Ein Vorstellungsgespräch am Vormittag, eine Feier am Abend, ein Tag mit vielen Terminen dazwischen: Wer sich schminkt, will meist zwei Dinge gleichzeitig. Das Gesicht soll frisch, ebenmäßig und wach aussehen, und genau dieser Zustand soll mehrere Stunden halten, ohne dass Sie ständig nachbessern müssen. Der Eindruck, den ein Make-up hinterlässt, entsteht selten durch eine einzelne außergewöhnliche Formel. Er entsteht, wenn Hautpflege, Produktwahl, Farbe, Textur und Auftragungstechnik zusammenpassen.

Ein „bleibender Eindruck“ hat dabei zwei Seiten. Andere nehmen Sie als gepflegt und ausgeruht wahr, und das Make-up selbst bleibt sichtbar in Form, statt am Nachmittag in feine Linien abzurutschen, zu verblassen oder fleckig zu wirken. Diesen doppelten Effekt erreichen Sie, wenn Sie auf verlässliche Kriterien setzen, Ihre Haut richtig vorbereiten und wissen, welche Textur zu Ihrem Hauttyp und zum Anlass passt. Das teuerste Produkt im Regal ist dafür nicht nötig. Wer sich im Spiegel gefällt, tritt außerdem selbstbewusster auf, und genau dieser sichere Auftritt bleibt anderen ebenfalls in Erinnerung.

Was gutes Make-up wirklich ausmacht: Drei Kriterien

Ein einzelnes Produkt, das für jedes Gesicht gleichermaßen das beste Make-up der Welt ist, gibt es nicht. Was es gibt, sind drei Anforderungen, die ein Look erfüllen muss, wenn er wirklich überzeugen soll:

  • Die Haut wirkt frisch, nicht geschminkt. Andere sehen ein gepflegtes Gesicht, nicht die Arbeit dahinter. Die Grundierung gleicht Unebenheiten aus, ohne wie eine Maske zu wirken. Am Kiefer verläuft kein sichtbarer Rand, und die natürliche Gesichtsfarbe schimmert noch durch.
  • Das Make-up pflegt, statt zu belasten. Ein gutes Produkt trocknet die Haut nicht aus und setzt sich nicht in Poren fest. Es lässt sich am Abend vollständig entfernen und trägt so zur Pflege bei, statt ein zusätzliches Hautproblem zu schaffen.
  • Der Look hält mehrere Stunden, ohne abzufärben oder einzutrocknen. Die Farbe bleibt dort, wo sie hingehört. Die Grundierung verrutscht nicht, die Wimperntusche krümelt nicht, und der Lippenstift überlebt auch ein Glas Wasser oder ein Essen, ohne zu verlaufen.

Wer diese drei Kriterien im Kopf behält, kauft anders ein. Entscheidend ist, ob das Produkt zu Ihrem Hauttyp, Ihrem Farbton und Ihrem Alltag passt. Der Preis ist dabei zweitrangig. Auch günstige Produkte aus der Drogerie können überzeugen, wenn sie richtig ausgewählt und aufgetragen werden. Bei teuren Artikeln ist ein gutes Ergebnis dagegen keine Garantie. Achten Sie deshalb nicht auf das Preisschild, sondern auf die Textur, die Deckkraft und die Frage, ob die Farbe zu Ihrem Gesicht passt.

Zu einem gepflegten Look gehört außerdem ein Punkt, den viele unterschätzen: das Verfallsdatum. Make-up ist nach dem Öffnen nicht unbegrenzt haltbar. Auf der Verpackung gibt das Symbol des geöffneten Töpfchens an, wie viele Monate das Produkt nach dem ersten Öffnen verwendet werden kann. An diesen Zeitraum sollten Sie sich halten, besonders bei Produkten, die nahe an Auge und Schleimhäuten verwendet werden. Woran Sie erkennen, dass ein Produkt nicht mehr frisch ist: Die Foundation trennt sich in Flüssigkeit und Farbe, die Mascara verklebt oder krümelt, der Lippenstift wird brüchig oder riecht anders. Wer abgelaufene Produkte verwendet, riskiert Hautreizungen und bekommt gleichzeitig ein schlechteres Ergebnis. Regelmäßiges Ausmisten der Kosmetiktasche gehört deshalb zur Grundausstattung eines guten Looks.

