Wer vor dem Regal mit Gesichtscremes, Seren und Make-up steht, sieht sich einer schier unüberschaubaren Auswahl gegenüber. Kosmetikmarken bieten hier eine erste Orientierung, weil viele Hersteller sich auf bestimmte Anwendungsbereiche spezialisiert haben. Die einen gelten als Experten für unreine Haut, andere für Naturkosmetik, wieder andere für dekorative Produkte oder Anti-Aging-Pflege. Eine einzelne Marke ist selten in allen Kategorien gleich stark. Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf das eigene Hautbedürfnis zu klären und dann die Marke zu wählen, deren Spezialgebiet dazu passt.
Dieser Beitrag ordnet bekannte Kosmetikmarken nach ihren Schwerpunkten ein, erklärt, worauf es in den einzelnen Pflegebereichen ankommt, nennt typische Fehler beim Kauf und endet mit einer Entscheidungshilfe, die den Weg zur passenden Marke verkürzt.
Unreine Haut und Akne: Marken mit funktionaler Pflege
Wer unter unreiner Haut oder Akne leidet, braucht mehr als eine angenehm duftende Creme. Entscheidend ist eine funktionale Pflege, die die Haut reinigt, den Talgfluss reguliert und Entzündungen entgegenwirkt. Dazu kommt ein Make-up, das Hautunreinheiten abdeckt, ohne die Poren weiter zu verstopfen. Akne und unreine Haut betreffen nicht nur junge Frauen. Auch Erwachsene kämpfen mit Unreinheiten und benötigen dann gleichzeitig Feuchtigkeitspflege und manchmal Anti-Aging-Produkte. Eine Marke, die alle diese Bereiche abdeckt, erleichtert die tägliche Routine erheblich.
Clinique bietet für diesen Anspruch ein abgestimmtes Drei-Phasen-System an. Es besteht aus Reinigung, Tonisierung und Pflege und lässt sich auf den individuellen Hauttyp abstimmen. Ergänzend führt Clinique spezielle Make-up-Produkte, die das Hautbild ebenmäßiger erscheinen lassen, ohne die gereizte Haut zusätzlich zu belasten. Das Zusammenspiel von Reinigung, Pflege und Abdeckung ist bei unreiner Haut der entscheidende Punkt: Wer nur das Make-up wechselt, aber die Reinigung vernachlässigt, wird langfristig keine Besserung sehen.
Auch Kiehl’s ist für seine fettfreie Gesichtspflege bekannt. Produkte ohne ölige Rückstände sind bei unreiner Haut wichtig, weil sie die Poren nicht zusätzlich verschließen. Maybelline New York hat mit dem Mati Teint Pure Make-up ein Produkt entwickelt, das speziell für unreine Haut gedacht ist. Es soll die Haut pflegen, Hautunreinheiten bekämpfen und Pickel besonders gut abdecken. Gerade bei Make-up für unreine Haut zeigt sich, wie eng Pflege und Dekoration zusammenhängen: Ein Produkt, das gut abdeckt, aber die Poren verstopft, verschlimmert das Problem, das es kaschieren soll.
Wer zu Unreinheiten neigt, sollte bei der Produktwahl auf nicht komedogene Formulierungen achten, also auf Produkte, die die Poren nicht verstopfen. Zudem hilft es, neue Produkte einzeln einzuführen und die Reaktion der Haut zu beobachten. Eine Marke wie Clinique bietet den Vorteil, dass die drei Phasen aufeinander abgestimmt sind und nicht erst mühsam kombiniert werden müssen.
Individuelle Kosmetik: Pflege nach persönlicher Hautanalyse
Ein Trend in der Kosmetik geht zu höchst individuellen Produkten, die auf Basis einer persönlichen Hautanalyse zusammengesetzt werden. Statt einer Standardcreme für alle gibt es Pflegeserien, die auf die eigene Haut zugeschnitten sind. Solche Konzepte finden sich vor allem im Direktvertrieb, weil dort eine persönliche Beratung möglich ist, die im Drogeriemarkt niemand leisten kann.
Die Marke Chanoine arbeitet mit diesem Prinzip. Die Produkte werden im Direktvertrieb angeboten und auf das Alter, die Jahreszeit und die individuellen Hautbedürfnisse abgestimmt. Zur äußeren Pflege kommt eine Vitalstoffserie mit Nahrungsergänzungen hinzu, die die Haut von innen unterstützen soll. Damit verbindet Chanoine zwei Ansätze: die äußere Kosmetik und die Versorgung mit Nährstoffen, die für ein gesundes Hautbild mitverantwortlich sind.
