Make-up bleibt meist stundenlang auf der Haut. Es wird auf empfindlichen Stellen wie den Augenlidern, dem Wimpernrand und den Lippen aufgetragen, und bei Lippenprodukten landet ein Teil davon ungewollt im Mund, etwa beim Essen, Trinken oder wenn die Lippen benetzt werden. Wer nach dem Schminken mit Hautreizungen, Röte oder Spannungsgefühl reagiert, fragt sich irgendwann, welcher Inhaltsstoff die Beschwerden auslöst. In dieser Situation fällt häufig der Begriff Parabene.
Parabene sind synthetische Konservierungsstoffe mit fungizider und antimikrobieller Wirkung. Sie schützen Kosmetik vor Pilzen und Bakterien und sorgen dafür, dass sich in einer geöffneten Creme oder einer angebrochenen Foundation keine Keime vermehren. Weil sie das zuverlässig tun, sind sie in vielen konventionell hergestellten Produkten enthalten: in Cremes, Seifen, Deodorants, Rasierwasser, Lotionen und eben auch in Make-up. Wer solche Produkte meiden möchte, findet heute jedoch gute Alternativen. Make-up ohne Parabene gibt es vor allem in der Bio- und Naturkosmetik sowie in vielen Apotheken, wo auf Anfrage ein größeres Sortiment parabenfreier Produkte bereitsteht.
Damit der Wechsel wirklich hilft, reicht es nicht, nur die Foundation auszutauschen. Entscheidend ist, zu wissen, wo überall Parabene stecken, wie man sie auf der Inhaltsstoffliste erkennt und welche Produkte für empfindliche Haut tatsächlich geeignet sind. Der Beitrag erklärt das Schritt für Schritt.
Was Parabene sind und warum Make-up sie enthält
Make-up zählt zu den dekorativen Kosmetika, auch Farbkosmetika genannt. Dazu gehören Foundations, Abdeckstifte, Puder, Mascara, Kajalstifte, Lidschatten und Lippenprodukte. Anders als ein simples Puder bestehen viele dieser Produkte aus einer Mischung aus Ölen, Wachsen, Wasser und Pigmenten. Eine Foundation ist zum Beispiel eine Pigment enthaltende Emulsion oder Paste, die es in verschiedenen Hauttönen gibt. Solche Emulsionen enthalten Wasser. Wasser wiederum ist ein idealer Nährboden für Mikroorganismen, sobald das Produkt geöffnet ist und regelmäßig mit Pinseln, Schwämmen oder Fingern in Berührung kommt.
Damit ein Produkt über Monate hinweg sicher verwendet werden kann, setzen Hersteller Konservierungsstoffe ein. Parabene gehören zu den klassischen Vertretern dieser Gruppe. Sie wirken gegen Pilze und Bakterien und werden Kosmetika deshalb als Zusatz beigemischt. In der Praxis finden sie sich vor allem in Cremes, Seifen, Deodorants, Rasierwasser, Lotionen und in Make-up-Produkten. Die meisten konventionell hergestellten Foundations, Mascaras und Abdeckprodukte enthalten Parabene oder andere synthetische Konservierungsstoffe, oft ohne dass dies auf der Vorderseite der Verpackung erwähnt wird.
Dass Parabene überhaupt so verbreitet sind, liegt an ihrer praktischen Wirkung: Sie machen die Produkte haltbar und schützen die Anwenderin vor verkeimter Kosmetik. Ein vollständiger Verzicht auf Konservierung ist bei wasserhaltigen Produkten nicht ohne Weiteres möglich, denn ein Produkt, in dem sich Keime vermehren, wäre eine größere Gefahr für die Haut als ein gut konserviertes. Naturkosmetik löst diese Aufgabe anders, etwa durch wasserfreie Rezepturen, hygienische Verpackungen oder alternative Konservierungsstoffe. Auf die Stoffgruppe der Parabene verzichtet sie in der Regel von vornherein.
Warum Parabene bei manchen Menschen Hautreaktionen auslösen
Nicht alle Menschen vertragen Kosmetik gleich gut. Während die einen jede Creme und jede Foundation problemlos nutzen, reagieren andere mit Rötungen, Juckreiz oder Entzündungen auf einzelne Inhaltsstoffe. Parabene stehen dabei im Verdacht, eine sensibilisierende Wirkung zu haben. Das bedeutet: Die Haut kann durch wiederholten Kontakt mit dem Stoff eine Überempfindlichkeit entwickeln. Beim nächsten Kontakt reagiert sie dann deutlich stärker, etwa mit einer allergischen Kontaktreaktion an der Stelle, an der das Produkt aufgetragen wurde.