Die Basis: Erst die Haut, dann das Make-up

Das beste Make-up nützt wenig, wenn die Haut darunter nicht vorbereitet ist. Auf einer trockenen, unebenen oder mit Resten vom Vortag bedeckten Haut setzt sich jede Grundierung ungleichmäßig ab. Die wichtigste Regel lautet deshalb: Cremen Sie die Haut ein, bevor Sie Farbe auftragen, und reinigen Sie sie gründlich, bevor Sie den Tag beenden.

Die morgendliche Vorbereitung ist kurz, aber entscheidend. Reinigen Sie das Gesicht mit einer milden Reinigungslotion, die zur Haut passt, und tragen Sie anschließend eine reichhaltige Feuchtigkeitscreme auf. Das gilt zu jeder Jahreszeit, auch im Sommer und an Tagen, an denen die Haut bereits fettig wirkt. Die Creme glättet die oberste Hautschicht, versorgt sie mit Feuchtigkeit und sorgt dafür, dass die Foundation gleichmäßig verstreicht, statt in trockenen Stellen zu haften.

Zwischen Creme und Make-up sollte etwas Zeit liegen. Lassen Sie die Feuchtigkeitscreme einige Minuten einziehen, bevor Sie die nächste Schicht auftragen. Wer zusätzlich einen Primer verwendet, trägt ihn auf die eingecremte Haut auf. Ein Primer ist ein transparentes oder leicht getöntes Produkt, das Poren und feine Linien optisch glättet und der Foundation mehr Halt gibt. Die Haut bekommt dadurch eine griffige Oberfläche, auf der die Farbe besser haftet und länger an Ort und Stelle bleibt. Was für trockene Haut eine reichhaltige Creme ist, ist für fettige Haut oft ein mattierender Primer, der überschüssigen Glanz bindet.

Mindestens ebenso wichtig wie die Vorbereitung am Morgen ist die Reinigung am Abend. Reste von Foundation, Mascara und Lippenstift haben über Nacht nichts im Gesicht zu suchen. Sie verstopfen die Poren, lassen den Teint fahl wirken und sorgen dafür, dass das Make-up am nächsten Morgen ungleichmäßig liegt. Nehmen Sie sich also die Zeit, das Gesicht gründlich zu reinigen, und entfernen Sie die Augenpartie besonders behutsam, damit die Wimpern nicht brechen. Wer zu trockenen Schüppchen neigt, kann die Haut zusätzlich gelegentlich mit einem sanften Peeling von abgestorbenen Hautteilchen befreien. In den feinen trockenen Stellen setzt sich sonst später die Foundation fest, und genau dort entsteht der unsaubere Eindruck, den Sie vermeiden wollen.

Der Teint: So finden Sie die passende Foundation

Der Teint trägt den größten Teil des Gesichts und damit auch den größten Teil des Eindrucks. Eine gute Foundation gleicht Rötungen und Unregelmäßigkeiten aus, ohne wie eine Schicht zu wirken. Um das zu erreichen, müssen zwei Dinge stimmen: der Farbton und die Textur.

Der Farbton entscheidet darüber, ob das Make-up natürlich aussieht oder ob man sofort erkennt, dass ein Produkt auf dem Gesicht liegt. Testen Sie die Farbe deshalb nicht am Handrücken, sondern am Kieferrand. Dort können Sie sehen, ob der Ton zum Gesicht, zum Hals und zum Dekolleté passt. Prüfen Sie den Farbtest bei Tageslicht, denn Kunstlicht verfälscht die Farbwirkung. Der richtige Ton verschwindet optisch in der Haut, ohne einen hellen oder dunklen Rand zu hinterlassen. Wer sich zwischen zwei Nuancen nicht entscheiden kann, wählt meist die etwas wärmere Variante, weil ein zu heller Ton schneller maskenhaft wirkt als ein Ton, der sich der natürlichen Gesichtsfarbe anpasst.

