Ein Concealer ist eine stark pigmentierte Abdeckcreme für einzelne Stellen im Gesicht. Er kaschiert Augenringe, Pickel und leichte Rötungen, weil seine Farbpigmente die Haut optisch ausgleichen und aufhellen. Der Unterschied zur Foundation ist entscheidend: Die Foundation kommt auf das gesamte Gesicht, der Concealer nur punktuell dort, wo mehr Deckkraft gebraucht wird. Für ein ebenmäßiges Hautbild trägst du zuerst die Foundation auf und verstärkst danach mit dem Concealer gezielt die Stellen, die noch durchscheinen.
Der Name kommt vom englischen "to conceal", also verbergen. Genau das leistet das Produkt: Es versteckt kleine Makel, ohne dass die Haut wie eine Maske wirkt. Damit das gelingt, kommt es auf drei Dinge an: die richtige Textur, den passenden Farbton und die Technik beim Auftragen.
Wann du einen Concealer brauchst und wann die Foundation reicht
Die Foundation gleicht den gesamten Teint an und vereinheitlicht den Grundton. Sie deckt aber nicht jede Stelle gleich stark ab. Dunkle Augenringe, einzelne Pickel oder deutlich sichtbare Äderchen brauchen mehr Pigment, als eine Foundation liefert. Der Concealer ist stärker pigmentiert und deckt dadurch höher ab.
Trage zuerst die Foundation über das ganze Gesicht auf, danach den Concealer auf die Stellen, die noch sichtbar sind. Wer den Concealer direkt auf die unvorbereitete Haut legt, bekommt oft Flecken, weil er sich schlechter verblenden lässt und die Foundation ihn danach wieder verschiebt.
Ein Beispiel: Du hast einen leichten Rotstich auf den Wangen und einen dunklen Ring unter dem Auge. Die Foundation gleicht den Gesamtton an, der Augenring bleibt aber sichtbar. Ein hautfarbener Concealer auf dem Augenring hebt die Deckkraft genau dort an, ohne dass du eine zweite Schicht Foundation über das ganze Gesicht legst.
Die richtige Textur: flüssig, Creme oder Stick
Am weitesten verbreitet sind flüssige Concealer, die als Drehstift oder in der Tube mit Applikator kommen. Sie lassen sich dünn auftragen, trocknen schnell und eignen sich für die meisten Hauttypen. Flüssige Formeln sind die erste Wahl, wenn du Augenringe abdecken willst, weil sie sich in die feine Haut unter dem Auge gut einarbeiten lassen und nicht so schnell in Fältchen kriechen.
Creme-Concealer im Döschen oder als Stick enthalten mehr Pigment und weniger Flüssigkeit. Sie decken stärker und halten länger, fühlen sich auf der Haut aber schwerer an. Diese Textur passt zu trockener oder normaler Haut und zu Stellen, die viel Abdeckung brauchen, etwa starke Rötungen oder einzelne Pickel. Auf fettiger Haut kann ein cremiger Concealer schneller verrutschen oder glänzen.
Der Stick ist die kompakteste Variante. Er liegt fest auf der Haut und eignet sich gut für unterwegs, weil er ohne Pinsel auskommt. Dafür lässt er sich schwerer fein dosieren. Wer nur ab und zu einen Pickel abdeckt, kommt mit einem Stick gut zurecht. Bei täglich zu kaschierenden Augenringen ist eine flüssige Formel die bessere Wahl.
Den passenden Farbton finden
Der Concealer sollte zum Hautton passen, sonst entsteht ein sichtbarer heller oder dunkler Fleck. Für das Abdecken von Pickeln und Rötungen wählst du einen Farbton, der exakt deiner Foundation entspricht. Für Augenringe gilt eine andere Regel: Hier wirkt ein Farbton, der einen halben Ton heller ist als deine Haut, optisch aufhellend und lässt die Augenpartie wacher wirken.
Die beste Stelle zum Testen ist der Kiefer oder die Wangenpartie, nicht das Handgelenk. Die Haut am Handgelenk hat einen anderen Ton als das Gesicht. Trage den Concealer auf und schaue bei Tageslicht, ob die Grenze zwischen Produkt und Haut verschwindet. Künstliches Licht in Drogerien verfälscht den Eindruck oft.
Falls du zwischen zwei Farbtönen schwankst, entscheide dich für den, der näher an deinem Hautton liegt. Ein zu heller Concealer auf einem Pickel macht die Stelle erst recht sichtbar, weil er sie aufhellt statt sie zu verbergen.
Colour Correcting: Farbpigmente gezielt einsetzen
Manche Stellen lassen sich mit einem hautfarbenen Concealer allein nicht sauber abdecken. Dann helfen farbige Korrektur-Concealer, die die störende Farbe zuerst neutralisieren. Die Grundlage ist die Farbenlehre: Gegenfarben heben sich gegenseitig auf.
