Enthaarungspads sind kleine Pads oder Handschuhe, deren Oberfläche mit feinsten Kristallen besetzt ist. Statt die Härchen an der Wurzel zu ziehen oder mit einer Klinge zu schneiden, reiben die Kristalle die Haare an der Hautoberfläche ab. Fachleute nennen dieses Verfahren Depilation: Die Haarwurzel bleibt unberührt, nur der sichtbare Teil des Haares verschwindet.

Weil nichts an der Wurzel zieht, tut die Behandlung nicht weh. Weder Wachs noch Epiliergerät sind dafür nötig. Dafür ist der Effekt kurzlebig. Die Härchen wachsen schnell nach, weil die Wurzel weiterarbeitet. Wer für ein paar Tage glatte Haut sucht und empfindlich auf Schmerzen reagiert, findet in den Pads eine echte Alternative zu Rasur, Creme und Wachs.

So arbeiten Enthaarungspads: Kristalle statt Klingen

Die feinen Kristalle auf der Pad-Oberfläche wirken wie winziges Schleifpapier. Bei kreisenden Bewegungen über die Haut brechen sie die Härchen an der Oberfläche ab. Weil die Wurzel nicht angetastet wird, gibt es keinen Zug an der Haut und keinen Schmerz. Anders als beim Epilieren oder Wachsen, wo die Haare samt Wurzel herausgerissen werden, bleibt der Follikel intakt. Genau deshalb ist die Anwendung so angenehm: Die Härchen werden nicht gerissen, die Haut wird nicht gereizt, und es entsteht kein Brennen.

Der Preis dafür ist die kurze Haltbarkeit. Da die Wurzel weiterarbeitet, spürst du schon bald wieder feine Stoppeln. Für ein spontanes Date, einen Strandtag oder die Arbeit im Sommer ist das völlig ausreichend. Wer dagegen wochenlang glatte Beine möchte, kommt mit den Pads nicht weit.

Die Haut muss trocken sein, das Pad wird mit leichtem Druck in kreisenden Bewegungen über die Stelle geführt. Nach ein paar Minuten sind die feinen Härchen abgetragen. Das Pad lässt sich danach unter fließendem Wasser ausspülen und mehrfach verwenden.

Die richtige Pad-Form für Gesicht und Körper

Enthaarungspads gibt es in unterschiedlichen Formen und Größen, und die Wahl hängt von der Körperstelle ab. Für das Gesicht sind kleine, rechteckige Pads gedacht. Sie passen präzise an Oberlippe, Kinn, Wangen und Augenbrauen, ohne dass du versehentlich größere Flächen behandelst. Für Arme und Beine eignen sich größere Pads oder Handschuhe, die du wie einen Waschlappen über die Haut führst. Die größere Fläche verkürzt die Behandlungszeit spürbar.

Die Entscheidungsregel ist einfach: Je kleiner die zu behandelnde Stelle, desto kleiner das Pad. Wer nur die Oberlippe glätten möchte, braucht kein großes Körperpad. Wer die kompletten Beine behandeln will, sollte zum Handschuh greifen, sonst dauert die Prozedur unnötig lange. Viele Hersteller bieten Sets an, die ein kleines Gesichtspad und ein größeres Körperpad kombinieren. Damit bist du für beide Zwecke gerüstet.

So wendest du die Pads richtig an

Bevor du loslegst, wasche die Haut und trockne sie gründlich ab. Enthaarungspads arbeiten am besten auf trockener, fettfreier Haut. Feuchte Haut erhöht die Reibung und kann die Haut reizen. Dann nimmst du das Pad zwischen zwei Finger und führst es mit leichtem Druck in kreisenden Bewegungen über die Stelle. Beginne mit sanftem Druck und steigere ihn nur, wenn die Härchen nicht nachgeben. Zu viel Druck reizt die Haut und bringt keinen schnelleren Erfolg.