Die Textur wählen Sie nach Ihrem Hauttyp. Flüssige Foundations versorgen trockene Haut mit Feuchtigkeit und lassen sich gleichmäßig verteilen. Puderförmige und mineralische Produkte sind die bessere Wahl für fettige Haut, weil sie überschüssiges Öl aufnehmen und länger matt bleiben. Ein Mineralien-Make-up ist für viele Situationen eine gute Lösung, besonders wenn Sie einen natürlichen Look für den ganzen Tag suchen. Es basiert auf feinen mineralischen Pigmenten, hat eine leichte Textur und gleicht sich dem natürlichen Ton der Haut an, ohne schwer zu decken. Die Haut erhält einen zarten, frischen Schimmer, der auch nach Stunden noch lebendig wirkt und zu jeder Tageszeit getragen werden kann.

Entscheidend für ein natürliches Finish ist außerdem die Menge. Tragen Sie die Foundation in dünnen Schichten auf und bauen Sie die Deckkraft nur dort auf, wo Sie wirklich nötig ist. Eine zweite dünne Schicht wirkt immer frischer als eine dicke erste Schicht. Verteilen Sie das Produkt gleichmäßig und verblenden Sie die Ränder am Kiefer und am Haaransatz sorgfältig, damit keine sichtbaren Übergänge entstehen. Wer zu viel Produkt auf einmal aufträgt oder immer wieder über dieselbe Stelle streicht, riskiert ein cakey wirkendes Ergebnis, bei dem sich die Farbe in Poren und feinen Linien absetzt. Ist dieser Zustand erst einmal eingetreten, lässt er sich nicht einfach wegpudern. Bessern Sie deshalb lieber schichtweise nach, statt von Beginn an großzügig zu arbeiten.

Die Augen: Warum eine gute Mascara oft genug ist

Der Blick ist das Erste, was andere im Gesicht wahrnehmen. Entsprechend groß ist die Versuchung, Augenpartie und Wimpern mit vielen Produkten zu betonen. Dabei gilt im Alltag meist das Gegenteil: Eine gut gewählte Wimperntusche leistet mehr als ein ganzer Schminkschrank, denn sie öffnet den Blick, ohne ihn zu überladen.

Die Auswahl an Mascaras ist riesig, und nicht jede Bürste passt zu jedem Auge. Eine gute Mascara erkennt man daran, dass sie den Wimpernkranz bereits an der Wurzel erfasst und anhebt. Sie sollte drei Aufgaben in einem einzigen Zug erledigen: die Wimpern färben, in Form bringen und optisch verlängern. Die Form der Bürste spielt dabei eine große Rolle. Wer sich unsicher ist, kann sich in einer Make-up-Beratung in der Drogerie zeigen lassen, wie man die passende Bürste erkennt und welche Bewegung die Wimpern von der Wurzel bis zur Spitze erfasst.

Beim Auftragen gilt: Beginnen Sie an der Wurzel, nicht an den Spitzen. Setzen Sie die Bürste am Wimpernansatz an und führen Sie sie langsam nach oben, damit die Wimpern gehoben und gleichmäßig getuscht werden. Warten Sie nach der ersten Schicht kurz, bis die Tusche angetrocknet ist, bevor Sie eine zweite Schicht auftragen. Vermeiden Sie es, die Bürste immer wieder in das Röhrchen zu pumpen. Dabei wird Luft hineingedrückt, die Tusche trocknet schneller aus und verklumpt leichter. Auch das erklärt, warum dieselbe Mascara bei manchen Frauen perfekt arbeitet und bei anderen nach kurzer Zeit krümelt.

