Wenn deine Haut zu Mitessern, verstopften Poren und Pickeln neigt, hast du wahrscheinlich schon von BHA-Peelings gehört. BHA steht für Beta-Hydroxyacid, und die bekannteste Vertreterin ist die Salicylsäure. Anders als viele mechanische Peelings mit Körnchen arbeitet ein BHA-Peeling chemisch: Die Säure löst die Verbindungen zwischen abgestorbenen Hautzellen, sodass diese sich leichter ablösen. Das Besondere an BHA: Es ist öllöslich. Die Säure dringt also nicht nur an der Hautoberfläche, sondern auch in die Talgdrüsen und verstopften Poren vor, wo sie überschüssiges Öl und abgestorbene Zellen auflöst. Genau deshalb gilt BHA als erste Wahl bei unreiner Haut.

Fang langsam an. Wer zu viel, zu oft oder mit einer zu hohen Konzentration peeliert, reizt die Haut und erreicht das Gegenteil. Der sichere Weg führt über eine niedrige Konzentration, ein- bis zweimal pro Woche, und eine konsequente Pflege danach.

Was BHA bei unreiner Haut leistet
Salicylsäure wirkt auf zwei Ebenen. An der Oberfläche löst sie abgestorbene Hautzellen, damit die Haut glatter wirkt und Poren sich seltener verstopfen. In der Pore selbst löst sie den Talgpfropf, der einen Mitesser bildet. Dadurch werden bestehende Unreinheiten abgebaut und neue entstehen seltener. Viele BHA-Produkte enthalten zusätzlich beruhigende Inhaltsstoffe, weil Salicylsäure die Haut auch austrocknen kann.

Ein Beispiel aus der Praxis: Wenn du regelmäßig mit schwarzen Mitessern auf der Nase kämpfst, löst ein BHA-Peeling den Talg, der den Porenpfropf bildet. Nach einigen Wochen regelmäßiger Anwendung wirken die Poren feiner, weil sie nicht mehr prall gefüllt sind. Das Ergebnis braucht eine konsequente Routine über mehrere Wochen.
Die richtige Konzentration wählen
Übliche BHA-Produkte enthalten Salicylsäure in unterschiedlichen Konzentrationen. Für den Einstieg eignet sich die niedrigere Konzentration. Diese Stärke reicht aus, um erste Ergebnisse zu sehen, ohne die Haut zu überfordern. Höhere Konzentrationen sind wirksamer, aber auch reizintensiver. Sie gehören erst in die Routine, wenn die Haut die niedrigere Konzentration gut verträgt.

Achte beim Kauf auf die Darreichungsform. Ein Leave-on-Produkt wie ein Serum oder ein Toner bleibt auf der Haut und entfaltet seine Wirkung über Stunden. Eine Peeling-Maske wird nach einer bestimmten Zeit abgewaschen. Für Einsteiger ist ein Leave-on-Produkt mit niedriger Konzentration oft die sanftere Wahl, weil du die Menge und Häufigkeit besser steuern kannst.

So oft und wie lange einwirken lassen
Starte mit einer Anwendung pro Woche. Trage das Produkt abends nach der Reinigung auf das trockene Gesicht auf, am besten nur auf die betroffenen Stellen oder das gesamte Gesicht, wenn deine Haut es verträgt. Bei einem Leave-on-Produkt lässt du es auf der Haut und trägst danach deine gewohnte Pflege auf. Bei einer Maske gilt die auf der Verpackung angegebene Einwirkzeit, meist zehn bis fünfzehn Minuten, danach spülst du sie mit lauwarmem Wasser ab.

Nach zwei bis drei Wochen, wenn die Haut keine Rötungen oder Spannungsgefühle zeigt, kannst du auf zwei Anwendungen pro Woche erhöhen. Verteile sie auf verschiedene Tage, etwa Montag und Donnerstag, damit die Haut dazwischen Zeit zur Erholung hat. Wer sofort täglich peeliert, riskiert eine gereizte Hautbarriere. Die Haut braucht Zeit, um sich an die Säure zu gewöhnen.
Die Pflege danach
Nach einem BHA-Peeling ist die Haut durchlässiger und anfälliger für Feuchtigkeitsverlust. Direkt nach der Anwendung gehört eine feuchtigkeitsspendende Pflege auf das Gesicht. Eine Creme oder ein Serum mit Hyaluronsäure, Glycerin oder Ceramiden stützt die Hautbarriere und beugt Trockenheit vor. Verzichte an Peeling-Tagen auf weitere aktive Wirkstoffe wie Vitamin C, Retinol oder andere Säuren. Die Kombination reizt die Haut unnötig.

Der zweite feste Bestandteil ist Sonnenschutz. Salicylsäure macht die Haut lichtempfindlicher, und ohne Schutz können Pigmentflecken entstehen. Trage am Morgen nach einem Peeling-Abend eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor auf. Das gilt nicht nur im Sommer, sondern auch an trüben Tagen, weil UV-Strahlung auch durch Wolken wirkt.

Anzeichen von Überpflege erkennen
Überpflege, auch Überpeeling genannt, entsteht, wenn die Haut mehr Säure bekommt, als sie verarbeiten kann. Die Warnsignale sind deutlich: Rötungen, ein brennendes oder spannendes Gefühl, Schuppung und ein glänziger, gereizter Eindruck. Auch wenn Pickel plötzlich häufiger werden, kann das ein Zeichen sein, dass die Hautbarriere gestört ist und die Haut mit Entzündung reagiert.

Wenn du diese Anzeichen bemerkst, setze das BHA-Peeling sofort ab. Pflege die Haut für ein bis zwei Wochen nur mit Wasser, einer milden Reinigung und einer reichhaltigen Feuchtigkeitscreme. Erst wenn sich die Haut beruhigt hat, kannst du mit einer niedrigeren Konzentration und selteneren Anwendungen neu starten. Bei anhaltenden Beschwerden oder starken Reaktionen hilft eine dermatologische Beratung.