Viele Anwenderinnen und Anwender, die empfindliche Haut haben oder nach dem Schminken gereizte Stellen bemerken, wissen gar nicht, dass Parabene der Auslöser sein können. Die Reaktion wird dann fälschlich dem Make-up insgesamt zugeschrieben oder auf Stress, Wetter oder Ernährung geschoben. Tatsächlich kann ein einfacher Test weiterhelfen: Wer auf ein Make-up zurückgreift, das nachweislich keine Parabene enthält, und beobachtet, ob die Hautreaktion ausbleibt, erhält einen ersten Hinweis. Bleiben die Beschwerden beim Wechsel auf parabenfreie Produkte aus, spricht vieles dafür, dass die Parabene für die Reaktion verantwortlich waren.
Nicht jede Hautreaktion im Gesicht stammt von Parabenen. Auch Duftstoffe, ätherische Öle und andere Konservierungsstoffe können Reizungen auslösen. Deshalb ersetzen Sie im Zweifel nicht nur das Make-up, sondern prüfen auch die übrigen Produkte, die täglich mit der Haut in Kontakt kommen. Bei starken oder wiederkehrenden Beschwerden hilft ein Hautarzt weiter. Er kann mithilfe von Allergietests klären, ob tatsächlich eine Parabenallergie vorliegt oder ob ein anderer Inhaltsstoff die Haut reizt.
Wo Parabene im Pflegealltag noch stecken
Wer von einer Unverträglichkeit gegen Parabene weiß, sollte nicht nur das Make-up austauschen. Parabene verstecken sich in vielen Produkten, die regelmäßig auf Haut und Haare kommen. Dazu zählen:
- Gesichtscremes und Tagespflege
- Shampoo und Spülung
- Duschgele und Badezusätze
- Seifen
- Deodorants und Rasierwasser
- Bodylotions und Handcremes
- Sonnenschutzprodukte
Solange diese Produkte weiterhin Parabene enthalten, kommt die Haut mehrmals täglich mit dem Stoff in Kontakt. Wer lediglich die Foundation durch eine parabenfreie Variante ersetzt, die Gesichtspflege aber nicht mitumstellt, trägt die Parabene über die Creme weiterhin direkt auf die Haut auf. Neue Reaktionen können dadurch entstehen, selbst wenn das Make-up inzwischen frei von dieser Stoffgruppe ist. Um die Beschwerden zu lindern, müssen alle Pflegeprodukte, die parabenhaltig sind, durch parabenfreie Alternativen ersetzt werden.
Diese Umstellung betrifft nicht nur das Gesicht. Auch Duschgel, Shampoo und Bodylotion hinterlassen Rückstände auf der Haut und können bei einer bestehenden Allergie Reaktionen auslösen. Bei ausgeprägten Allergien lohnt es sich deshalb, den gesamten Badezimmerschrank zu durchforsten und konsequent auf Produkte ohne Parabene umzusteigen. In Apotheken und Reformhäusern gibt es dafür inzwischen ein breites Sortiment, das eigens für Menschen mit Allergien, Neurodermitis und Akne entwickelt wurde.
Diese Make-up-Arten sind besonders häufig betroffen
In den meisten konventionell hergestellten Make-up-Produkten finden sich Parabene, unabhängig davon, um welche Art von Make-up es sich handelt. Das betrifft ausdrücklich auch Produkte mit besonderen Versprechen:
- wasserfestes Make-up
- Make-up gegen Pigmentflecken
- Abdeck-Make-up, auch Concealer genannt
Wasserfeste Formulierungen benötigen eine stabile Emulsion aus Wasser, Ölen und Filmbildnern. Gerade diese Mischungen kommen ohne Konservierungsstoffe kaum aus. Auch spezielle Abdeckprodukte mit hohem Pigmentanteil enthalten häufig Parabene, weil sie in Tiegeln oder Tuben abgefüllt werden und über Monate hinweg hygienisch einwandfrei bleiben sollen.