Ein häufiger Fehler ist es, zur Mascara noch Lidschatten und Kajal zu kombinieren, obwohl das Auge das gar nicht braucht. Wenn Wimperntusche, Lidschatten und Kajal gleichzeitig stark auftragen werden, wirkt der Blick schnell überschminkt, und genau die natürliche Ausstrahlung geht verloren, die ein gepflegter Look erzeugen soll. Wer die richtige Mascara gefunden hat, kann mit ihr allein einen klaren, wachen Blick schaffen. Lidschatten und Kajal sind dann eher etwas für den Abend oder für besondere Anlässe, am Arbeitsplatz und im Alltag wirken Sie mit weniger Produkt glaubwürdiger.

Zwei weitere Fehler lassen die Augenpartie schnell unsauber wirken. Verschmierte Mascara entsteht häufig dann, wenn das Produkt noch nicht vollständig getrocknet ist oder wenn die Augenpartie mit fettiger Creme eingecremt wurde. Tragen Sie Augencreme sparsam auf und warten Sie, bis sie eingezogen ist, bevor Sie die Wimpern tuschen. Kajal auf der Wasserlinie verschwindet bei vielen Frauen bereits nach kurzer Zeit, weil der Tränenfilm ihn auswäscht. Wer diesen Effekt stört, setzt den Kajal besser direkt an der Wimpernlinie an oder verzichtet im Alltag darauf. Auch die Augenbrauen sollten natürlich bleiben: Balkige, mit zu viel Farbe nachgezeichnete Brauen lenken vom Blick ab. Füllen Sie lichte Stellen mit kurzen, feinen Strichen in der Farbe Ihrer Brauen, statt die gesamte Form neu zu zeichnen.

Die Lippen: Farbe, Textur und Pflege richtig kombinieren

Die Lippen runden den Look ab und sind gleichzeitig der Teil des Make-ups, der am schnellsten nachgebessert werden muss. Die richtige Wahl hängt von zwei Faktoren ab: dem Farbton und der Textur. Beides sollte nicht nur zum Anlass passen, sondern auch zu Ihrem Gesicht.

Der Farbton eines Lippenstiftes sollte mit Ihrem Hautton und der natürlichen Farbe Ihrer Lippen harmonieren. Ein Ton, der am Tester im Geschäft schön aussieht, kann auf den Lippen ganz anders wirken. Prüfen Sie die Farbe deshalb direkt im Gesicht und nicht auf der Hand, denn der Hautton der Hand unterscheidet sich vom Teint. Entscheidend ist der Gesamteindruck: Wirkt das Gesicht frischer und wacher, wenn der Lippenstift aufgetragen ist, oder lässt die Farbe die Haut blass wirken? Ein guter Test ist der Blick in den Spiegel bei Tageslicht, zusammen mit der Kleidung, die Sie an diesem Tag tragen möchten.

Die Textur entscheiden Sie nach dem Zustand Ihrer Lippen und nach der gewünschten Haltbarkeit. Wer zu trockenen Lippen neigt, wählt am besten einen Lippenstift mit cremiger Textur, der die Lippen pflegt und nicht zusätzlich austrocknet. Wer Wert auf langen Halt legt, greift zu einem matten Lippenstift. Matte Produkte haften besonders lange auf den Lippen, weil sie wenig Feuchtigkeit enthalten und dadurch nicht so schnell verlaufen. Dafür betonen sie trockene Stellen deutlicher. Wer einen matten Lippenstift tragen möchte, sollte die Lippen vorher pflegen: Ein Lippenbalsam, der einige Minuten einzieht und dessen Überschuss Sie abtupfen, schafft eine glatte Grundlage, ohne den Halt des matten Produkts zu beeinträchtigen.

