Azelainsäure ist ein Wirkstoff gegen Pickel und gegen die entzündlichen Knötchen bei Rosazea. Sie wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und löst verstopfte Poren. In Deutschland gibt es sie als Arzneimittel in zwei Stärken: die 20-prozentige Creme gegen Akne und das 15-prozentige Gel gegen Rosazea. Daneben steckt sie in vielen kosmetischen Pflegeprodukten.

Zwei weiße, unbeschriftete Tuben nebeneinander: eine Creme-Tube und eine Gel-Tube auf einer sauberen, hellen Oberfläche
Azelainsäure gibt es als 20 % Creme gegen Akne und als 15 % Gel gegen Rosazea.

Azelainsäure gehört auf die gereinigte, trockene Haut, danach kommt eine Feuchtigkeitspflege. Wie oft du aufträgst, hängt vom Präparat ab. Die deutsche Gebrauchsinformation für die 20-prozentige Akne-Creme nennt morgens und abends als Standard. Bei ausgeprägter Reizung darfst du die Menge reduzieren, vorübergehend nur einmal täglich auftragen oder ein paar Tage pausieren.

Ein leichtes Brennen oder Stechen in den ersten Wochen ist bekannt und kein Grund zur Panik. Starke oder anhaltende Reizungen solltest du ärztlich abklären lassen.

Was Azelainsäure gegen Pickel und Rötungen leistet

Die Beleglage für Akne ist solide, aber nicht überwältigend. Die US-amerikanische Leitlinie der Dermatologenvereinigung AAD empfiehlt Azelainsäure nur unter bestimmten Bedingungen. Die Empfehlung stützt sich auf drei randomisierte kontrollierte Studien mit mittlerer Sicherheit der Belege. In einer dieser Studien mit 92 Personen erzielten nach drei Monaten unter der 20-prozentigen Creme, zweimal täglich angewendet, 28 Prozentpunkte mehr Teilnehmende eine Reduktion der Pickel um 50 bis 100 Prozent als in der Vergleichsgruppe. Die deutsche Gebrauchsinformation nennt eine deutliche Besserung im Allgemeinen nach etwa vier Wochen. Diese Leitlinien-Einschätzung garantiert keinen individuellen Erfolg.

Realistic photo for Azelainsäure richtig anwenden bei Pickeln und Rötungen

Bei Rosazea sieht die Lage ähnlich aus. Die deutsche S2k-Leitlinie empfiehlt das 15-prozentige Gel zweimal täglich. In den beiden Zulassungsstudien nahmen die entzündlichen Läsionen um 51 bis 58 Prozent ab, gegenüber 39 bis 40 Prozent in den Kontrollgruppen. Der Effekt setzte nach vier beziehungsweise acht Wochen ein.

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Azelainsäure ist kein Mittel gegen jede Gesichtsrötung. Die deutsche Leitlinie berichtet einen leichten positiven Einfluss auf Rosazea-Rötungen, die zugelassene Anwendung betrifft aber vor allem die entzündlichen Knötchen. Die US-Kennzeichnung des 15-prozentigen Gels sagt sogar ausdrücklich, dass eine Wirkung auf Rötung ohne gleichzeitig vorhandene Pickel nicht untersucht wurde. Wer also nur eine dauerhafte Rötung ohne entzündliche Stellen hat, sollte nicht erwarten, dass Azelainsäure sie beseitigt.

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Die richtige Reihenfolge: erst reinigen, dann auftragen, dann pflegen

Für die 20-prozentige Akne-Creme beschreibt die deutsche Gebrauchsinformation diesen Ablauf: Gesicht mit klarem Wasser und gegebenenfalls einem milden Reinigungsmittel waschen, die Haut sorgfältig abtrocknen, die Creme dünn nur auf die betroffenen Stellen auftragen und einreiben, danach die Hände waschen. Kontakt mit Augen, Lippen und Schleimhäuten vermeiden.

Eine Person wäscht ihr Gesicht mit einem milden Reinigungsmittel, die Hände schäumen sanft an den Wangen
Schritt 1: Gesicht mit klarem Wasser und einem milden Reinigungsmittel waschen.

Die Haut muss wirklich trocken sein, bevor Azelainsäure darauf kommt. Auf feuchter Haut brennt der Wirkstoff schneller. Die American Academy of Dermatology rät bei Rosazea, nach dem Waschen die Haut trocknen zu lassen, weil Pflegeprodukte auf trockener Haut weniger wahrscheinlich brennen oder stechen.

Eine Person tupft ihr Gesicht vorsichtig mit einem weißen Handtuch trocken
Schritt 2: Haut sorgfältig abtrocknen – auf feuchter Haut brennt Azelainsäure schneller.