Ähnlich arbeitet der Direktvertrieb Evora. Das Unternehmen vereint kosmetische Pflegeprodukte, dekorative Kosmetik, Düfte und Nahrungsergänzungen unter einer Marke. Der Vorteil solcher Direktvertriebsfirmen liegt in der persönlichen Beratung: Geschulte Berater nehmen sich Zeit, analysieren die Haut und verkaufen im häuslichen Umfeld, sodass die Produkte in Ruhe ausprobiert werden können. Wer individuelle Kosmetik sucht, sollte sich bewusst sein, dass diese Form der Beratung ihren Preis hat. Dafür erhält man eine Pflege, die nicht nach dem Gießkannenprinzip zusammengestellt ist, sondern auf die eigene Haut und den eigenen Lebensstil zugeschnitten wird.
Dekorative Kosmetik: Marken mit Fokus auf Farbe und Finish
Wer in erster Linie Wert auf Make-up, Lippenstifte und Nagellack legt, findet bei Marken, die den dekorativen Aspekt in den Mittelpunkt stellen, die größte Auswahl. Hier entscheidet weniger die Pflegewirkung als die Farbvielfalt, die Textur und das Finish. Dekorative Kosmetik erfüllt einen anderen Zweck als Pflegekosmetik: Sie soll das Aussehen verändern, Akzente setzen und den persönlichen Stil unterstreichen.
Milani Cosmetics ist ein Beispiel für eine Marke, die eine ganze Palette hochwertiger dekorativer Kosmetik anbietet. Das Sortiment reicht von Make-up über Lippenstifte und Augenfarben bis zu Nagellack. Wer viele Farben und aktuelle Trends ausprobieren möchte, wird hier fündig. Im Bereich Nagellack haben sich Chicogo, Essie und Sally Hansen einen Namen gemacht. Diese Marken stehen für eine breite Farbpalette und eine auf das Lackieren abgestimmte Textur, die gleichmäßig aufträgt und haltbar ist.
Bobbi Brown hat im Make-up-Bereich einen eigenen Standard gesetzt. Die Marke ist bekannt für ihre riesige Auswahl an Farben und Tönen, die sich auf jeden Hautton, jede Haar- und Augenfarbe abstimmen lassen. Das Konzept zielt darauf ab, dass auch Laien professionelle Ergebnisse erzielen können, ohne eine Maskenbildnerin zu benötigen. Wer sich intensiv mit Farben beschäftigen möchte, findet bei Bobbi Brown eine Systematik, die das Nacharbeiten erleichtert.
Bei dekorativer Kosmetik gilt: Die Farbe sollte zum Hautton passen, und die Textur zum Hauttyp. Ein zu heller oder zu dunkler Farbton wirkt maskenhaft, eine zu reichhaltige Textur kann bei unreiner Haut Probleme verstärken. Wer zu Unreinheiten neigt, sollte auch bei dekorativer Kosmetik auf nicht komedogene Formulierungen achten.
Naturkosmetik und spezielle Wirkstoffe: Was die Marken unterscheidet
Ein Teil der Kosmetikhersteller konzentriert sich auf besondere Inhaltsstoffe. Das kann ein bestimmtes Wirkprinzip sein oder der Verzicht auf synthetische Zusätze. Für viele Kundinnen und Kunden ist die Frage, welche Inhaltsstoffe in der Creme stecken, inzwischen genauso wichtig wie die Frage nach der Wirkung.
Dalton Cosmetics fokussiert sich auf Wirkstoffe aus dem Meer. Meeresextrakte gelten als reich an Mineralien und Spurenelementen und werden in Pflegeprodukten für verschiedene Hautbedürfnisse eingesetzt. Andere Marken setzen auf natürliche Inhaltsstoffe aus Pflanzen. Primavera ist bekannt für natürliche Öle, daneben stehen Sante und Annemarie Börlind für Naturkosmetik. Naturkosmetik wird von verschiedenen Verbänden zertifiziert, und viele Inhaltsstoffe stammen aus biologischem Anbau. Regelmäßig verarbeitet Naturkosmetik Wirkstoffe pflanzlicher Herkunft, etwa Pflanzenextrakte, Öle und Wachse.