Auch die Farbwahl gehört zur Strategie für einen bleibenden Eindruck. Knallige Töne wie Candy Red oder Chili setzen ein deutliches Zeichen und eignen sich besonders für den glamourösen Auftritt am Abend. Im Büro und im Alltag wirken zarte Farben wie Rosé oder ein getönter Lippenbalsam natürlicher und passen zu mehr Outfits und Tageszeiten. Sie lassen die Lippen gepflegt aussehen, ohne dem Gegenüber sofort ins Auge zu springen.

Für die Pflege zwischendurch gilt eine einfache Regel: Ein Lipgloss oder ein Lippenbalsam gehört immer in die Handtasche. Farbe ist nicht in jeder Situation nötig, Pflege dagegen schon. Wer den ganzen Tag unterwegs ist, spürt schnell, wann die Lippen wieder Feuchtigkeit brauchen. Ein Pflegeprodukt, das Sie zwischendurch auftragen, beugt trockenen, rissigen Lippen vor und sorgt dafür, dass ein später aufgetragener Lippenstift wieder gleichmäßig aussieht. Bei schmalen Lippen lohnt der Vergleich verschiedener Texturen: Dunkle, harte Farben mit klar gezogener Kante lassen schmale Lippen oft kleiner wirken, während ein cremiger Gloss mit etwas Glanz den Mund weicher und voller erscheinen lässt.

So bleibt der Look von morgens bis abends frisch

Ein Make-up, das morgens perfekt sitzt, muss am Abend nicht neu aufgebaut werden. Wer von Anfang an richtig arbeitet, kommt mit wenigen Nachbesserungen aus. Die Grundlage dafür legen Sie bereits vor dem Auftragen: Eine gepflegte, mit Feuchtigkeit versorgte Haut und ein Primer sorgen dafür, dass die Foundation über Stunden an Ort und Stelle bleibt. Wer auf diese Vorbereitung verzichtet, muss später gegen Verrutschen und Glanz ankämpfen, statt einfach nur nachzulegen.

Auch die Menge des Make-ups beeinflusst die Haltbarkeit. Wer zu viel Foundation aufträgt, bekommt im Laufe des Tages Risse und Abdrücke, weil die dicke Schicht mit jeder Bewegung der Haut mitwandert. Dünne Schichten, die gut in die Haut eingearbeitet werden, halten länger und sehen natürlicher aus. Wer zu Glanz neigt, sollte nicht immer mehr Puder über das gesamte Gesicht legen. Puder setzt sich sonst in feinen Linien fest und macht den Teint schwer. Besser ist es, nur die glänzenden Stellen in der T-Zone, also auf Stirn, Nase und Kinn, mit etwas Puder zu mattieren. Unterwegs helfen Mattierpapiere: Sie tupfen überschüssiges Öl ab, ohne die Foundation darunter anzulösen.

Ein typischer Tagesablauf zeigt, wie wenig Aufwand nötig ist. Am Morgen tragen Sie nach der Reinigung eine Feuchtigkeitscreme und einen Primer auf, danach eine dünne Schicht Foundation und eine Schicht Mascara. Für das Büro wählen Sie einen zarten Lippenstift in Rosé oder einen getönten Balsam. Zur Mittagszeit tupfen Sie die T-Zone mit einem Mattierpapier ab und frischen die Lippen auf. Am späten Nachmittag, vor dem Abendtermin, müssen Sie nicht die gesamte Grundierung erneuern. Ein zweiter, dünner Auftrag Mascara und ein kräftigerer Lippenstift in einem Ton wie Candy Red oder Chili verwandeln den Tageslook in einen Abendlook, ohne dass das Gesicht überladen wirkt. Die Foundation selbst hält in der Regel durch, wenn sie morgens dünn und gleichmäßig aufgetragen wurde.