Danach kommt die Feuchtigkeitspflege. Die AAD empfiehlt bei Rosazea die Reihenfolge Medikament zuerst, dann Feuchtigkeitspflege. Eine Untersuchung an einem menschlichen Hautmodell mit dem 15-prozentigen Gel fand allerdings keinen wesentlichen Unterschied in der Wirkstoffaufnahme, egal ob die Feuchtigkeitslotion vor oder nach der Azelainsäure aufgetragen wurde; die Reihenfolge ist also nicht festgelegt. Wenn deine Haut empfindlich ist und die Azelainsäure besser verträgt, wenn vorher eine Creme als Puffer liegt, spricht nichts dagegen. Bei einem Arzneimittel haben Packungsbeilage und ärztliche Anweisung Vorrang.

Wie oft du Azelainsäure aufträgst

Die Frequenz hängt vom Produkt ab. Für die 20-prozentige Akne-Creme, die in Deutschland als Skinoren verkauft wird, nennt die Gebrauchsinformation morgens und abends als Standard. Etwa 2,5 Zentimeter Creme reichen für das ganze Gesicht. Bei ausgeprägter Reizung reduzierst du die Menge, stellst vorübergehend auf einmal täglich um oder machst für ein paar Tage Pause. Wenn die Reizung abgeklungen ist, steigerst du wieder auf zweimal täglich.

Ein Finger, auf dem ein etwa 2,5 Zentimeter langer Strang weißer Creme aus einer Tube aufgetragen ist
Etwa 2,5 cm Creme reichen für das ganze Gesicht.

Für das 15-prozentige Gel gegen Rosazea nennt die deutsche Leitlinie ebenfalls zweimal täglich. Bei einem Arzneimittel gilt immer: die individuelle ärztliche Anweisung und die dazugehörige Packungsinformation sind maßgeblich.

Für kosmetische Produkte mit Azelainsäure gibt es keine einheitliche Empfehlung: Wirkstärke und Trägersystem unterscheiden sich, deshalb gilt die Anleitung auf der Verpackung. Eine pauschale Regel wie „immer jeden zweiten Tag starten“ lässt sich aus den Arzneimittelinformationen nicht ableiten. Wenn du ein neues Produkt ausprobierst, beginnst du vorsichtig und beobachtest, wie deine Haut reagiert.

Feuchtigkeitspflege: sinnvoll, aber keine Garantie

Feuchtigkeitspflege gehört bei Azelainsäure dazu, besonders wenn deine Haut empfindlich ist. Eine offene Studie mit 102 Personen mit leichter bis mittlerer papulopustulöser Rosazea (Rosazea mit entzündlichen Knötchen und Pusteln) untersuchte das 15-prozentige Gel zweimal täglich über sieben Tage. Auf der Gesichtshälfte, die zusätzlich eingecremt wurde, nahmen die Werte für Stechen, Brennen, Kribbeln und Juckreiz ab. Die Studie nennt keine konkrete Zahl zur Wirkung, aber sie unterstützt die Einbeziehung einer Feuchtigkeitspflege. Sie belegt nicht, dass jede Creme bei allen Betroffenen gleich wirkt.

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Bei zu Akne neigender Haut rät der britische Gesundheitsdienst NICE zu Pflegeprodukten und Sonnenschutz, die nicht ölbasiert und nicht komedogen sind, also die Poren nicht verstopfen. Bei Rosazea empfiehlt die AAD reizarme, parfümfreie und nicht komedogene Produkte. Diese Kriterien helfen dir bei der Auswahl, ohne dass du eine bestimmte Marke brauchst.

So reagiert empfindliche Haut

Brennen, Juckreiz und Rötung an der Anwendungsstelle sind bei der 20-prozentigen Creme als sehr häufige Nebenwirkungen aufgeführt, das heißt, sie betreffen mehr als eine von zehn behandelten Personen. Hauttrockenheit, Abschilferung und Schmerzen sind häufig. Die Packungsinformation sagt, dass lokale Hautreizungen im Allgemeinen im Verlauf der Behandlung abnehmen. Auch die deutsche Rosazea-Leitlinie beschreibt die unerwünschten Wirkungen überwiegend als mild bis moderat und vorübergehend, vor allem Brennen, Stechen und Juckreiz.

Nahaufnahme einer Wange mit leichter, gleichmäßiger Rötung und minimaler Trockenheit, ohne offene Stellen
Leichtes Brennen und Rötung zu Beginn sind häufig und klingen meist ab.

Das heißt nicht, dass du jede Reizung einfach aussitzen musst. Bei ausgeprägter Reizung passt du die Anwendung an: weniger Creme, seltener auftragen oder kurz pausieren. Was du nicht tun solltest: eine zusätzliche Menge auftragen, um eine vergessene Anwendung nachzuholen, oder die Haut trocken rubbeln. Aggressive Reiniger, Alkohol, Peelings und reizende Toner meidest du während der Behandlung.

Wenn die Reizung stark ist oder nicht abklingt, holst du dir ärztlichen oder pharmazeutischen Rat. Das gilt auch, wenn sich nach mehreren Wochen keine Besserung zeigt oder die Rötung zunimmt. Ein Pflegeratgeber ersetzt keine Abklärung durch eine Fachperson.