Weleda setzt in diesem Bereich seit Jahrzehnten Maßstäbe. Das Unternehmen hat eigene Anbaugebiete für Pflanzenkosmetik im In- und Ausland entwickelt und erweitert seine Produktpalette kontinuierlich. Wer Naturkosmetik kaufen möchte, sollte auf die Zertifizierung achten, weil sie eine verbindliche Grundlage für die Bezeichnung bietet. Die Zertifizierung stellt sicher, dass bestimmte Standards bei Anbau, Verarbeitung und Inhaltsstoffen eingehalten werden.
Der Unterschied zwischen konventioneller Kosmetik und Naturkosmetik liegt nicht automatisch in der Wirksamkeit. Entscheidend ist, welche Inhaltsstoffe die eigene Haut verträgt und welches Pflegekonzept zum eigenen Lebensstil passt. Manche Haut verträgt ätherische Öle nicht, andere reagiert empfindlich auf synthetische Duftstoffe. Naturkosmetik ist also nicht per se die bessere Wahl, sondern die passendere für bestimmte Bedürfnisse.
Anti-Aging: Wirkstoffe, die in die Tiefe wirken müssen
Anti-Aging ist ein Dauerbrenner im Kosmetikbereich. Fast jede Marke führt Produkte, die Falten mildern und die Haut straffen sollen. Die Herausforderung ist dabei eine technische: Wirkstoffe müssen besonders tief in die obersten Hautschichten transportiert werden, um überhaupt wirken zu können. Dafür entwickeln Hersteller immer neue Carrier-Systeme, also Trägersysteme, die den Wirkstoff in tiefere Hautschichten bringen. Auch die Dosierung muss exakt abgestimmt sein, damit ein Produkt wirksam ist, ohne die Haut zu reizen. Eine Creme kann noch so hochwertige Wirkstoffe enthalten: Wenn sie nicht in die Haut gelangen, bleibt die Wirkung aus.
Im mittleren bis oberen Preissegment ist die französische Luxusmarke Orlane angesiedelt. Pierre Ricaud verkauft Anti-Aging-Pflege über das Internet. Die Marke Cicé wurde zusammen mit ästhetischen Chirurgen entwickelt und galt lange als Geheimtipp. Apothekenmarken wie Klotz Labs stehen neben Alltagsmarken wie Nivea, L’Oréal und Clarins, die Anti-Aging-Serien für ein breites Publikum anbieten. Die Spanne zeigt: Anti-Aging ist keine Frage des Preises, sondern der Formulierung.
Bei Anti-Aging-Produkten spielen Wirkstoffe wie die natureigene Hyaluronsäure und Peptide eine zentrale Rolle. Hyaluronsäure bindet Feuchtigkeit und polstert die Haut von innen auf, Peptide sollen die Hautstruktur unterstützen und die Bildung von Kollagen anregen. Wer ein Anti-Aging-Produkt kauft, sollte nicht nur auf den Markennamen achten, sondern auf die enthaltenen Wirkstoffe und deren Konzentration. Ein teures Produkt ist nicht automatisch wirksamer als ein günstigeres mit vergleichbarer Zusammensetzung. Entscheidend ist, ob die Wirkstoffe in einer Konzentration vorliegen, die etwas bewirken kann, und ob das Trägersystem sie dorthin bringt, wo sie wirken sollen.
Pflege für Männer: Andere Haut, andere Bedürfnisse
Viele Kosmetikhersteller haben Männer als eigene Zielgruppe entdeckt. Das ist sinnvoll, weil männliche Haut andere Eigenschaften hat als weibliche. Sie ist großporiger, fettreicher und durch das tägliche Rasieren häufig gereizt. Daraus ergeben sich andere Ansprüche an Reinigung, Pflege und Rasurprodukte. Eine Creme, die für die Bedürfnisse weiblicher Haut entwickelt wurde, kann bei Männerhaut zu reichhaltig oder zu wenig beruhigend sein.
Männerkosmetik umfasst deshalb nicht nur Gesichtscremes, sondern auch Rasierwässer mit frischen, holzigen Duftnoten. Bekannte Marken führen eigene Linien, die auf die Bedürfnisse männlicher Haut zugeschnitten sind. Auch im Werbeumfeld ist das Thema etabliert: So wirbt etwa ein Bundestrainer für Männerkosmetik einer bekannten blauen Marke. Die Werbung hat dazu beigetragen, dass Männerkosmetik aus der Nische herausgetreten ist und heute im Drogeriemarkt ein eigenes Regal hat.
