Mit zunehmendem Alter verändert sich die Haut: Sie wird dünner, trockener, feine Linien und Pigmentflecken treten deutlicher hervor. Make-up soll diese Zeichen nicht wegzaubern, sondern ein ebenmäßiges, frisches Bild schaffen, das zur Haut passt. Der häufigste Fehler dabei ist eine zu schwere Foundation.

Dicke, deckende Texturen setzen sich in den Fältchen ab und betonen genau die Stellen, die du kaschieren willst. Die Lösung sind leichte, feuchtigkeitsspendende Formeln, die mit der Haut verschmelzen und sie pflegen. Hier erfährst du, worauf du beim Kauf achten solltest, wie du die Foundation richtig aufträgst und welche Alternativen es gibt.

Warum schwere Foundations Falten betonen

Eine Foundation mit hoher Deckkraft und dicker Konsistenz legt sich wie eine Schicht auf die Haut. Sobald du dich bewegst, sprichst oder lachst, verschiebt sich diese Schicht und sammelt sich in den feinen Linien. Das Ergebnis ist ein sichtbarer Fältchen-Effekt, der das Gegenteil von dem bewirkt, was du erreichen willst. Leichte Texturen dagegen verschmelzen mit der Haut und gleichen Unebenheiten aus, ohne sich abzusetzen. Du erkennst den Unterschied, wenn du zwei Foundations auf dem Handrücken testest: Die schwere bleibt als sichtbarer Film liegen, die leichte zieht in die Haut ein und hinterlässt ein natürliches Finish.

Worauf du bei der Foundation achten solltest

Für reife Haut ist eine Foundation ideal, die gleichzeitig pflegt. Achte auf feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure oder Glycerin, die der Haut Feuchtigkeit zuführen und sie praller wirken lassen. Regenerierende Wirkstoffe unterstützen die Hautbarriere und verbessern das Hautbild mit der Zeit. Die Deckkraft sollte mittel sein, damit Rötungen und Verfärbungen ausgeglichen werden, ohne maskenhaft zu wirken. Ein natürliches Finish, weder zu matt noch zu glänzend, lässt die Haut frisch aussehen. Visagistin Carolina Dalí-Trites nennt drei Punkte, die ein Make-up für reife Haut erfüllen sollte: Es muss die Ausstrahlung zurückbringen, den Hautton ausgleichen und den Feuchtigkeitshaushalt unterstützen. Genau darauf sind die empfohlenen Formeln ausgelegt.

Die richtige Farbe findest du, indem du die Foundation am Kiefer testest, nicht am Handgelenk. Die Haut dort hat einen ähnlichen Unterton wie dein Gesicht. Wenn du zwischen zwei Nuancen schwankst, wähle die hellere, denn sie wirkt natürlicher und lässt sich leichter mit dem Hals verblenden. Ein Swatch am Kiefer zeigt dir sofort, ob die Nuance zu warm, zu kühl oder genau richtig ist.

Die Haut vorbereiten: Pflege vor dem Make-up

Make-up sitzt nur so gut wie die Haut darunter. Trockene Stellen lassen die Foundation ungleichmäßig wirken, während eine gut gepflegte Haut die Farbe gleichmäßig aufnimmt. Trage vor dem Make-up ein Serum und eine reichhaltige Feuchtigkeitscreme auf und warte zwei bis drei Minuten, bis sie eingezogen sind. Ein Primer kann zusätzlich helfen, die Poren zu glätten und die Haltbarkeit zu verlängern, ist aber kein Muss. Wenn du die Pflege in die Haut einmassierst, bereitest du sie optimal auf das Make-up vor.

Foundation und Concealer richtig auftragen

Beginne mit einer kleinen Menge Foundation und arbeite in dünnen Schichten. Tupfe sie mit den Fingern, einem feuchten Schwamm oder einem Pinsel in die Haut ein, statt sie zu verreiben. Das Einklopfen lässt die Textur mit der Haut verschmelzen und verhindert, dass sie sich in Falten absetzt. An Stellen mit stärkerer Rötung oder Pigmentflecken kannst du gezielt eine zweite dünne Schicht auftragen.

Concealer verwendest du sparsam und nur dort, wo du ihn brauchst: unter den Augen, an Rötungen oder an kleinen Unreinheiten. Wähle eine leichte, cremige Formel, die nicht austrocknet. Tupfe ihn mit dem Ringfinger oder einem kleinen Pinsel ein, statt zu reiben. Ein zu dicker Concealer setzt sich schnell in den feinen Linien unter den Augen ab und betont sie.

Puder brauchst du nur in der T-Zone, also auf Stirn, Nase und Kinn, wo die Haut eher glänzt. Verwende einen großen, weichen Pinsel und tupfe nur eine dünne Schicht auf, denn zu viel Puder lässt die Haut trocken und fahl wirken und betont Fältchen. Wenn du auf Puder verzichten willst, hält ein Fixing-Spray das Make-up an Ort und Stelle.

Was der Stiftung-Warentest-Test zeigt

Die Stiftung Warentest hat 2020 in der Ausgabe 02/2020 dreizehn Make-ups getestet, von Drogerieprodukten bis zu Markenkosmetik. Das Ergebnis: Die meisten Produkte kaschieren Rötungen und Verfärbungen zuverlässig. Getestet wurden unter anderem die Artdeco Liquid Camouflage Full Cover Foundation, das Avène Couvrance Korrigierende Make-up-Fluid, die Clarins Teint Haute Tenue + und das Clinique Even Better Makeup. Die konkreten Noten und das Siegerprodukt sind nicht öffentlich einsehbar. Ein Blick auf die getesteten Produkte zeigt, wie unterschiedlich die Texturen von flüssig bis cremig ausfallen. Seit dem Test können sich Formulierungen und Verfügbarkeiten geändert haben. Für deine Kaufentscheidung heißt das: Vertraue nicht blind auf Testergebnisse von vor einigen Jahren, sondern prüfe die aktuelle Formel und teste sie auf deiner Haut.

Alternativen: getönte Tagescreme, BB Cream und Serum-Foundations

Nicht jeder Tag braucht eine vollwertige Foundation. Getönte Tagescremes und BB Creams kombinieren Pflege mit einem leichten Farbschimmer und eignen sich für den Alltag, wenn du nur einen ebenmäßigen Teint möchtest. Sie haben eine geringere Deckkraft, dafür fühlen sie sich angenehm leicht an und spenden Feuchtigkeit. Serum-Foundations liegen zwischen beiden: Sie enthalten pflegende Wirkstoffe wie eine Creme, bieten aber etwas mehr Deckkraft. Wenn du unsicher bist, welche Variante zu dir passt, probiere eine getönte Tagescreme an einem entspannten Tag und eine Serum-Foundation für besondere Anlässe. Der Unterschied zeigt sich sofort im Spiegel: Die getönte Creme wirkt wie eine zweite Haut, die Foundation glättet sichtbarer.