Bei den Grundierungsprodukten gibt es verschiedene Darreichungsformen, die alle von der Parabenfrage betroffen sein können:
- Flüssig-Foundation (auch Fluid oder Liquid-Foundation genannt) ist eine flüssige Emulsion mit Pigmenten in verschiedenen Hauttönen.
- Creme-Make-up hat eine dickere, cremige Konsistenz und deckt meist stärker.
- Kompakt-Make-up (auch Compact-Make-up genannt) kombiniert eine Cremegrundlage mit Puderbestandteilen wie Talkum, Kaolin und Titandioxid sowie anorganischen Pigmenten oder Farblacken.
Gerade Kompakt-Make-up zeigt, wie komplex die Zusammensetzung eines scheinbar einfachen Produkts sein kann. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, prüft nicht nur die Vorderseite der Verpackung, sondern liest die vollständige Inhaltsstoffliste.
Woran Sie Parabene auf der Inhaltsstoffliste erkennen
Jede Kosmetikverpackung muss die Zusammensetzung des Produkts auflisten. Diese Liste heißt INCI-Liste, nach der international standardisierten Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe. Sie finden sie auf der Verpackung oder auf der Umverpackung, meist in kleiner Schrift und oft auf der Rückseite. Für die Parabenfrage genügt ein einziger Blick auf diese Liste.
Parabene sind an ihrer Namensendung erkennbar: Jeder Stoff, dessen Name auf „paraben“ endet, gehört zu dieser Gruppe. Die in Kosmetik verbreiteten Vertreter heißen:
- Methylparaben
- Ethylparaben
- Propylparaben
- Butylparaben
- Isobutylparaben
Steht einer dieser Namen auf der Inhaltsstoffliste, ist das Produkt nicht parabenfrei, auch wenn die Vorderseite etwas anderes suggeriert. Die Liste ist nach Mengenanteilen sortiert. Konservierungsstoffe stehen meist gegen Ende, weil sie nur in geringen Konzentrationen eingesetzt werden. Es genügt also nicht, nur die ersten fünf Einträge zu lesen. Entscheidend ist, die gesamte Liste bis zum Schluss zu prüfen.
Man muss keine Chemikerin sein, um auf diesem Weg sichere Kosmetik zu erkennen. Wer regelmäßig Make-up kauft, gewöhnt sich schnell an die wichtigsten Namen. Ein Hinweis wie „ohne Parabene“ auf der Vorderseite hilft beim ersten Sortieren, ersetzt aber die Kontrolle der Inhaltsstoffliste nicht. Gerade bei günstigen Produkten ohne bekannte Marke lohnt sich der Blick auf die Rückseite besonders. Seriöse Hersteller, die auf Parabene verzichten, schreiben das nicht nur groß auf die Verpackung, sondern dokumentieren es auch durch eine vollständige und nachvollziehbare Inhaltsstoffliste.
Was Naturkosmetik anders macht
Bio- und Naturkosmetik setzen bei der Herstellung von Make-up auf andere Grundlagen als die konventionelle Kosmetikindustrie. Sie verwenden in der Regel pflanzliche Öle, Wachse, Mineralpigmente und andere Rohstoffe natürlichen Ursprungs. Zertifizierte Naturkosmetik verzichtet auf viele Stoffgruppen, die in herkömmlichen Produkten verbreitet sind, darunter auch auf Parabene. Weil die Produkte schonend hergestellt werden und auf bestimmte synthetische Zusätze verzichten, sind in Naturkosmetik meist auch keine Parabene enthalten.
Dazu kommt ein Transparenzgedanke: Naturkosmetikhersteller legen ihre Inhaltsstoffe offen und stellen ihre Rezepturen so zusammen, dass sie ohne problematische Konservierungsstoffe auskommen. Stattdessen setzen sie auf wasserfreie Formulierungen, auf Verpackungen, die das Produkt vor Keimen schützen, oder auf Konservierungsstoffe aus natürlichen Quellen.
Zertifizierte Naturkosmetik erkennen Sie an Siegeln, die bestimmte Herstellungsrichtlinien kontrollieren. Wer ein Produkt mit einem solchen Siegel kauft, kann davon ausgehen, dass die Rezeptur bestimmte Stoffgruppen ausschließt. Achten Sie auf das Siegel selbst und nicht nur auf Begriffe wie „natürlich“ oder „Bio“ auf der Vorderseite, denn diese sind nicht geschützt und sagen allein nichts über die tatsächliche Zusammensetzung aus. Ohne anerkanntes Siegel oder vollständige, nachvollziehbare Inhaltsstoffliste bleibt „natürlich“ zunächst nur eine Werbeaussage.