Wer als Mann bisher keine eigene Pflegeroutine hat, sollte mit einer einfachen Reinigung und einer leichten Feuchtigkeitscreme beginnen. Bei Rasurproblemen lohnt sich ein Blick auf Produkte, die beruhigende Inhaltsstoffe enthalten und die Haut nach der Rasur pflegen. Die Routine muss nicht umfangreich sein, aber sie sollte auf die besonderen Eigenschaften männlicher Haut abgestimmt sein.
Wimpernpflege: Seren, Wimperntusche und künstliche Wimpern
Lange, geschwungene Wimpern sind begehrt, und die Pflege der Wimpern ist zu einer eigenen Kosmetiksparte geworden. Verschiedene Hersteller haben sich auf entsprechende Produkte spezialisiert. Spezielle Seren wie die Produkte von Nanolash oder Flaconi sollen das natürliche Wachstum der Wimpern unterstützen. Solche Pflegeseren ergänzen die dekorative Wimperntusche, die von einer Vielzahl der Kosmetikhersteller in allen Preislagen angeboten wird.
Daneben werden künstliche Wimpern immer beliebter. Sie erfordern allerdings besondere Pflege, auf die sich Hersteller zunehmend einstellen. Wer künstliche Wimpern trägt, muss sie vorsichtig reinigen und regelmäßig erneuern, um Hautreizungen zu vermeiden. Auch der Kleber spielt eine Rolle: Empfindliche Augenlider reagieren auf manche Klebstoffe mit Rötungen.
Bei Wimpernseren ist Geduld gefragt. Die Wimpern durchlaufen einen natürlichen Wachstumszyklus, und sichtbare Ergebnisse stellen sich erst nach mehreren Wochen ein. Wer zusätzlich Wimperntusche verwendet, sollte darauf achten, die Produkte aufeinander abzustimmen. Eine wasserfeste Tusche lässt sich schwerer entfernen und belastet die Wimpern stärker als eine normale Tusche. Wer ein Serum verwendet, sollte die Tusche abends gründlich entfernen, damit das Serum ungehindert wirken kann.
Exklusive Linien aus dem Kosmetikinstitut
Einige Hersteller verkaufen ihre Produkte nicht über den freien Handel, sondern exklusiv über Kosmetikinstitute. Diese Depotlinien sind für die Fachanwendung im Institut und die anschließende Pflege zu Hause gedacht. Dazu gehören Marken wie Hildegard Braukmann, Maria Galland, Klapp Kosmetik und Isabelle Lancray. Viele Kosmetikhersteller kreieren für diesen Bereich eigene Produktlinien, die nicht allgemein erhältlich sind. Shiseido bietet beispielsweise eine solche spezifische Linie an.
Der Vorteil dieser Produkte liegt in der fachlichen Beratung. Im Institut wird die Haut analysiert, und die Pflege wird auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt. Die Produkte enthalten oft höher konzentrierte Wirkstoffe als vergleichbare Produkte aus dem Drogeriemarkt, und die Anwendung wird von geschultem Personal begleitet. Wer solche Depotlinien kaufen möchte, muss bereit sein, den Weg ins Institut zu gehen und dort beraten zu werden. Dafür erhält man eine Pflege, die auf die eigene Haut abgestimmt ist und bei Problemen angepasst werden kann.
Institutskosmetik eignet sich besonders für Menschen mit spezifischen Hautproblemen, die mit Standardprodukten keine Besserung erreichen. Die Beratung im Institut ersetzt allerdings keine ärztliche Behandlung. Bei schwerer Akne, Rosacea oder anderen Hauterkrankungen gehört die Hautärztin oder der Hautarzt konsultiert, nicht das Kosmetikinstitut.
Haarpflege: Vom Profi-Produkt bis zur Drogerie-Serie
Kosmetik beschränkt sich nicht auf die Gesichtspflege. Auch Haare haben spezifische Bedürfnisse, etwa die Vermeidung von Spliss oder die Pflege für dauergewelltes Haar. Die Zahl der Anbieter von Haarpflegeprogrammen wächst kontinuierlich, und die Grenze zwischen Profi-Produkten und Drogerieware verschwimmt zunehmend.
