Nach dem Blondieren wirken Haare oft strohig und matt, obwohl sie im Salon noch geleuchtet haben. Der Grund liegt in der Struktur: Beim Blondieren öffnet sich die äußere Schuppenschicht des Haares, damit das Aufhellmittel das Pigment herauslösen kann. Diese geöffnete Schuppenschicht lässt aber auch Feuchtigkeit entweichen. Das Haar wird porös, verliert schneller Wasser und nimmt mit der Zeit einen Gelbstich an.
Glanz entsteht, wenn Licht von einer glatten Oberfläche reflektiert wird. Liegen die Schuppen flach an, wirkt das Haar glänzend. Sind sie aufgeraut, streut das Licht und das Haar sieht stumpf aus. Mit der richtigen Routine glättest du die Schuppenschicht und hältst die Feuchtigkeit im Haar.
Warum blondiertes Haar schneller matt wird
Blondiertes Haar ist poröser als naturbelassenes Haar. Porös bedeutet: Die Schuppenschicht ist angehoben und das Haar nimmt Wasser schneller auf, gibt es aber auch schneller wieder ab. Feuchtigkeit aus der Luft oder aus Pflegeprodukten hält nicht lange, und die Haarfarbe verschiebt sich leichter. Deshalb wirken blondierte Haare oft schon wenige Tage nach dem Waschen trocken und glanzlos.
Außerdem entzieht die Aufhellung dem Haar nicht nur Pigment, sondern auch Struktur. Je heller das Blond, desto mehr Arbeit hat die Schuppenschicht geleistet und desto empfindlicher ist das Haar. Das bedeutet nicht, dass Glanz unmöglich ist. Es bedeutet, dass die Pflege darauf ausgerichtet sein muss, die Schuppenschicht zu glätten und Feuchtigkeit zu binden.
Die tägliche Basis: Farbschutz und Feuchtigkeit
Ein Farbschutz-Shampoo und ein passender Conditioner bilden die Grundlage. Farbschutzprodukte stabilisieren die Farbe und glätten die Schuppenschicht. Sie reinigen sanfter als normale Shampoos und entziehen dem Haar weniger Feuchtigkeit.
Der Conditioner gehört bei blondierten Haaren zu jeder Wäsche. Er legt sich wie ein Film um das Haar, glättet die Schuppen und versiegelt die Feuchtigkeit. Wenn du nur Shampoo benutzt, lässt du die Schuppenschicht offen und das Haar trocknet schneller aus. Ein Leave-in-Produkt oder ein kleiner Tropfen Pflegeöl auf den Längen kann den Effekt verstärken, besonders an den Spitzen, die am ältesten und am porösesten sind.
Einmal pro Woche: Toning gegen Gelbstich
Gelbe und orange Töne entstehen, wenn sich die Farbe aus dem blondierten Haar löst und die warmen Pigmente sichtbar werden. Ein Toning-Produkt enthält meist violette Pigmente und neutralisiert damit die warmen Töne. Violett liegt im Farbkreis gegenüber von Gelb und gleicht es optisch aus. Das Ergebnis ist ein kühleres, frisches Blond, das heller und gepflegter wirkt.
Einmal pro Woche ein Toning-Shampoo oder eine Toning-Maske zu verwenden, hält den Farbton sauber. Beachte die auf dem Produkt angegebene Einwirkzeit. Lässt du das Produkt zu lange einwirken, kann das Blond einen grauen oder aschigen Stich bekommen. Wenn du dein Blond wärmer magst, tonierst du seltener oder wählst ein Produkt mit schwächerer Pigmentierung.
Feuchtigkeit auffüllen: Masken und Öle
Eine reichhaltige Haarmaske einmal pro Woche gleicht aus, was das Blondieren dem Haar genommen hat. Masken enthalten mehr Pflegestoffe als Conditioner und arbeiten tiefer in das Haar ein. Du solltest sie auf den Längen und Spitzen auftragen, nicht auf der Kopfhaut, und je nach Produkt zehn bis zwanzig Minuten einwirken lassen. Danach gründlich ausspülen.
Pflegeöle ergänzen die Maske, weil sie die Feuchtigkeit im Haar einschließen. Ein paar Tropfen auf das handtuchtrockene oder trockene Haar glätten die Oberfläche und geben sofort sichtbaren Glanz. Öl ersetzt keine Feuchtigkeit, es versiegelt sie. Deshalb funktioniert die Kombination aus Maske und Öl besser als eines der beiden allein.
Styling ohne Glanzkiller
Hitze ist für poröses Haar eine zusätzliche Belastung. Glätteisen, Lockenstab und Föhn entziehen dem Haar Wasser und rauen die Schuppenschicht auf. Wenn du nicht auf Hitze verzichten willst, solltest du vor dem Styling einen Hitzeschutz auftragen und die Temperatur niedriger einstellen, als es bei naturbelassenem Haar nötig wäre. Je heller das Blond, desto vorsichtiger musst du die Hitze dosieren.
Auch die Art des Trocknens macht einen Unterschied. Nasses Haar ist empfindlicher als trockenes, weil die Schuppen durch das Wasser aufgestellt sind. Kräftiges Rubbeln mit dem Handtuch raut die Oberfläche zusätzlich auf. Besser ist es, das Haar vorsichtig auszudrücken oder in ein Mikrofasertuch zu wickeln und an der Luft trocknen zu lassen, wenn die Zeit es erlaubt.
Typische Fehler, die den Glanz rauben
Ein paar Gewohnheiten machen die Pflege zunichte, ohne dass es auffällt. Zu heißes Waschen öffnet die Schuppenschicht und lässt Feuchtigkeit entweichen. Lauwarmes Wasser schont das Haar und hält die Farbe länger frisch. Wenn du das Shampoo nur auf den Längen verteilst, statt es auf der Kopfhaut zu schäumen, bringst du außerdem unnötig viel Reinigungsmittel auf die empfindlichen Spitzen.
Auch das Auslassen des Conditioners aus Zeitgründen rächt sich bei blondierten Haaren schneller als bei naturbelassenen. Und wenn du die Spitzen lange nicht schneiden lässt, siehst du den Glanzverlust zuerst dort: Spliss raut die Haaroberfläche auf und lässt das Licht nicht mehr gleichmäßig reflektieren. Ein regelmäßiger Spitzenschnitt hält das Blond nicht nur gesund, sondern auch glänzend.