Im Zusammenhang mit Naturkosmetik fällt auch der Begriff „schadstofffrei“. Damit ist meist Kosmetik gemeint, die auf hormonell wirksame Substanzen, Erdölderivate und bedenkliche Konservierungsstoffe verzichtet. Ein Make-up ohne Parabene erfüllt nur einen Teil dieser Kriterien. Wenn Sie Wert auf eine insgesamt reduzierte Inhaltsstoffpalette legen, sollten Sie zusätzlich auf Duftstoffe, bestimmte Konservierungsstoffe und andere synthetische Zusätze achten.
Natürlich heißt nicht automatisch hautverträglich
Der Umkehrschluss „natürlich ist immer besser verträglich“ stimmt nicht. Auch Naturkosmetik enthält Substanzen, die empfindliche Haut reizen können. Allen voran sind ätherische Öle und Duftstoffe zu nennen. Sie geben den Produkten ihren charakteristischen Geruch, können bei sensibler Haut aber Rötungen, Brennen oder Kontaktekzeme auslösen. Wer zu Reizungen neigt, sollte auch in Naturkosmetik auf die Inhaltsstoffliste achten und Produkte mit stark duftenden Ölen meiden.
Entscheidend für die Verträglichkeit ist am Ende nicht die Herkunft eines Inhaltsstoffs, sondern die individuelle Reaktion der Haut. Ein parabenfreies Naturkosmetik-Make-up kann für die eine Person ideal sein und bei einer anderen dennoch Unverträglichkeiten auslösen, etwa wegen eines enthaltenen Pflanzenextrakts. Deshalb gilt: Nehmen Sie neue Produkte ernst, testen Sie sie zunächst über einen längeren Zeitraum und beobachten Sie, wie Ihre Haut reagiert. Was bei der einen Person völlig unproblematisch ist, kann bei der nächsten zu Beschwerden führen.
Gleichzeitig gibt es durchaus Naturkosmetik, die speziell für empfindliche Haut entwickelt wurde und auf duftende Zusätze verzichtet. Manche Hersteller lassen ihre Produkte dermatologisch testen und weisen das auf der Verpackung aus. Solche Produkte sind eine gute Wahl für Menschen, die Parabene meiden möchten, aber auch sonst zu Hautreaktionen neigen.
Wo Sie Make-up ohne Parabene kaufen
Der einfachste Weg zu parabenfreiem Make-up führt über die Regale für Bio- und Naturkosmetik, die es inzwischen in Drogerien, Supermärkten, Reformhäusern und online gibt. Wer auf zertifizierte Produkte achtet und die Inhaltsstoffliste prüft, findet dort Foundations, Mascara, Kajalstifte, Puder und Lippenprodukte ohne Parabene.
Eine zweite Anlaufstelle ist die Apotheke. Gerade bei ausgeprägten Allergien lohnt es sich, dort nachzufragen. Apotheken führen auf Anfrage eine große Palette an parabenfreien Produkten, darunter Mascara, Kajalstifte, Flüssig-Make-up und Puder. Diese Produkte sind häufig speziell für empfindliche Haut entwickelt und verzichten nicht nur auf Parabene, sondern oft auch auf Parfum, Konservierungsstoffe und Farbstoffe. Genau diese Zusammensetzung macht sie auch für Menschen mit Allergien, Neurodermitis und Akne interessant.
Auch für die tägliche Pflege gibt es passende Alternativen: Für handelsübliche Shampoos, Duschgele und Bodylotions bieten Apotheken und Reformhäuser parabenfreien Ersatz an. Wer unsicher ist, welche Produkte für die eigene Haut geeignet sind, erhält dort eine persönliche Beratung. Apothekerinnen und Apotheker kennen die Zusammensetzung der Produkte aus ihrem Sortiment und können bei der Auswahl helfen. Bei besonders starken Hautreaktionen ist der Besuch beim Hautarzt sinnvoll, der die Ursache gezielt abklären kann.