Ein häufiger Grund für ein unschönes Ergebnis am Abend ist das ständige Übereinanderschichten. Jede zusätzliche Schicht Puder oder Foundation, die im Laufe des Tages aufgetragen wird, erhöht das Risiko, dass das Make-up cakey wirkt und sich in Linien absetzt. Die bessere Strategie ist, morgens weniger aufzutragen und gezielt nachzubessern. Wer weiß, dass ein langer Tag bevorsteht, sollte außerdem auf die Textur achten: Cremige Produkte halten auf trockener Haut besser, matte Produkte auf fettiger Haut. Ein Make-up, das zur Haut passt, trocknet nicht ein und färbt nicht ab, sondern bleibt dort, wo es am Morgen aufgetragen wurde.

Typische Fehler, die den Eindruck stören (und wie Sie sie vermeiden)

Viele Looks scheitern nicht an der Qualität der Produkte, sondern an kleinen Fehlern bei Auswahl und Anwendung. Diese Fehler kommen besonders häufig vor:

Der Farbton der Foundation passt nicht zum Hals. Eine Foundation, die im Gesicht schön aussieht, aber am Kiefer einen sichtbaren Rand zum Hals hinterlässt, zerstört den ganzen Eindruck. Testen Sie die Farbe am Kieferrand und prüfen Sie sie bei Tageslicht. Wenn Gesicht und Hals unterschiedliche Töne haben, gleichen Sie den Unterschied aus, indem Sie die Foundation am Kiefer leicht ausblenden oder auch den Hals dünn mit einbeziehen.

Zu viel Foundation macht das Gesicht maskenhaft. Je mehr Produkt auf der Haut liegt, desto deutlicher sieht man, dass Make-up getragen wird. Tragen Sie dünne Schichten auf und bauen Sie die Deckkraft nur an den Stellen auf, die wirklich Abdeckung brauchen. Ein natürlicher Teint mit leichten Unebenheiten wirkt sympathischer als eine perfekte, aber schwere Fläche.

Die Foundation setzt sich in Poren und feinen Linien ab. Dieses Problem entsteht meist, wenn die Haut nicht genug Feuchtigkeit bekommt oder wenn zu viel Produkt aufgetragen wird. Eine gute Creme als Basis, eine leichte Textur und das Arbeiten in dünnen Schichten beugen dem vor. Wer bereits abgesetzte Stellen sieht, sollte nicht weiter darüberpudern, sondern die Stelle vorsichtig abnehmen und neu auftragen.

Die Mascara verschmiert und krümelt. Ursachen sind oft eine zu alte Tusche, eine zu fettig eingecremte Augenpartie oder das Auftragen in zu dicken Schichten. Ersetzen Sie die Mascara regelmäßig, cremen Sie die Augenpartie sparsam ein und tuschen Sie erst, wenn die Creme eingezogen ist. Zwei dünne Schichten halten besser als eine dicke.

Der Kajal in der Wasserlinie verschwindet schnell. Der Tränenfilm wäscht Kajal an der Wasserlinie bei vielen Frauen innerhalb kurzer Zeit aus. Das ist kein Zeichen für ein schlechtes Produkt, sondern eine Frage der Anatomie. Wer Kajal tragen möchte, setzt ihn besser direkt an der Wimpernlinie an, wo er länger hält und den Blick nicht kleiner macht.

Die Augenbrauen wirken balkig. Mit zu viel Farbe und zu hartem Strich nachgezeichnete Brauen lenken vom Gesicht ab und lassen den Blick streng wirken. Füllen Sie nur Lücken mit kurzen Strichen, die der natürlichen Haarrichtung folgen, und wählen Sie eine Farbe, die etwas heller ist als Ihre Brauen.

Der Lippenstift passt nicht zur Lippenform. Matte, dunkle Farben mit harter Kante lassen schmale Lippen kleiner und strenger wirken. Cremige Texturen und zarte Töne sind hier die freundlichere Wahl. Wer zu trockenen Lippen neigt, sollte matte Farben nur auf gut gepflegten Lippen tragen, sonst betont der Lippenstift jede Schuppe.

