foundation an beiden Stellen und entscheide dich für den Farbton, der den Übergang zwischen Gesicht, Hals und Dekolleté am natürlichsten ausgleicht.
Tageslicht ist die einzige Wahrheit
Die Lichtverhältnisse im Laden sind das größte Hindernis bei der Farbwahl, denn die meisten Drogerien und Parfümerien beleuchten ihre Regale mit warmem oder kaltem Kunstlicht, das die Farben verfälscht. Warmes Licht lässt Foundations gelblicher wirken, kaltes Licht lässt sie rosiger oder grauer erscheinen. Was im Laden perfekt aussieht, kann am nächsten Morgen am Fenster völlig danebenliegen.
Prüfe die Foundation immer bei natürlichem Tageslicht. Geh nach dem Auftrag ans Fenster oder vor die Tür, am besten bei neutralem, nicht zu grellem Licht. Ein bewölkter Tag ist ideal, weil das Licht dann weich und gleichmäßig ist. Direkte Sonne zeigt dir die Farben am ehrlichsten, aber auch am härtesten, sie betont jeden Farbstich.
Wenn du im Laden keine Möglichkeit hast, ans Tageslicht zu gehen, nimm einen Probefarbton mit nach Hause. Viele Marken bieten kleine Tester oder Proben an. Trage die Foundation zu Hause auf, warte zehn Minuten, bis sie sich mit deiner Haut verbunden hat, und beurteile sie dann bei Tageslicht und bei künstlichem Licht. So siehst du, wie sie sich im Alltag verhält, wenn du morgens im Bad und mittags im Büro bist.
So prüfst du den Farbton richtig
Wenn du den Unterton kennst und die richtige Stelle gefunden hast, geht es um die Feinabstimmung: Trage die Foundation nicht dick auf, sondern in einer dünnen Schicht, so wie du sie im Alltag tragen würdest. Warte ein paar Minuten, denn viele Foundations oxidieren: Sie dunkeln nach dem Auftrag nach oder verändern ihren Farbton durch den Kontakt mit der Haut. Ein Farbton, der direkt nach dem Auftrag perfekt aussieht, kann nach fünf Minuten zu dunkel sein.
Vergleiche dann den aufgetragenen Bereich mit der unbehandelten Haut daneben. Die Foundation sollte deine Haut ebenmäßiger machen, aber nicht ihre Grundfarbe verändern. Wenn du einen deutlichen Unterschied siehst, ist der Farbton falsch. Wenn du unsicher bist, ob der Farbton zu warm oder zu kühl ist, hilft ein Blick auf den Hals: Der Farbton sollte dort nicht als gelber oder rosiger Streifen enden.
Ein praktischer Trick für die Auswahl: Wenn du zwischen zwei Farbtönen schwankst, wähle den helleren. Eine zu dunkle Foundation wirkt wie eine Maske und lässt sich schwer korrigieren. Eine zu helle Foundation kannst du mit einem warmen Bronzer oder einem kühlen Rouge anpassen, je nachdem, welche Richtung du brauchst. Außerdem kannst du zwei Farbtöne mischen, wenn keiner allein perfekt passt. Viele Marken verkaufen ihre Foundations in verschiedenen Nuancen, die sich gut kombinieren lassen.
Häufige Fehler und wie du sie korrigierst
Auch mit der richtigen Methode passieren Fehler. Der häufigste ist der Kauf im falschen Licht, deshalb wirkt die Foundation später zu dunkel oder zu gelb. Wenn du bereits eine falsche Foundation gekauft hast, musst du sie nicht wegwerfen. Mische sie mit einer helleren oder dunkleren Foundation, die du bereits besitzt, oder mit einem Farbkorrektor. Ein gelblicher Korrektor neutralisiert zu rosige Foundations, ein rosiger Korrektor neutralisiert zu gelbliche.
Ein zweiter Fehler ist der Test auf dem Handrücken, der zu einer zu dunklen Wahl führt. Wenn deine Foundation am Kiefer gut aussieht, aber im Gesicht fleckig wirkt, liegt das oft an der Auftragstechnik, nicht an der Farbe. Trage die Foundation mit einem feuchten Schwamm oder einem Pinsel in dünnen Schichten auf und verblende sie gut in Richtung Hals. Eine dicke Schicht betont jeden Farbunterschied.
Der dritte Fehler betrifft die Jahreszeit. Deine Haut verändert sich im Sommer und Winter, sie wird dunkler durch die Sonne oder blasser durch den fehlenden Lichtkontakt. Eine Foundation, die im Juli perfekt ist, passt im Januar nicht mehr. Prüfe deinen Farbton deshalb mindestens zweimal im Jahr neu, am besten im Frühjahr und im Herbst. Viele Marken bieten für den Sommer und den Winter unterschiedliche Nuancen an, die du mischen oder wechseln kannst.