Für wen Make-up ohne Parabene sinnvoll ist
Ein Umstieg auf parabenfreies Make-up ist nicht für alle Menschen notwendig. Wer herkömmliche Produkte seit Jahren problemlos verträgt, muss nichts ändern. Es gibt jedoch Situationen, in denen der Wechsel klar empfohlen ist:
- Wenn Sie bereits wissen, dass Sie auf Parabene allergisch reagieren, sollten alle Produkte, die diese Stoffe enthalten, konsequent ersetzt werden.
- Sie bemerken nach dem Schminken regelmäßig Hautreizungen, Röte oder Juckreiz und haben den Verdacht, dass ein Inhaltsstoff im Make-up der Auslöser ist.
- Sie haben Neurodermitis oder Akne und reagieren empfindlich auf Parfum, Konservierungsstoffe und Farbstoffe. Hier sind parabenfreie Produkte aus Apotheke und Reformhaus häufig besser geeignet.
- Sie möchten aus Vorsorge auf bestimmte synthetische Konservierungsstoffe verzichten, auch ohne akute Beschwerden.
Bei einer bekannten Allergie genügt es nicht, nur das Make-up umzustellen. Wie bereits beschrieben, müssen alle Pflegeprodukte mit Parabenen aussortiert werden, damit die Haut vollständig von dem Auslöser entlastet wird. Dazu gehören Gesichtspflege, Körperpflege und Haarpflege gleichermaßen.
Wer keine Hautprobleme hat, aber trotzdem auf parabenfreie Produkte umsteigen möchte, findet in der Naturkosmetik eine große Auswahl. Wichtig ist, dass der Wechsel nicht aus einem schlechten Gewissen heraus passiert, sondern aus einer informierten Entscheidung. Lesen Sie die Inhaltsstoffe, vergleichen Sie Produkte und wählen Sie die Variante, die zu Ihrem Hauttyp und Ihren Gewohnheiten passt.
Die häufigsten Fehler beim Umstieg
Beim Wechsel auf Make-up ohne Parabene gibt es einige typische Fehler, die den Erfolg der Umstellung gefährden. Wer sie kennt, umgeht sie leichter.
Der erste Fehler ist, nur das Make-up auszutauschen und alle anderen Produkte unverändert weiterzunutzen. Solange Cremes, Shampoos, Duschgele und Lotionen mit Parabenen weiterverwendet werden, bleibt die Haut mit dem allergieauslösenden Stoff in Kontakt. Die Haut erholt sich nicht, und die Beschwerden bleiben bestehen. Deshalb gehört zur Umstellung immer eine vollständige Bestandsaufnahme aller Produkte im Badezimmer.
Der zweite Fehler ist, sich auf die Werbung auf der Verpackungsvorderseite zu verlassen. Begriffe wie „natürlich“, „sanft“ oder „ohne Zusätze“ sind nicht geschützt und sagen nichts über den tatsächlichen Inhalt aus. Entscheidend ist allein die INCI-Liste. Wer dort nicht nachsieht, kann ein Produkt kaufen, das zwar mit „natürlich“ wirbt, aber trotzdem konventionelle Konservierungsstoffe enthält.
Der dritte Fehler ist die Annahme, Naturkosmetik sei automatisch besser verträglich. Auch natürliche Inhaltsstoffe können Allergien auslösen. Ätherische Öle und Duftstoffe gehören zu den häufigsten Auslösern von Hautreizungen in Naturkosmetik. Wer empfindliche Haut hat, muss auch hier die Inhaltsstoffliste prüfen.
Der vierte Fehler ist, nach dem Wechsel sofortige Besserung zu erwarten und bei ausbleibendem Erfolg die Umstellung abzubrechen. Hautreaktionen klingen nicht immer von heute auf morgen ab. Zudem können weitere Auslöser eine Rolle spielen, etwa Duftstoffe in der neuen Pflege oder andere Inhaltsstoffe im Make-up. Geben Sie der Haut Zeit und beobachten Sie, ob die Beschwerden mit der Zeit nachlassen. Bleiben die Reaktionen aus, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Der fünfte Fehler ist, die Umstellung allein auf das Gesicht zu beschränken. Auch Lippenprodukte werden zum Teil ungewollt aufgenommen, etwa beim Essen und Trinken. Wer auf Parabene empfindlich reagiert, sollte auch bei Lippenstift, Lipgloss und Lippenpflege auf eine parabenfreie Zusammensetzung achten. Auch Mascara und Kajalstifte kommen direkt an den empfindlichen Augen zum Einsatz und sollten daher parabenfrei sein.