Im Profibereich stehen Marken wie Redken, Kerastase, Alpecin und Bergmann. Diese Produkte sind ursprünglich für den Einsatz im Friseursalon entwickelt worden und werden heute auch im Internet oder im Friseurbedarfshandel angeboten. Sie zeichnen sich durch konzentrierte Wirkstoffe und eine auf bestimmte Haartypen abgestimmte Zusammensetzung aus. Auch klassische Kosmetikmarken punkten mit hochwertigen Haarpflegeserien. Nivea und Schwarzkopf führen verschiedene Serien, die unterschiedliche Haarbedürfnisse abdecken, von der täglichen Reinigung bis zur Kur für beanspruchtes Haar.
Eigene Salonserien wie Udo Waltz werden zunehmend auch im Drogeriemarkt geführt, sodass professionelle Pflege nicht mehr nur dem Friseurbesuch vorbehalten ist. Bei der Haarpflege gilt: Das Shampoo sollte zum Haartyp und zur Kopfhaut passen, nicht zum Duft oder zur Werbung. Wer unter trockener Kopfhaut leidet, braucht andere Inhaltsstoffe als jemand mit schnell fettendem Haar. Und wer regelmäßig färbt oder stylt, sollte auf Produkte setzen, die das Haar nicht zusätzlich austrocknen.
Typische Fehler beim Kauf von Kosmetik
Auch mit der richtigen Marke lässt sich einiges falsch machen. Die häufigsten Fehler lassen sich vermeiden, wenn man sie kennt.
Fehler 1: Die Marke statt der Haut entscheiden lassen. Viele kaufen eine Marke, weil Freunde sie empfehlen oder weil sie einen guten Ruf hat. Ob die Produkte zur eigenen Haut passen, hängt aber vom Hauttyp, von Unverträglichkeiten und vom aktuellen Hautzustand ab. Eine Marke, die für trockene Haut entwickelt wurde, kann bei fettiger Haut das falsche Produkt sein. Der Markenname ersetzt keine Hautanalyse.
Fehler 2: Preis mit Qualität gleichsetzen. Teure Kosmetik ist nicht automatisch besser. Das zeigt sich etwa bei Sonnencremes fürs Gesicht: In einem Vergleich von 14 Produkten gehörten preisgünstige Produkte zu den besten, während zwei der teuersten Produkte nicht zuverlässig vor UV-Strahlen schützten. Auch bei BB-Creams ist das Bild gemischt. Von zwölf getesteten Produkten erreichten nur vier die Note Gut, drei fielen mit Mangelhaft durch, und auch teure Marken hatten Makel. Der Preis ist kein verlässlicher Qualitätsindikator, weder bei Pflege noch bei dekorativer Kosmetik.
Fehler 3: Die falsche Erwartung an die Abdeckung. BB-Creams bieten nur eine leichte Abdeckung. Wer starke Pigmentflecken oder ausgeprägte Unreinheiten kaschieren möchte, braucht ein Make-up mit höherer Deckkraft. Zudem sollte der Farbton der Creme zum Hautton passen, sonst wirkt das Gesicht maskenhaft. Ein Produkt kann noch so gut sein: Wenn der Farbton nicht passt, ist es das falsche Produkt.
Fehler 4: Wirkstoffe ohne Wissen über ihre Funktion kaufen. Bei Anti-Aging-Produkten entscheidet nicht der Markenname, sondern ob die Wirkstoffe in die Haut gelangen. Hyaluronsäure und Peptide sind nur dann sinnvoll, wenn sie in ausreichender Konzentration und mit einem geeigneten Trägersystem eingesetzt werden. Wer blind auf Werbeversprechen vertraut, riskiert, für eine Creme zu bezahlen, deren Wirkstoffe die oberste Hautschicht nie erreichen.
Fehler 5: Die Bedürfnisse der Haut ignorieren. Männerhaut braucht andere Pflege als Frauenhaut, unreine Haut andere Produkte als trockene Haut, und die Kopfhaut andere Inhaltsstoffe als die Gesichtshaut. Wer die spezifischen Bedürfnisse ignoriert, riskiert, dass die Pflege wirkungslos bleibt oder die Haut zusätzlich belastet.
Fehler 6: Zu viele Produkte gleichzeitig verwenden. Wer mehrere neue Pflegeprodukte auf einmal einführt, kann nicht erkennen, welches Produkt wirkt und welches Unverträglichkeiten auslöst. Besser ist es, ein Produkt nach dem anderen zu testen und die Hautreaktion über einige Tage zu beobachten. Das gilt besonders bei unreiner oder empfindlicher Haut.
