Kneipp gehört zu den bekanntesten Naturkosmetik-Marken in Deutschland. Die Marke geht auf den Pfarrer und Naturheilkundler Sebastian Kneipp zurück und setzt in der Gesichtspflege auf pflanzliche Inhaltsstoffe. Ihr Anspruch lautet: „Gut für die Haut, schonend für die Umwelt.“ Das Unternehmen macht öffentlich, welche Stoffe in seine Produkte hineindürfen und welche nicht.
Für deine tägliche Pflege zählt vor allem, dass die Produkte zu deinem Hauttyp passen. Du erfährst hier, wie du eine Gesichtsroutine mit Naturkosmetik aufbaust, wie du die Angaben auf Verpackungen richtig liest und woran du erkennst, ob ein Produkt für trockene, fettige oder empfindliche Haut geeignet ist.
Was Kneipp unter natürlicher Kosmetik versteht
Kneipp positioniert seine Produkte mit dem Anspruch, gut für die Haut und schonend für die Umwelt zu sein. Das Unternehmen legt offen, welche Inhaltsstoffe in seine Produkte hineindürfen und welche nicht. Diese Transparenz betrifft Zusätze, die in konventioneller Kosmetik üblich sind. Die Formulierungen bauen stattdessen auf pflanzlichen Ölen und Kräuterextrakten auf, eine Linie, die zur Tradition der Marke gehört.
Natürliche Kosmetik bedeutet dabei nicht, dass ein Produkt ohne Konservierung auskommt. Auch Naturkosmetik braucht Stoffe, die das Produkt vor Keimen schützen. Der Unterschied liegt in der Auswahl der zugelassenen Stoffe, die enger gefasst ist als in der konventionellen Kosmetik. Wenn du ein Produkt in die Hand nimmst, findest du auf der Verpackung die INCI-Liste, also die Auflistung aller Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihrer Menge. Je weiter vorne ein Stoff steht, desto mehr ist davon enthalten.
Die Gesichtsroutine: Reinigen, pflegen, schützen
Eine Gesichtspflege mit Naturkosmetik folgt demselben Grundmuster wie jede andere: Reinigen, pflegen und bei Bedarf schützen. Der Unterschied liegt in den Texturen und in der Anwendung.
Zur Reinigung eignen sich milde Waschgele oder Reinigungsmilch. Du wendest sie mit lauwarmem Wasser an und tupfst das Gesicht danach trocken, statt es zu reiben. Heißes Wasser entzieht der Haut Feuchtigkeit. Kaltes Wasser öffnet die Poren nicht besser, es regt nur kurz die Durchblutung an.
Nach der Reinigung trägst du die Pflege auf. Eine erbsengroße Portion reicht für das ganze Gesicht. Du verteilst die Creme mit den Fingerspitzen von der Gesichtsmitte nach außen, also von der Nase zu den Wangen und zur Stirn. Der Hals gehört dazu, denn er altert genauso sichtbar wie das Gesicht. Klopfe das Produkt ein, statt es zu verreiben. So verteilt es sich gleichmäßig und die Durchblutung wird angeregt. Für die Augenpartie nimmst du eine kleine Menge und tupfst sie mit dem Ringfinger auf, weil dieser den geringsten Druck ausübt.
Die Textur wählst du nach deinem Hauttyp. Trockene Haut erkennt man an einem Spannungsgefühl, besonders nach der Reinigung. Sie braucht reichhaltige Cremes mit pflanzlichen Ölen, die die Hautbarriere unterstützen. Fettige Haut glänzt schnell und neigt zu Unreinheiten. Hier sind leichte Gele oder Fluids besser, die Feuchtigkeit spenden, ohne zu fetten. Empfindliche Haut reagiert mit Rötungen oder Juckreiz auf zu viele Inhaltsstoffe. Für sie eignen sich Produkte mit kurzen Inhaltsstofflisten und ohne Duftstoffe. Kneipp führt in der Gesichtspflege Produkte für diese verschiedenen Bedürfnisse, von der Reinigung bis zur Tages- und Nachtpflege.
Tagsüber braucht dein Gesicht zusätzlich Sonnenschutz. Eine Pflegecreme ohne Lichtschutzfaktor schützt nicht vor UV-Strahlung. Wenn du viel draußen bist, trägst du eine Sonnencreme auf die Tagespflege auf oder wählst ein Produkt mit Lichtschutzfaktor.
Verpackung richtig lesen: MHD, PAO und Füllmenge
Auf jeder Kosmetikverpackung findest du Angaben, die für die Anwendung wichtig sind. Drei Abkürzungen kommen regelmäßig vor: M, MHD und PAO.
M steht für Monate und erscheint in Kombination mit einer Zahl, zum Beispiel 12M. Das bedeutet, das Produkt hält nach dem Öffnen zwölf Monate. MHD ist das Mindesthaltbarkeitsdatum, also der Zeitpunkt, bis zu dem das ungeöffnete Produkt seine volle Wirkung behält. PAO steht für Period After Opening, also die Haltbarkeitsfrist nach dem Öffnen. Du erkennst diese Angabe am Symbol mit dem offenen Tiegel und einer Zahl, zum Beispiel 6M für sechs Monate.
Die Angaben erfolgen laut Deklaration, das heißt, sie entsprechen den Herstellerangaben auf der Verpackung. Wenn ein Produkt länger als die angegebene Zeit genutzt wird, verändert sich die Konsistenz oder der Geruch. Dann gehört es in den Müll, auch wenn noch Reste im Tiegel sind. Das gilt besonders für Cremes, die du mit den Fingern entnimmst, denn dabei gelangen Bakterien ins Produkt.
Ein weiterer Punkt ist die Füllmenge. Nach § 7 Absatz 2 des Eichgesetzes müssen Fertigpackungen so gestaltet und befüllt sein, dass sie keine größere Füllmenge vortäuschen, als tatsächlich enthalten ist. Du kannst dich also darauf verlassen, dass die angegebene Menge in Millilitern oder Gramm stimmt, auch wenn der Tiegel größer wirkt.
Testergebnisse richtig einordnen
Wenn du dich vor dem Kauf informierst, stößt du auf Tests von Verbraucherorganisationen oder Magazinen. Die Ergebnisse werden auf einer Notenskala angegeben: Sehr gut für Noten von 0,5 bis 1,5, Gut für 1,6 bis 2,5, Befriedigend für 2,6 bis 3,5, Ausreichend für 3,6 bis 4,5 und Mangelhaft für 4,6 bis 5,5.
Ein Testergebnis gilt immer für das konkrete Produkt und die getestete Charge, nicht für die gesamte Marke. Wenn du ein Ergebnis siehst, prüfe, ob es sich um die gleiche Produktvariante handelt, die du kaufen willst. Die Formulierung kann sich zwischen Chargen unterscheiden, und ein Test von vor zwei Jahren sagt wenig über die aktuelle Rezeptur aus. Die Notenskala hilft dir, Ergebnisse verschiedener Produkte miteinander zu vergleichen, solange du die Testkriterien im Blick behältst.



