Deine Make-up-Pinsel nehmen nicht nur Farbe auf: Foundationreste, Hautschüppchen, Talg und Bakterien setzen sich zwischen den Borsten fest. Wenn du die Pinsel nicht regelmäßig wäschst, verteilst du beim nächsten Schminken genau diese Mischung wieder im Gesicht. Das kann Hautreizungen, verstopfte Poren oder Pickel begünstigen. Die gute Nachricht: Die Reinigung dauert nur wenige Minuten, wenn du die Grundregel beherrschst. Halte die Borsten beim Waschen nach unten, nutze lauwarmes Wasser und einen milden Reiniger, und lass die Pinsel flach trocknen. Dann bleiben die Borsten in Form, und der Kleber, der den Borstenkopf mit dem Griff verbindet, hält jahrelang.

Wie oft du reinigen solltest, hängt vom Pinseltyp ab. Foundation- und Concealerpinsel, die mit flüssigen oder cremigen Produkten arbeiten, brauchen häufiger eine Wäsche als Puderpinsel. Die Empfehlungen von Dermatologen unterscheiden sich: Die American Academy of Dermatology rät pauschal zu einer Reinigung alle sieben bis zehn Tage, die Cleveland Clinic unterscheidet nach Produktart. Einen einheitlichen, wissenschaftlich festgelegten Rhythmus gibt es nicht. Du kannst dich aber an praktikablen Spannen orientieren, die im Folgenden erklärt werden.
Warum Foundation- und Concealerpinsel häufiger gewaschen werden
Flüssige und cremige Produkte hinterlassen einen fettigen Film auf den Borsten. In diesem Film vermehren sich Bakterien schneller als in trockenem Puder. Die Rückstände verändern mit der Zeit auch die Konsistenz deiner Foundation. Für Foundation- und Concealerpinsel ist deshalb eine wöchentliche Reinigung die verlässlichste Routine. Wenn du täglich schminkst oder viel Produkt aufträgst, wasche sie ruhig zweimal pro Woche. Das schadet den Borsten nicht, solange du sanft vorgehst.

Puderpinsel kommen mit trockenen Texturen in Kontakt, die weniger Rückstände hinterlassen. Hier reicht eine Wäsche alle ein bis zwei Wochen, je nachdem, wie oft du den Pinsel benutzt und ob du mehrere Farben damit aufträgst. Wenn du sichtbare Produktablagerungen oder eine verfärbte Borstenspitze bemerkst, ist es Zeit für die Reinigung – unabhängig vom Kalender.

Für Augenpinsel gilt eine Reinigung wöchentlich bis alle zwei Wochen. Die Haut am Auge ist empfindlich, und Lidschatten- oder Eyelinerreste können beim nächsten Auftrag ins Auge geraten. Wer Pinsel mit anderen Personen teilt, sollte das grundsätzlich vermeiden. Das gilt für alle Pinseltypen, besonders aber für die am Auge.
Die richtige Reinigung: Schritt für Schritt
Die Waschtechnik ist für alle Pinseltypen gleich. Der Unterschied liegt allein in der Häufigkeit und darin, wie viel Produkt sich aus den Borsten lösen muss.

Halte den Pinsel unter lauwarmes, fließendes Wasser und benetze nur die Borstenspitzen. Der Griff und die Metallhülse, die den Borstenkopf hält, sollen trocken bleiben. Dringt Wasser dort ein, kann es den Kleber aufweichen. Gib einen milden Reiniger auf deine Handfläche oder eine Silikon-Reinigungsmatte und bewege die feuchten Borsten in kreisenden Bewegungen darin. Geeignet sind mildes Shampoo, Babyshampoo oder ein spezieller Pinselreiniger. Einfache Seife kann die Borsten austrocknen, stark entfettende Spülmittel solltest du meiden.

Spüle den Pinsel anschließend so lange aus, bis das Wasser klar abläuft. Drücke das überschüssige Wasser vorsichtig mit einem sauberen Papiertuch aus. Wringe den Pinsel nicht, verdrehe ihn nicht und schrubbe nicht kräftig. Zu starkes mechanisches Reiben verformt die Borsten dauerhaft, besonders bei Naturhaar. Forme den Borstenkopf mit den Fingern sanft in seine ursprüngliche Form zurück, bevor du den Pinsel zum Trocknen legst.

Flach trocknen lassen – nie aufrecht
Die Trocknung entscheidet darüber, ob dein Pinsel seine Form behält. Lege die frisch gewaschenen Pinsel flach auf ein sauberes Handtuch und lass die Borstenspitzen über die Kante hinausragen, damit sie von allen Seiten Luft bekommen. So trocknen sie in der Regel über Nacht, bei sehr dichten Pinseln kann es sechs bis zwölf Stunden dauern.

Stell die Pinsel niemals nass in einen Becher oder Ständer. Das Wasser läuft dann in Richtung Griff und setzt sich an der Verbindungsstelle fest, wo es den Kleber mit der Zeit löst. Die Folge: Borsten lösen sich oder der ganze Kopf wackelt. Auch langes Einweichen in einer Schüssel schadet. Wasser dringt in die Hülse ein und macht das Holz oder den Kunststoffgriff auf Dauer porös.

Diese Fehler schaden den Borsten
Die häufigsten Schäden entstehen nicht durch zu häufiges Waschen, sondern durch falsche Technik. Einweichen, aufrechtes Trocknen und grobes Schrubben sind die drei größten Fehler. Dazu kommt die Wahl des Reinigers. Aggressive, stark entfettende Produkte entziehen den Borsten ihre natürlichen Öle. Dadurch werden sie spröde und spreizen sich auf. Auch Alkohol als regelmäßiger Standardreiniger ist keine gute Idee. Zwar zeigte ein Laborexperiment, dass 70-prozentiges Ethanol Bakterien auf Pinseln abtötet. Die Langzeitwirkung auf verschiedene Borstenmaterialien ist aber nicht untersucht. Für die normale Wäsche zu Hause reicht milder Reiniger völlig aus.

Ein weiterer Punkt: Pinsel mit Naturhaar reagieren empfindlicher auf Wasser und Seife als Synthetikborsten. Sie brauchen besonders kurze Waschzeiten und eine besonders sanfte Trocknung. Synthetikpinsel, die heute für flüssige Produkte ohnehin die bessere Wahl sind, verzeihen mehr, sollten aber genauso behandelt werden.
Woran du erkennst, dass dein Pinsel eine Reinigung braucht
Du musst nicht den Kalender zücken, um den richtigen Zeitpunkt zu finden. Sichtbare Produktreste zwischen den Borsten, eine verhärtete Spitze oder ein fettiger Film auf der Handfläche nach dem Auftrag sind klare Zeichen. Auch wenn die Farbe beim Schminken fleckiger wirkt als sonst, liegt das oft an Rückständen im Pinsel. Wer regelmäßig reinigt, spart sich diese Probleme und verlängert die Lebensdauer der Pinsel deutlich. Ein gut gepflegter Pinsel hält bei richtiger Behandlung viele Jahre.