Entscheidungshilfe: So finden Sie die passende Marke
Die Wahl der richtigen Kosmetikmarke lässt sich in vier Schritten systematisieren. Wer diese Schritte durchgeht, spart Zeit und Geld und vermeidet Fehlkäufe.
Schritt 1: Das eigene Hautbedürfnis bestimmen. Steht unreine Haut im Vordergrund, eine Anti-Aging-Wirkung, natürliche Inhaltsstoffe oder dekorative Kosmetik? Die Antwort bestimmt, welche Marken überhaupt in Frage kommen. Wer mehrere Bedürfnisse hat, sollte priorisieren: Das dringendste Problem zuerst lösen, dann die weiteren Schritte angehen.
Schritt 2: Die Spezialisierung der Marke prüfen. Clinique steht für abgestimmte Systempflege bei unreiner Haut, Weleda für Naturkosmetik mit eigenen Anbaugebieten, Bobbi Brown für professionelles Make-up. Wer die Spezialisierung kennt, kann die Auswahl eingrenzen. Eine Marke, die in einer Kategorie überzeugt, muss in einer anderen nicht automatisch stark sein.
Schritt 3: Den Vertriebsweg berücksichtigen. Direktvertriebsmarken wie Chanoine oder Evora bieten persönliche Beratung, Institutskosmetik wie Maria Galland oder Klapp Kosmetik ist nur über Fachinstitute erhältlich, Drogeriemarken wie Nivea oder Maybelline sind überall verfügbar. Der Vertriebsweg beeinflusst sowohl den Preis als auch die Beratungsqualität. Wer Wert auf persönliche Beratung legt, sollte Direktvertrieb oder Institut wählen. Wer schnell und unkompliziert einkaufen möchte, findet im Drogeriemarkt passende Produkte.
Schritt 4: Produkte vergleichen, nicht nur Marken. Eine Marke kann in einer Kategorie überzeugen und in einer anderen schwächeln. Wer konkrete Produkte vergleicht, etwa bei BB-Creams, Sonnencremes oder Gesichtscremes, trifft eine bessere Entscheidung als jemand, der sich nur am Markennamen orientiert. Produkttests zeigen regelmäßig, dass günstige Produkte teure schlagen können und umgekehrt. Der Vergleich einzelner Produkte ist deshalb aussagekräftiger als der Ruf einer Marke.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte für den Kosmetikkauf
Empfehlenswerte Kosmetikmarken gibt es in jeder Preislage und für jedes Bedürfnis. Entscheidend ist nicht der Bekanntheitsgrad, sondern die Passung zwischen Marke, Produkt und eigener Haut.
Für unreine Haut bieten Clinique, Kiehl’s und Maybelline New York abgestimmte Lösungen von der Reinigung bis zum Make-up. Wer individuelle Pflege wünscht, findet bei Direktvertriebsmarken wie Chanoine und Evora eine persönliche Beratung und auf die eigene Haut abgestimmte Serien. Dekorative Kosmetik mit großer Farbauswahl bieten Milani, Essie, Sally Hansen und Bobbi Brown. Naturkosmetik mit zertifizierten Inhaltsstoffen kommt von Weleda, Primavera, Sante und Annemarie Börlind. Im Anti-Aging-Bereich reicht das Spektrum von Luxusmarken wie Orlane über Apothekenmarken wie Klotz Labs bis zu Alltagsmarken wie Nivea und L’Oréal.
Männer finden inzwischen eigene Linien, die auf die besonderen Bedürfnisse männlicher Haut zugeschnitten sind. Wimpernseren von Nanolash oder Flaconi unterstützen das natürliche Wimpernwachstum, Institutskosmetik von Maria Galland oder Klapp Kosmetik bietet exklusive Pflege mit fachlicher Beratung. Für die Haare stehen Profimarken wie Redken und Kerastase neben Drogerieserien von Nivea und Schwarzkopf.
Die wichtigste Regel lautet: Kosmetik ist keine Frage des Preises, sondern der Passung. Wer sein Hautbedürfnis kennt, die Spezialisierung der Marke prüft und konkrete Produkte vergleicht, findet auch ohne teure Luxusprodukte eine wirksame Pflege. Der Markenname hilft bei der Orientierung, ersetzt aber weder die eigene Hautanalyse noch den Vergleich einzelner Produkte.