Schritt für Schritt auf Make-up ohne Parabene umstellen
Wer Make-up und Pflege dauerhaft auf parabenfreie Produkte umstellen möchte, geht am besten in mehreren Schritten vor. So behalten Sie den Überblick und können beobachten, welche Veränderung sich für Ihre Haut ergibt.
Sammeln Sie zunächst alle Produkte, die Sie regelmäßig verwenden: Make-up, Gesichtspflege, Shampoo, Duschgel, Deodorant und Lotionen. Legen Sie sie nebeneinander und prüfen Sie bei jedem Produkt die Inhaltsstoffliste. Notieren Sie, welche Produkte Parabene enthalten und welche nicht. Achten Sie dabei gezielt auf die Endung „paraben“ in der INCI-Liste.
Ersetzen Sie anschließend zuerst die Produkte, die am längsten auf der Haut bleiben und an empfindlichen Stellen verwendet werden: Foundation, Concealer, Mascara und Lippenprodukte. Danach folgen Gesichtscremes und Tagespflege. Zum Schluss stellen Sie Körperpflege und Haarpflege um, damit keine parabenhaltigen Rückstände mehr auf die Haut gelangen.
Achten Sie beim Kauf neuer Produkte auf zertifizierte Naturkosmetik oder fragen Sie in der Apotheke nach parabenfreien Alternativen. Prüfen Sie auch bei den neuen Produkten die vollständige Inhaltsstoffliste. Der Hinweis „ohne Parabene“ auf der Vorderseite ist ein erster Anhaltspunkt, aber kein Ersatz für die Kontrolle der Zusammensetzung.
Beobachten Sie nach der Umstellung, wie sich Ihre Haut verhält. Werden die Hautreizungen seltener oder verschwinden ganz, war die Umstellung erfolgreich. Bleiben die Beschwerden bestehen, kann ein anderer Inhaltsstoff der Auslöser sein. In diesem Fall hilft ein Hautarzt, die genaue Ursache herauszufinden. Bei einer bekannten Parabenallergie ist die Umstellung auf parabenfreie Produkte kein einmaliger Vorgang, sondern eine dauerhafte Entscheidung. Prüfen Sie auch bei neuen Produkten, die Sie später kaufen, regelmäßig die Inhaltsstoffliste, denn nicht jede neue Rezeptur ist automatisch parabenfrei.
Das Wichtigste in Kürze
Parabene sind synthetische Konservierungsstoffe, die Kosmetik vor Pilzen und Bakterien schützen. Sie kommen in vielen konventionellen Make-up- und Pflegeprodukten vor, von der Creme über das Deodorant bis zur Foundation.
Für Menschen mit sensibler Haut oder einer bekannten Parabenallergie ist der Wechsel auf parabenfreie Produkte sinnvoll. Make-up ohne Parabene gibt es vor allem in der Bio- und Naturkosmetik sowie in Apotheken, wo auf Anfrage ein großes Sortiment zur Verfügung steht, darunter Mascara, Kajalstifte, Flüssig-Make-up und Puder.
Parabene erkennen Sie auf der Verpackung an der INCI-Liste: Jeder Inhaltsstoff, dessen Name auf „paraben“ endet, gehört zu dieser Stoffgruppe. Entscheidend ist die vollständige Liste, nicht die Werbung auf der Vorderseite.
Bei einer bestehenden Allergie reicht es nicht, nur das Make-up zu wechseln. Auch Cremes, Shampoo, Duschgel, Lotionen und andere Pflegeprodukte müssen parabenfrei sein, sonst bleibt die Haut in Kontakt mit dem Auslöser.
Denken Sie daran: Naturkosmetik ist nicht automatisch besser verträglich. Auch ätherische Öle und Duftstoffe können empfindliche Haut reizen. Prüfen Sie deshalb auch bei Naturkosmetik die Inhaltsstoffe und beobachten Sie, wie Ihre Haut reagiert. Bei ausgeprägten oder unklaren Beschwerden geben Hautarzt oder Apotheke verlässliche Auskunft.