Nach zwei bis drei Minuten prüfst du mit der Handfläche, ob die Stelle glatt ist. Bei den ersten Anwendungen lohnt sich ein Test an einer unauffälligen Stelle wie dem Unterarm, um herauszufinden, wie deine Haut auf die Kristalle reagiert und wie viel Druck sie verträgt. Nach der Behandlung spülst du das Pad aus und lässt es trocknen. Die abgetragenen Härchen setzen sich in den Kristallen fest, ein gründliches Ausspülen hält das Pad einsatzbereit.

Wo die Pads im Methodenvergleich stehen

Die Stiftung Warentest hat die gängigen Methoden der Haarentfernung verglichen: Rasieren, Epilieren, Wachsen und Enthaarungscremes. In Deutschland ist die Nassrasur am beliebtesten. Mindestens jede dritte Frau rasiert sich am liebsten nass, danach folgen Epiliergeräte. Die Pads tauchen in dieser Beliebtheitsrangliste nicht auf, haben aber einen klaren Vorteil: Sie kombinieren die Schmerzfreiheit der Rasur mit einer glatteren Oberfläche, weil sie die Härchen dichter an der Haut abschleifen.

Enthaarungscremes arbeiten ähnlich schmerzfrei, weil auch sie die Härchen nicht an der Wurzel packen. Die Stiftung Warentest hat 28 Enthaarungscremes getestet. Testsieger wurde die Be Routine Haarentfernungscreme Sensitive, die sehr pflegend, günstig und mit angenehmem Geruch überzeugt und fast frei von bedenklichen Inhaltsstoffen ist. Der Unterschied zu den Pads: Cremes lösen die Haare chemisch auf, Pads tragen sie mechanisch ab. Wer chemische Inhaltsstoffe meiden möchte, ist mit den Pads auf der sicheren Seite. Wer große Flächen wie die Beine schnell behandeln will, fährt mit einer Creme oft schneller.

Nach der Behandlung: Hautpflege und eingewachsene Haare vermeiden

Weil die Haut nach dem Abschleifen leicht beansprucht ist, beruhigt eine feuchtigkeitsspendende Lotion oder ein Aloe-Vera-Gel die gereizten Stellen und verhindert Spannungsgefühle. Die Stiftung Warentest empfiehlt außerdem, regelmäßig zu peelen, um eingewachsene Haare zu vermeiden. Die abgeschliffenen Härchen können sich sonst unter der obersten Hautschicht einrollen und kleine Entzündungen verursachen.

Ein sanftes Peeling zwei bis drei Tage nach der Behandlung löst abgestorbene Hautzellen und befreit nachwachsende Härchen. Wer zu eingewachsenen Haaren neigt, sollte die behandelten Stellen zusätzlich täglich eincremen. Die Pflege ist genauso wichtig wie die Enthaarung selbst, denn sie entscheidet darüber, ob die Haut nach der Behandlung glatt bleibt oder mit Rötungen und Pickelchen reagiert.

Wann Pads nicht die richtige Wahl sind

Bei sehr kräftigem, dunklem Haar stoßen die Pads an ihre Grenzen. Die Kristalle tragen feine Härchen zuverlässig ab, dicke Haare brechen jedoch oft nur unvollständig ab und hinterlassen sichtbare Stoppeln. Auch für große Flächen sind die Pads zeitaufwendig. Wer beide Beine komplett behandeln will, braucht Geduld und mehrere Pads, weil sich die Kristalle mit Haaren zusetzen.

In diesen Fällen lohnt der Blick auf die Alternativen. Enthaarungscremes arbeiten auf großen Flächen schneller, Epiliergeräte und Wachs entfernen die Haare an der Wurzel und halten mehrere Wochen. Die Pads bleiben die beste Wahl für empfindliche Haut, kleine Flächen und alle, die eine schnelle, schmerzfreie Auffrischung zwischen zwei anderen Behandlungen suchen.