Zu viele Produkte gleichzeitig überladen das Gesicht. Wenn Foundation, Puder, Lidschatten, Kajal, Mascara, Rouge und Lippenstift alle kräftig aufgetragen werden, wirkt das Gesicht schnell unruhig. Der sicherere Weg ist, einen Bereich zu betonen und die anderen zurückzunehmen. Ein natürlicher Teint mit klarer Mascara und einer passenden Lippenfarbe hinterlässt fast immer einen besseren Eindruck als ein Gesicht, in dem jedes Produkt um Aufmerksamkeit kämpft.

Die richtige Strategie für Alltag und besondere Anlässe

Je nach Situation braucht das Make-up unterschiedliche Schwerpunkte. Wer wenig Zeit hat, kommt mit wenigen Produkten aus: Eine Reinigungslotion und eine Feuchtigkeitscreme bereiten die Haut vor, ein Mineralien-Make-up gleicht den Teint aus, eine Schicht Mascara öffnet den Blick, und ein Lippenbalsam oder ein zarter Lippenstift rundet den Look ab. Dieses Basisprogramm dauert wenige Minuten und trägt sich den ganzen Tag über gut.

Für einen langen Tag mit vielen Terminen lohnt sich die etwas sorgfältigere Vorbereitung. Ein Primer unter der Foundation sorgt für Halt, eine dünne Schicht einer zum Hauttyp passenden Textur verhindert das Absetzen in Linien, und ein matter Lippenstift übersteht auch ein Essen, ohne sofort zu verschwinden. Packen Sie für unterwegs ein Mattierpapier, einen Lippenstift oder Lippenbalsam und notfalls die Mascara ein. Mehr braucht es nicht, um den Look über Stunden frisch zu halten.

Steht am Abend ein besonderer Termin an, müssen Sie das Tages-Make-up nicht komplett entfernen und neu beginnen. Bessern Sie gezielt nach: Eine weitere, dünne Schicht Mascara intensiviert den Blick, ein kräftigerer Lippenstift in Candy Red oder Chili gibt dem Gesicht Abendglamour, und wer möchte, setzt mit einem dezenten Lidschatten einen zusätzlichen Akzent. Wichtig ist, dass die Grundierung darunter nicht überladen wird. Der Übergang vom Tag zum Abend gelingt am besten, wenn Sie morgens schon eine leichte Basis gelegt haben, die Raum für die intensiveren Farben des Abends lässt.

Das Wichtigste in Kürze

Ein Make-up, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt, ist keine Frage des Preises, sondern der Systematik. Diese Punkte fassen zusammen, worauf es ankommt:

  • Bereiten Sie die Haut vor. Reinigungslotion und Feuchtigkeitscreme gehören vor jedes Make-up, und abends wird alles gründlich entfernt.
  • Testen Sie den Farbton am Kieferrand. Die Foundation muss zu Gesicht, Hals und Dekolleté passen und wird bei Tageslicht geprüft.
  • Wählen Sie die Textur nach Hauttyp. Flüssige Foundation für trockene Haut, Puder oder Mineralien-Make-up für fettige Haut.
  • Tragen Sie dünn auf und bauen Sie lieber auf. Zwei dünne Schichten wirken frischer als eine dicke, und weniger Produkt setzt sich seltener in Linien und Poren ab.
  • Setzen Sie bei den Augen auf eine gute Mascara. Eine Mascara, die von der Wurzel an färbt, formt und verlängert, ersetzt im Alltag oft Lidschatten und Kajal.
  • Entscheiden Sie beim Lippenstift zwischen Pflege und Halt. Cremige Texturen für trockene Lippen, matte für langen Halt, und ein Lippenbalsam gehört immer in die Tasche.
  • Ersetzen Sie Produkte regelmäßig. Abgelaufenes Make-up verändert seine Konsistenz, verliert an Halt und kann die Haut reizen.
  • Erinnern Sie sich an die wichtigste Regel: Ein natürlicher, gepflegter Look hinterlässt einen besseren Eindruck als ein Gesicht, auf dem zu viele Produkte gleichzeitig sichtbar sind.