Bei Rötungen, etwa um die Nase oder bei Pickeln, neutralisiert ein grüner Korrektor das Rot, danach kommt der hautfarbene Concealer darüber. Bei dunklen Augenringen mit bläulichem oder violettem Unterton gleicht ein pfirsichfarbener oder oranger Korrektor den Blaustich aus, bevor der normale Concealer die Stelle angleicht.
Ein dünner Hauch Korrektor genügt, zu viel davon schimmert durch den Concealer durch und erzeugt einen grauen Schleier. Trage den Korrektor nur auf die verfärbte Stelle auf, verblende die Ränder und setze den hautfarbenen Concealer erst danach auf. Wer nur leichte Augenringe hat, kommt meist ohne Korrektor aus und nutzt direkt den helleren Concealer.
Schritt für Schritt: So trägst du Concealer richtig auf
Beginne mit gepflegter Haut. Eine leichte Feuchtigkeitscreme sorgt dafür, dass sich der Concealer gleichmäßig verteilt und nicht an trockenen Stellen festsetzt. Danach kommt die Foundation, dann der Concealer.
Für die Augenpartie tupfst du den Concealer in kleinen Punkten unter das Auge, direkt auf den dunklen Rand und leicht in den Innenwinkel. Verteile ihn mit dem Ringfinger oder einem kleinen Pinsel in tupfenden Bewegungen, nicht mit Wischen. Wischen verschiebt das Produkt und reibt die dünne Haut unter dem Auge. Der Ringfinger hat den sanftesten Druck, weil er der schwächste Finger ist.
Bei Pickeln setzt du den Concealer mit einem feinen Pinsel direkt auf die Stelle und verblendest nur den Rand. Die Mitte des Pickels bleibt unangetastet, sonst deckst du die Erhebung ab, statt sie zu kaschieren. Bei größeren Rötungen arbeitest du in dünnen Schichten: erst eine Schicht, trocknen lassen, dann die nächste. Eine dicke Schicht deckt nicht besser, sie bröckelt und sieht fleckig aus.
Zum Schluss fixierst du die abgedeckten Stellen mit einem losen Puder. Ein feiner Hauch Puder mit einem flauschigen Pinsel verhindert, dass der Concealer in Fältchen rutscht oder auf fettiger Haut glänzt. Unter den Augen nimmst du den Puder sparsam, zu viel davon betont feine Linien.
Pinsel, Finger oder Schwamm: Das richtige Werkzeug
Die Wahl des Werkzeugs verändert das Ergebnis stärker als die Marke des Concealers. Finger eignen sich am besten für cremige Formeln, weil die Körperwärme das Produkt weich macht und es sich nahtlos in die Haut schmilzt. Für die Augenpartie ist der Ringfinger die erste Wahl.
Ein flacher, schmaler Pinsel mit synthetischen Borsten arbeitet präzise. Er trifft einzelne Pickel und kleine Stellen genau und verblendet den Rand, ohne die Umgebung zu verwischen. Für flüssige Concealer ist ein Pinsel oft besser geeignet als die Finger, weil er das Produkt dünner und gleichmäßiger aufträgt.
Ein feuchter Make-up-Schwamm tupft den Concealer in die Haut und erzeugt ein sehr natürliches Finish. Er saugt aber auch Produkt auf, sodass du mehr Concealer brauchst. Für hohe Deckkraft kombiniert man Pinsel zum Auftragen und Schwamm zum Verblenden. Wer es schnell mag, nimmt den Finger und tupft kräftig.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Der häufigste Fehler ist zu viel Produkt. Eine dicke Schicht Concealer setzt sich in Fältchen ab und sieht nach wenigen Stunden fleckig aus. Arbeite in dünnen Schichten und baue die Deckkraft langsam auf.
Der zweite Fehler betrifft den Farbton. Ein Concealer, der heller ist als die Haut, hellt nicht nur den Augenring auf, sondern erzeugt einen sichtbaren hellen Halbmond. Gleiche den Farbton am Kiefer ab und wähle für Augenringe höchstens einen halben Ton heller.
Der dritte Fehler ist das Wischen statt Tupfen. Wer den Concealer mit streichenden Bewegungen verteilt, verschiebt die Foundation darunter und reibt das Produkt in die Poren. Tupfen und Klopfen verteilt den Concealer gleichmäßig, ohne die darunterliegende Schicht zu stören.
Wer trockene Haut hat, sollte den Concealer nicht direkt auf ungepflegte Haut legen. Ohne Feuchtigkeitscreme setzt sich das Produkt in trockenen Schuppen ab und betont sie. Eine dünne Schicht Creme vor dem Auftragen verhindert das.



